Handball: Landesliga
Sparta-Handballer schaffen Klassenerhalt ohne einen Wurf

Münster -

Sparta Münster muss sich in Geduld üben. Nach der ersehnten Rückkehr in die Landesliga warten die Männer weiterhin auf ihren ersten Auftritt auf neuem Terrain. Und dennoch beschert dem Aufsteiger der Saisonabbruch so etwas wie einen Erfolg.

Donnerstag, 28.01.2021, 17:09 Uhr aktualisiert: 28.01.2021, 22:18 Uhr
Müssen sich wohl noch eine Weile gedulden: Die Spieler von Sparta Münster bis zu ihrem ersten Landesligaspiel..
Müssen sich wohl noch eine Weile gedulden: Die Spieler von Sparta Münster bis zu ihrem ersten Landesligaspiel.. Foto: Sparta Münster

Sparta Münster ist in die Handball-Landesliga zurückgekehrt. Beinahe unbemerkt, ganz sicher noch ohne Spiel. Nicht einmal ein Freundschaftsspiel war zu Beginn der Spielzeit 2020/21 möglich. Nach einem tragischen Unfall im Spielerkreis während der Vorbereitungsphase bat der Aufsteiger darum, die ersten beiden Meisterschaftspartien erst nach den Herbstferien anzupfeifen. Doch statt der Premiere in Kattenvenne folgte nahtlos die zweite Pandemie-Pause. Nach der Annullierung der aktuellen Spielzeit bleibt der Liga-Rückkehrer ohne Begegnung, aber dennoch Landesligist. Denn aus dem Saisonabbruch resultieren keine Absteiger.

„So sieht es aus“, gesteht Christian Maaß, ehe der 38-Jährige aus nachvollzieh­baren Gründen ergänzt: „Wir hatten ohnehin schon einen Haken hinter die Saison gemacht“. Maaß ist eine Hälfte des Trainergespanns, das er im dritten Jahr mit Nils Overkamp bildet. Der 28 Jahre junge Overkamp betreut die Herren schon zwei Jahre länger. Dabei ist das Landesliga-Comeback, das Sparta als Tabellenfünfter der vermehrte Aufstieg nach der Bezirksliga-Saison 2019/20 bescherte, der größte Erfolg seit langer Zeit – und einigen Durststrecken.

Kreisläufer Liesegang ist der einzige „Gastspieler“

Auf das Aufstiegsteam setzt das Trainer-Duo auch, wenn es wieder losgeht. „Der Kader hat eine gute Stärke. Damit kann man arbeiten“, versichert Maaß. Daran wird sich auch für künftige Aufgaben nichts ändern. Während es in den Kadern der Konkurrenten hier und dort bröckelt, bleibt Sparta eine Einheit. Das 17-köpfige Aufgebot, das mit Ausnahme des aus Köln stammenden Kreisläufers Tom Liesegang ausschließlich aus Spartanern besteht, bleibt zusammen. Das heißt auch, dass sich das Team bis auf zwei Ausnahmen aus Studenten und Auszubildende zusammensetzt. Lediglich Valentin Böswald, der zuletzt verletzt fehlte und mit Julius Orwart sowie Felix Dewies das Torhüter-Trio bildet, sowie Coach Maaß stehen schon im vollständigen Berufs­leben.

Ein Schwerpunkt im Team bildet die erfolgreiche A-Jugend der Saison 2018/19. Die belegte unter Maaß in der Oberliga am Ende Rang zwei und verpasste knapp die Westfalenmeisterschaft. Anschließend rückte der Trainer in die erste Mannschaft auf. Michel Flockert, Friedrich Grüters, Tobias Hinteresch, Simon Davids und Torwart Orwart folgten ihm.

Die Mannschaft ist intakt

Trainer Christian Maaß

Dieser Block aus dem 2000er-Jahrgang bildet ebenso eine Basis wie der Zusammenhalt in den Reihen. „Die Mannschaft ist intakt, die Jungs kennen sich“, sagt der Trainer. Zoom- und Skype-Konferenzen sowie das eine oder andere Online-Event sorgen dafür, dass es so bleibt. Bis es wieder für die erste Übungseinheit in die Sporthalle an der Sen­truper Höhe geht, in die die Mannschaft nach dem Abstecher in die Hans- ­Böckler-Halle für Training und Spiel zurückgekehrt ist. Übrigens nicht die einzige Veränderung. Seit Jahresbeginn firmiert der Verein nur noch unter Sparta, verzichtet auf den Zusatz DJK.

Der Traum von der Aufstiegsrunde ist vermessen

Auf Vorgaben für die Mannschaft bis zum sport­lichen Re-Start verzichtet das Trainer-Gespann ebenso. „Die jüngsten Entscheidungen sind ja noch frisch. Erst einmal sehen, wann und wie es weitergeht“, sagt Maaß. Dabei ist der Bankkaufmann, gleichzeitig als Vor­sitzender der Technischen Kommission im Handballkreis Münsterland, gut informiert. Zunächst aber sieht er keinen Handlungsbedarf, will die anstehende Vereins-Abfrage des Verbandes abwarten. Die soll Aufschluss über das Interesse an frei­willigen Spielen und die Meldung für eine Aufstiegsrunde bringen. „Das aber wäre wohl vermessen“, ordnet Maaß Verbandsliga-Träume ein. Auch wenn der selbstverständliche Austausch mit den Spielern noch aussteht.

Bewegte Geschichte

Sechs Jahre nach dem Abstieg aus der Landesliga ist Sparta Münster wieder sechstklassig. Nach dem die Handballer die Liga 2013/14 verlassen mussten, gelang 2019/20 die ersehnte Rückkehr. Erst zwei Jahre zuvor war 2017/18 der Aufstieg in die Bezirksliga gelungen. Denn nach dem Landesliga-Abstieg rutschte das Team zwischenzeitlich sogar bis in die Kreisliga ab. Nichts erinnerte dabei an die guten alten Zeiten. Zur Saison 1996/97 löste Diethard von Boenigk Jörg Verhoeven als Coach des Verbandsliga-Teams ab und führte es gleich im ersten Amtsjahr in die Oberliga. Dort verpasste Sparta 1998/99 knapp den Titel und den Sprung in die Regionalliga. Nach der Spielzeit 2001/02 ging es als Tabellenletzter wieder zurück in die Verbandsliga. Nach zwei Jahren gelang für 2004/05 noch einmal das Oberliga-Comeback, doch am Saisonende stand der zweite Abstieg. -uni-

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Zunächst beschränkt sich der Wunsch allein wieder auf aktiven Handball. Daher versichert er auch: „Das erste Spiel wird mit Spannung erwartet.“ Es ist schließlich dann der verspätete und ersehnte Einstand in die neue Liga – und für Sparta die erste Partie als Landesligist überhaupt wieder. Wobei die „natürlich sportlich gehalten werden soll.“ Das wäre dann endgültig das perfekte Comeback.

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