Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Günther führt WWU Baskets gegen Rist Wedel ins Ziel

Münster -

Die große Aufregung in der Schlussphase hätten sich die WWU Baskets Münster gern erspart. Trotzdem brachten sie die Punkte ins Ziel. Beim 88:83 gegen den SC Rist Wedel hielt also die Heimserie nach einem sehr unterschiedlichen Spielverlauf.

Montag, 25.01.2021, 09:42 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 09:47 Uhr
Starke Vorstellung: Adam Touray (links) zeigte eine seiner besten Leistungen im Dress der Baskets
Starke Vorstellung: Adam Touray (links) zeigte eine seiner besten Leistungen im Dress der Baskets Foto: Jürgen Peperhowe

Schwere Kost in Berg Fidel, aber kein verdorbener Magen: Mit dem 88:83 (47:41)-Erfolg über den unbeugsamen SC Rist Wedel bauten die WWU Baskets Münster in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B ihren Heimnimbus auf sieben Siege in sieben Versuchen aus. Diese glänzende Marke legt den Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit voller Einschränkungen, die erst in der Verlängerung ihren Höhepunkt finden soll.

Mit der Maßgabe, die zuletzt in Köln gezeigten (Abwehr-)Defizite vergessen zu machen, legten die Münsteraner los und führten mit 12:8 nach Jasper Günthers Dreier. Außer ihm, dem oft per Tipp-In erfolgreichen Adam Touray und Malco4lm Delpeche sollte aber niemand treffen in den ersten zehn Minuten. Die auf die energische Pressverteidigung ausgelegten laufstarken Gäste konterten klaglos und erschwerten den Baskets-Spielvortrag erheblich. Wedel traf hochprozentig, Münster agierte zunehmend hektisch und fahrig vorne. Zehn Turnover im ersten Durchgang kosteten richtig.

Coffin besorgt Führung

„Da waren wir ohne Zugriff und nicht hart genug“, sagte Trainer Philipp Kappenstein später, der wieder einmal oft eingreifen musste. Nach dem 19:28 aber trotzte der Kader auch dem Wurfpech und führte durch Marck Coffins Dreier erstmals wieder (33:30). Zwölf Freiwurfpunkte hievten die Baskets auch nach oben – sechs Spieler trafen, die zuvor gar nicht in Erscheinung getreten waren. Wedels vielseitiger US-Guard Tucker Haymond hatte auch seine Punkte, aber vollends und durchgehend zur Entfaltung kam er nicht. Auch blieb der zweite spielerische Faktor, Osaro Jürgen Rich Igbinewka, für die Baskets aushaltbar effektiv. Aus der Distanz kam er gar nicht zu Geltung.

Wir hatten kleine Vorteile unter den Körben.

Philipp Kappenstein

Die höchste Führung (55:43) sorgte nicht wirklich für Ruhe und Sicherheit, aber das dritte Viertel (20:17) blieb insgesamt in münsterischen Händen. „Wir hatten kleine Vorteile unter den Körben“, bilanzierte Kappenstein, der konstatieren musste, dass dieses Duell ein haariges blieb. „Das war fast zu befürchten. Später fragt keiner mehr danach, ob wir den besten Sieg aller Zeiten geholt haben...“ Coffin (Wadenblessur) blieb nach der Halbzeit außen vor. Damit fehlte ein kluger Ballverteiler spürbar. Günther wurde wie Oliver Pahnke extrem zugesetzt, da mangelte es wiederholt an der Hilfe der Kollegen. Die Teams trieben ihr Duell auf die Spitze in der entscheidenden Phase: Das 79:72 durch Delpeche zwei Minuten vor Schluss läutete nur den Schlagabtausch ein.

Drei Fragen an Adam Touray

Zum zweiten Mal stand der Rückkehrer in der Startformation der Baskets – und Adam Touray (26) avancierte zum Faktor.

Was machte diesen Erfolg so schwierig?
Touray: Wir wussten, dass Wedel diese Pressverteidigung gut spielen kann. Dagegen kann es eben Probleme geben. Auch körperlich hat der Gegner etwas geboten – aber wir haben zum Beispiel Tucker Haymond ganz gut kontrolliert. Der macht schon mal 30 Punkte. Ich habe das ja als Mitspieler auf Schalker schon erleben dürfen...

Sie hatten wichtige Szenen. Stimmt die Form?
Touray: Inzwischen ja. Ich hatte einen schweren Sommer, dann Konditionsprobleme, die Verletzung auch noch. Der Rhythmus fehlte spürbar. Ich fühle mich gut jetzt.

Schauen Sie nun zuversichtlich in Richtung Playoffs?
Touray: Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wer weiß heute schon, ob die Playoffs gespielt werden.

...

Wedel verkürzte (80:82), nun nahm der über 31 Minuten und damit am längsten geforderte Günther den Ball in die Hand und die Verantwortung auf seine Schultern. Ein Solo nach dem anderen mutete er sich zu und blieb cool genug, aus dem Dribbling heraus oder per Freiwurf zu treffen. Ein echter Typ.

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