Volleyball: Bundesliga Frauen
Zum 60. gibt es gegen Dresden keine Punkte für den USC

Münster -

Dem USC Münster ist es einen Tag nach seinem 60. Geburtstag nicht geglückt, weitere Punkte zu holen. Gegen den Tabellenzweiten Dresdner SC unterlagen die Unabhängigen am leeren Berg Fidel mit 0:3 und kassierten damit die sechste Niederlage ohne Satzgewinn. Dennoch sah USC-Coach Ralph Bergmann „mehr positive als negative Dinge“.

Sonntag, 17.01.2021, 16:11 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 11:26 Uhr
Nele Barber kam gegen Dresden selten durch.
Nele Barber kam gegen Dresden selten durch. Foto: Jürgen Peperhowe

Zwei große Glückwunschplakate auf der Tribüne, dazu dezente Luftballons mit der Sechs und der Null sowie je eine Torte für beide Mannschaften. Der 60. Geburtstag des USC Münster fiel in Zeiten der Corona-Pandemie eher bescheiden aus – fast passend zur sportlichen Situation der Unabhängigen, die im 13. Saisonspiel ihre zehnte Niederlage kassierten. Denn der Dresdner SC als einzig geladener Gast erwies sich als wenig generös und spendabel, trat bei seinem 3:0 (25:22, 25:22, 25:17) eher wie ein Partycrasher auf.

Nun gut, eine große Sause hatte angesichts der Umstände auch keiner erwartet. Vielmehr ging es für den USC um einen besseren Auftritt als zuletzt beim dürftigen und in weiten Teilen beängstigenden Auftritt in Vilsbiburg, wo das Team von Trainer Ralph Bergmann gerade im Bereich Auftreten und Körpersprache viele Defizite hatte. Die daraus resultierenden Gespräche unter der Woche zeigten aber offenbar Wirkung, Münster trat deutlich positiver und offensiver auf als zuletzt – und trotzte auch einer personellen Umstellung. Anika Brinkmann kehrte nach ihrer Fersenverletzung zwar zurück ins Team, vermochte aber noch nicht zu springen. So übernahm sie die Libera-Rolle von Linda Bock, die ihrerseits in den Außen-Angriff wechselte.

Eine ungewohnte Situation, an die sich der Gastgeber erst einmal gewöhnen musste. Bis zum 2:6 segelten gleich drei Asse ins münsterische Feld, es bahnte sich Böses an in der Anfangsphase. „Wir hatten einen schlechten Start, haben es dann aber gut gemacht“, sagte Bergmann, der seine Schützlinge nach dem Fehlstart und einer kurzen Orientierungsphase in Abschnitt eins fortan auf Augenhöhe mit dem Tabellenzweiten sah. Beim 18:17 und 20:19 schnupperte der USC gar am Satzgewinn, ehe der Favorit aus Sachsen aber die Dinge mal so eben wieder geraderückte.

Helo Lacerda mit starker Leistung

Ähnliches Bild im zweiten Durchgang, den Münster unverdrossen anging. Kämpferisch stimmte es weiter, auch die spielerischen Ansätze passten durchaus. Bock erledigte ihre ungewohnte Aufgabe im Angriff sehr ansprechend, Helo Lacerda zeigte ihre bisher beste Leistung im USC-Dress – die Brasilianerin war mit 13 Zählern Topscorerin – und auch der Block verrichtete seine Arbeit, kam wie Dresden auf acht Punkte. So hielten die Geburtstagskinder das Geschehen bis zur Satzmitte abermals offen (11:11, 13:14, 17:18), erst spät setzte sich der Gast ab (24:20) und verwandelte durch Nationalspielerin Jennifer Janiska den dritten Satzball. „Man darf halt nicht vergessen, dass Dresden viel Qualität hat“, meinte Bergmann, der danach noch einen weiteren guten halben Satz sah. Doch als Maja Storck mit drei starken Aufschlägen für die 15:11-Führung des DSC gesorgt hatte, war die Entscheidung gefallen.

Bergmann: „Mehr positive als negative Dinge“

Münsters Gegenwehr war gebrochen, die Party war frühzeitig beendet. „Zum Ende haben sich bei uns wieder einige Fehler eingeschlichen. Aber ich habe insgesamt mehr positive als negative Dinge gesehen. Ich wünsche mir, dass diese Leistung der erste Entwicklungsschritt ist“, sagte der 50-Jährige mit der Hoffnung auf eine Steigerung im Endspurt der Saison. „Sonst wäre es für die Katz’.“ Die nächste Aufgabe allerdings wird wohl noch eine Nummer schwerer als die vom Samstagabend, am Donnerstag geht es zum Allianz MTV Stuttgart. Und der ist seines Zeichens immerhin Spitzenreiter.

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