Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets fremdeln in der Fremde

Münster -

Obwohl zurzeit keine Zuschauer zugelassen sind, ist der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsbilanz für die WWU Baskets Münster in dieser Saison eklatant. Nur zwei von sieben Partien gewann das Team, während zu Hause jedes Spiel gewonnen wurde. Woran liegt das?

Montag, 18.01.2021, 11:56 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 15:54 Uhr
F
F Foto: Jürgen Peperhowe

Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei den WWU Baskets Münster auswärts in dieser Saison noch auseinander. Nur zwei von sieben Gastspielen beendeten die Jungs von Trainer Philipp Kappenstein erfolgreich – beim Tabellenvorletzten SC Rist Wedel und bei Schlusslicht ETV Hamburg. Der Pro-B-Ligist fremdelt in der Fremde, eindeutig. Das Schlimme dabei: Die eigentlich sattelfeste Defensive, die der Coach gerne als beste Verteidigung der dritthöchsten Klasse sehen würde, schwächelt auswärts und kassierte dreimal fast 100 Punkte – am Samstag bei den RheinStars Köln (86:97), davor in Schwelm (86:94) und in Itzehoe (85:97).

„Auswärts“, sagt Kappenstein ohne Umschweife, „bekommen wir es einfach nicht auf die Platte. Dreimal bei Top-Teams so viele Punkte zu kassieren, ist unterirdisch.“ Dabei spricht der Coach schonungslos die Defizite seiner Truppe an, die in der Halle am Berg Fidel ungeschlagen ist und gegen eben jene Spitzenmannschaften wie Köln, Itzehoe oder Schwelm Top-Leistungen abrief. Dieser frappierende Unterschied – mit der 2:5-Bilanz haben die Baskets die schlechteste der ersten sechs – kostet nicht nur Punkte und Nerven, sie verhindert auch, dass sich Münster hinter Spitzenreiter Bochum vom Verfolgerfeld absetzen kann. „Wir müssen verstehen, dass wir auch auswärts nur mit Härte, Physis und gutem Rebounding bestehen können. Uns auf einen Shoot-Out mit dem Gegner einzulassen, reicht nicht. Da müssen wir ganz stark an unserem Mindset, an unserer Kommunikation arbeiten und müssen erwachsen werden. Das ist auch eine Kopfsache“, erklärt der Coach.

Fehler unter den Körben

Am Rhein erwischte Münster zwar einen guten Start, leistete sich dann aber gegen zuvor schwächelnde Kölner zu viele Fehler – unter beiden Körben. Als ­„rabenschwarzen Tag“ bezeichnete Kappenstein die „defensiv ganz schwache Vorstellung“, bei der Münster 13 Offensivrebounds des Gegners zuließ, aber auch 22 Turnover sammelte. „Das war ein kompletter Aussetzer. Die Jungs, die uns in den vergangenen Wochen und während unserer Serie mit fünf Siegen auf hohem Level getragen haben, standen in Köln neben den Schuhen. Das Spiel ist nicht schön zu reden, das tat weh. Wir müssen auswärts definitiv besser werden“, diktiert der Gym­nasiallehrer seinen Schützlingen ins Heft. Denn allein auf die Heimstärke mit der makellosen Bilanz von sechs Siegen zu vertrauen, ist gefährlich – und reicht auch nicht für den für die Playoffs so günstigen Platz zwei.

Erst mal zwei Heimspiele

So ärgert es Kappenstein auch „fürchterlich“, dass es bis zum nächsten Auftritt „on the road“ bis zum 6. Februar (in Düsseldorf) dauert. Zunächst aber stehen die Heimpartien gegen Wedel am Sonntag (16 Uhr) sowie genau eine Woche später gegen Lok Bernau an, die beide bislang auswärts noch massiv schwächeln und sieglos (je 0:6) sind. Es ist die Chance, eine neue Serie zu starten, die dann – diesmal auf der anderen Rheinseite – halten soll. Dafür aber muss die Wirklichkeit an den Anspruch heranrücken.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7771920?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker