Fußball: Regionalliga West
Preußen beenden ihren Rödinghausen-Fluch

Münster -

Das war doch vielversprechend, wie der SC Preußen Münster am Samstag das Heimspiel gegen Vorjahresmeister SV Rödinghausen mit 2:0 gewann. Gerrit Wegkamp und Nicolai Rembert schürten mit ihren Toren die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rückrunde.

Sonntag, 17.01.2021, 15:18 Uhr aktualisiert: 17.01.2021, 16:02 Uhr
Joel Grodowski (l.) gratuliert Gerrit Wegkamp.
Joel Grodowski (l.) gratuliert Gerrit Wegkamp. Foto: Jürgen Peperhowe

Es sind nicht wenige Aufgabenstellungen, die der SC Preußen Münster in der zweiten Serie der Regionalliga West abzuarbeiten hat. Da wäre zum einen, den Rückstand auf Spitzenreiter RW Essen zu verkürzen. Da wäre zum anderen, mehr Punkte als die 34 der Vorrunde zu sammeln. Also gehört zu der sportlichen Weiterentwicklung auch, gegen Gegner zu punkten, gegen die in der Hinrunde Federn gelassen wurden.

Schritt nach vorn

So gesehen war dieses 2:0 (0:0) über Vorjahresmeister SV Rödinghausen in allen Belangen ein Schritt nach vorn, weil allein vom Ergebnis her nach dem 1:1 im Hinspiel nun ein durchaus verdienter „Dreier“ steht, der Rückstand auf Essen (0:0 gegen Wiedenbrück) ein wenig kleiner wurde mit jetzt „nur“ noch 14 Punkten. Und dann war da noch der Punkt, dass der SCP erstmals in dieser Saison wirklich offensiv verteidigte, Gegenpressing an den Gästen praktizierte und dabei eine der besten Vorstellungen in dieser Spielzeit ablieferte.

22. Spieltag, Saison 2020/21: SC Preußen Münster – SV Rödinghausen

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  • Preußens Dennis Daube im Duell mit Rödinghausens Christian Derflinger.

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  • Trubel vor dem Tor von Max Schulze Niehues.

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  • Nicolai Remberg und Mirko Schuster im Luftkampf.

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  • Am Boden duellieren sich Okan Erdogan und Yassin Ibrahim.

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  • Erneut Nicolai Remberg gegen Mirko Schuster.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Bilder aus dem Preußenstadion.

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Hildmann zufrieden

„Für mich war das ein verdienter Sieg“, befand dann auch ein zufriedener Coach Sascha Hildmann. Nicht nur, weil der SCP aggressiv über fast 90 Minuten agierte, sondern weil die Hausherren alle schwierigen Klippen umschifften. Bissig waren die Adlerträger und gleichermaßen geduldig. Denn die Vorteile vor der Pause, die noch keinen wirklichen Ertrag brachten, wurden dann auch noch vom „Neuen“ nach der Pause eingefahren.

Hoffmeier früh raus

Das war knapp, aber Marcel Hoffmeier kam noch einmal mit dem Schrecken davon. Münsters Innenverteidiger sah bereits nach 15 Minuten die Gelbe Karte, wenig später stand er vor einer Ampelkarte, als er ruppig im Mittelfeld zur Sache ging. Schiedsrichter Marco Goldmann – ein Lufthansa-Pilot, der in Telgte geboren wurde und in Warendorf als Referee gestartet ist – ließ Gnade vor Recht ergehen. SCP-Trainer Sascha Hildmann wechselte deshalb bereits nach 40 Minuten Roshon von Eijma ein, der seine Sache richtig gut machte. Der Niederländer bewarb sich gleich mal intensiv für den vorerst freien Platz in der Innenverteidigung. Für Hoffmeier war es die fünfte Verwarnung in dieser Saison, er fällt damit für das nächste Punktespiel in Bergisch Gladbach sowieso aus. Simon Scherder ist aktuell der einzige Preußen-Spieler, der mit vier Verwarnungen dicht vor einer Partie Pause bei der nächsten Gelbe Karte stehen.

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52 Minuten waren gespielt, als Okan Erdogan sich als Brandstifter zur Führung entpuppte, er gewann den Ball, behauptete diesen und setzte dann noch clever Julian Schauerte in Szene. Münsters Kapitän wiederum flankte präzise in den Strafraum, wo er Gerrit Wegkamp als Abnehmer fand. „Wenn ich was kann, dann das“, sagte der Torschütze zum 1:0. Er fand genau das Timing bei seinem Kopfball und nickte ein. Wie schon beim Testspielsieg gegen Schalke 04 II (3:2) traf der 27-Jähriger, der gerade erst vom FSV Zwickau den Weg nach Münster gefunden hatte. Ein Traumeinstand. Tatsächlich unterstrich er das, was alle von ihm erwarten, dass er ein Unterschiedsspieler ist. Schon zuvor hatte er das Pressing in vorderster Reihe organisiert, mehrfach gute Szenen gehabt. Wegkamp ist, Stand heute, ein Gewinn.

Aktivposten Remberg

Münsters Überlegenheit gegen jetzt offensivere Gäste wurde nach 76 Minuten belohnt, als Nicolai Remberg zunächst den Kopfball nach Freistoß von Jules Schwadorf verpasste, im Nachschuss aber das 2:0 markierte. Remberg war der Aktivposten im Mittelfeld.

Comeback für Daube

Tatsächlich fehlten dem SC Preußen mit Alexander Langlitz und Joshua Holtby noch zwei gesetzte Leistungsträger. Beide sind verletzt. Dagegen meldete sich Dennis Daube im Mittelfeld nach über zwei Monaten Verletzungspause zurück. Der 31 Jahre alte Routinier zeigte dabei im 4-1-2-3-System des SCP eine ordentliche Leistung. Er selber bekannte, dass noch Luft nach oben ist. Nach 73 Minuten machte er Platz für Dominik Klann. „Es ging gut zur Sache, nach einer Stunde spürte ich etwas in der Wade“, sagte er später und wurde vorsichtshalber herausgenommen. Und, so Daube weiter: „Mir fehlt noch das Gefühl für die freien Räume.“ In Abwesenheit von Holtby war er aber für alle Standards beim SCP verantwortlich.

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Diese Position im Preußen-Gefüge, diese Gemengelage zwischen Zweikämpfen, Defensivarbeit und offensiven Vorstößen seien genau seine Sache, sagte er später. Aber der Torschütze zum Endstand sagte auch: „Wir sollten unsere Chancenverwertung verbessern.“ Auch Wegkamp fand Kritikpunkte: „Über die letzte Viertelstunde müssen wird reden.“ Denn Rödinghausen kam noch einmal auf, Münster ging auch etwas die Luft aus, das war nicht ungefährlich – trotz der 2:0-Führung.

Bann gebrochen

Egal, der erste Schritt zu einer besseren zweiten Serie ist getan. Münster tut dieser 2:0-Erfolg auch deshalb gut, weil es bislang gegen Rödinghausen in vier Pflichtspielen nie gewinnen konnte, der SVR, eine Art „Angstgegner“. Drei schmerzhafte Niederlagen im Westfalenpokal seit 2017 standen zu Buche, dann das 1:1 aus dem Hinspiel. So gesehen ist auch das ein Fortschritt, ein guter Start ins neue Jahr. Dieser Bann ist gebrochen. Am Samstag geht es bei Abstiegskandidat SV Bergisch-Gladbach weiter, in Hildmanns Welt ist da ein Sieg das einzig lohnenswerte Ziel.

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