Basketball: 2. Bundesliga Pro B
„Beste Defensivhalbzeit“ als Basis für den Baskets-Sieg gegen Itzehoe

Münster -

Sechstes Heimspiel, sechster Heimsieg, so weit so klar – aber dennoch kein Sieg wie jeder andere. Der 85:81-Erfolg der WWU Baskets über Angstgegner Itzehoe Eagles war vielmehr ein Statement der münsterischen Korbjäger, die trotz großer Personalsorgen im Wortsinne über sich hinauswuchsen und ein bedrohliches Signal an die Konkurrenz in der 2. Bundesliga Pro B ins Land sandten.

Montag, 11.01.2021, 19:13 Uhr
Schwang sich in der Schlussphase zum Leader auf: Marck Coffin
Schwang sich in der Schlussphase zum Leader auf: Marck Coffin Foto: Jürgen Peperhowe

Vor dem ­Topspiel gegen die Itzehoe Eagles hatte Philipp Kappenstein eine klare Ansage an sein Team formuliert. „Wir haben den Anspruch, die ­beste Defensive der Liga zu werden“, sagte der Coach der WWU Baskets Münster, die zuvor bei der Niederlage in Schwelm 94 Punkte kassiert hatten. Gesagt, getan – seine Schützlinge setzten die Vorgabe am Sonntag gegen die Nordlichter leidenschaftlich und mit großer Hingabe um, hielten die Eagles als „beste Offensive der Liga“ (Jasper Günther) beim umkämpften 85:81 (53:51) unter deren Schnitt von 90 Zählern pro Spiel. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit defensiv den Zugriff und haben auf den großen Positionen dagegengehalten. Das war die beste Defensivhalbzeit der Saison“, erklärte Kappenstein mit einer Portion Stolz.

Die Vorzeichen waren nicht rosig vor diesem wegweisenden Duell zweier Top-Mannschaften. Adam Touray, Cosmo Grühn und Helge Baues fehlten dem Gast­geber, der damit gerade unter dem Korb geschwächt war. Doch Kappensteins Umstellungen fruchteten, sein Team nahm die Herausforderung an. Thomas Reuter etwa rückte von der Position drei auf die vier – für ihn kein neues Jobprofil, hatte er dort schon vor seiner Zeit bei den Baskets gespielt. Und diese Erfahrung nutzte dem 1,98 Meter großen Forward, sich gegen den bulligen Chris Hooper zu behaupten. „Ich fühle mich auf der Position wohl. Und es ist ja gut, dass wir auf Ausfälle reagieren können und Optionen haben“, sagte Reuter, dem sein Trainer „eine richtig ­gute Partie“ attestierte.

Pahnke setzt Akzente

Ein Lob, das die komplette Mannschaft verdiente. Mit einer Achter-Rotation – einzig Andrej König blieb mit vier Minuten Spielzeit im einstelligen Bereich – kämpfte Münster den Vorjahresmeister der Nordstaffel nieder. In umgebauter Formation, in der Oliver Pahnke auf der Position zwei wichtige Akzente setzte, fanden die Baskets immer die richtigen Antworten, behielten in kritischen Phasen zum Ende der beiden Halbzeiten kühlen Kopf. „Da haben wir mit sehr durchdachten Angriffen grandios gekontert, waren sehr erwachsen“, sagte Kappenstein. „In den engen Situationen haben wir einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht.“

Dabei führte Marck Coffin sein Team als Leader an, übernahm, als dem bis dahin überragenden Günther (Kappenstein: „Ein fantas­tisches Spiel von ihm.“) ein wenig der Sprit ausging. ­Coffin übernahm Verantwortung, organisierte die Offensive und leitete mit seinem Korbleger zum 80:79 die erfolgreichen Schluss­sekunden ein.

Sechster Heimsieg im sechsten Heimspiel

Mit dem sechsten Heimsieg im sechsten Auftritt am Berg Fidel zog Münster an den Eagles vorbei auf Platz zwei, der in den Playoffs eine günstigere Ausgangslage garantiert. „Das war tabellarisch wichtig“, sagte Kappenstein, der seiner Truppe ein „Riesenkompliment“ aussprach – und ihr gleichzeitig eine neue Vorgabe mit in die kommenden Woche gab. „So müssen wir weitermachen.“

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