Fußball: Regionalliga West
Kurzarbeit der Mitarbeiter und Gehaltsverzicht der Preußen-Profis

Münster -

Der SC Preußen schickt seine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zugleich haben die Profis des Regionalligisten einem Gehaltsverzicht zugestimmt. Hintergrund der Maßnahme ist natürlich das Ausbleiben von Zuschauereinnahmen in dieser Saison.

Dienstag, 26.01.2021, 16:39 Uhr aktualisiert: 26.01.2021, 18:56 Uhr
Letztmals Zuschauer: im Heimspiel gegen Wiedenbrück
Letztmals Zuschauer: im Heimspiel gegen Wiedenbrück

Das sind keine leichten Zeiten für die Menschen, auch nicht für Berufssportler. Der SC Preußen Münster weiß davon zu berichten. Das Geld ist knapp, es gibt keine Zuschauer, irgendwie muss man über die Runden kommen. Der Regionalligist muss deshalb sein Personal in der Geschäftsstelle nun in Kurzarbeit schicken. Aber auch die Mannschaft beteiligt sich an den Sparmaßnahmen. Wie der Verein mitteilte, verzichten die Spieler auf einen Großteil ihrer ausgehandelten Prämien.

„Unser oberstes Ziel muss sein, die Arbeitsplätze für unsere Angestellten auch langfristig zu erhalten. Dafür benötigen wir weiterhin finanzielle Entlastungen in Form von Kurzarbeitergeld. Aktuell müssen wir möglichst viele Einsparpotenziale ausschöpfen“, sagt Preußen-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner. Es ist ein Spagat, den der Club ausüben muss. Zum einen kann die Mannschaft nicht in Kurzarbeit geschickt werden, zum anderen wollen die Spieler auch ein Zeichen setzen.

In den Gesprächen mit Sportchef Peter Niemeyer zeigten Spieler wie Trainer große Bereitschaft zur Mithilfe. Unter dem Strich verzichten sie vorerst auf große Teile aus dem Geldtopf. Hierbei handelt es sich in der Regel um Sieg- und Punktprämien, um Leistungs- wie auch Auflaufentlohnung. Nicht selten ist das ein wichtiger Bestandteil des Gesamtgehalts. Bemerkenswert war zudem, dass die Jugendtrainer von sich aus auf den Verein zugingen und große Zugeständnisse finanzieller Art machten. Wie schon beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 war das eine große Geste der Nachwuchscoaches, die gut ankam.

1997 Besucher gegen Wiedenbrück

Preußen Münster würde in der Regionalliga im Normalfall stark von den Zuschauerzahlen leben. Mit rund 4000 Besuchern hatte der SCP vor dem Saisonstart kalkuliert. Letztmals durften am 21. Oktober Zuschauer ins Preußenstadion gelassen werden, 1997 kamen beim 2:1-Erfolg gegen den SC Wiedenbrück, die Kapazität war hier auf 2772 begrenzt.

Am Samstag wird das Heimspiel gegen den SV Straelen schon die achte Partie ohne einen einzigen zahlenden Besucher sein. Blickt man noch in die Drittliga-Saison 2019/20 zurück, dann war das Heimspiel am 2. März 2020 gegen Hansa Rostock (1:0) die letzte Begegnung, in der Zuschauer freien Zugang ins Preußenstadion hatten. 7227 Menschen kamen, danach folgten fünf „Geisterspiele“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Abstieg.

In der Regionalliga sahen insgesamt 4227 Menschen die Spiele der Preußen vor Ort. Elf Heimspiele bei einem Schnitt von 380 Gästen sind der Ertrag unter Pandemie-Bedingungen – das ist nicht mal ein Zehntel der Planungen. Bleibt es bis zum Saisonende im Mai beim kategorischen Zuschauerausschluss, und das ist nicht unwahrscheinlich, dann werden die Preußen mit einem Zuschauerschnitt von nicht einmal 200 aus dieser Spielzeit gehen. Statt geplanten rund 80 000 in 20 Heimspielen wäre das nur ein Bruchteil. Schwere Zeiten für den SCP.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7785200?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker