Volleyball: Bundesliga Frauen
Im Aufwärtstrend ist beim USC Münster noch Luft nach oben

Münster -

Die Playoffs scheinen wieder in Reichweite für den USC Münster. Das 3:0 gegen den VfB Suhl war am Samstagabend eine der besten Saisonleistungen. Aber nicht nur Trainer Ralph Bergmann merkte an, dass es durchaus noch Steigerungspotenzial gibt.

Montag, 01.02.2021, 12:25 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 16:45 Uhr
Trauriger Zuschauer: Helo Lacerda, die wegen eines Achillessehnenriss pausieren muss, verfolgte das 3:0 von der Tribüne aus.
Trauriger Zuschauer: Helo Lacerda, die wegen eines Achillessehnenriss pausieren muss, verfolgte das 3:0 von der Tribüne aus. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war die Geste des Abends. Helo Lacerda, die traurig auf den verwaisten Rängen den 3:0-Erfolg des USC Münster gegen den VfB Suhl verfolgt hatte, humpelte auf ihren Krücken zum Tribünengeländer. Darunter hatten sich ihre Teamkolleginnen versammelt und feierten mit der Brasilianerin, die nach einem Achillessehnenriss für den Rest der Saison ausfällt, den vierten Sieg dieser bislang so mäßig verlaufenen USC-Spielzeit. Ein Lachen huschte über ihr Gesicht, auch sie ließ sich von der guten Laune anstecken.

Der Auftritt der Unabhängigen war der Stimmungsaufheller, Erleichterung machte sich in den Reihen der Münsteranerinnen breit. Überzeugend waren sie aufgetreten, knickten auch im dritten Satz nicht ein, als ihnen die Puste auszugehen schien und der diesmal schwache Tabellenvierte aus Thüringen etwas aufkam. Der USC zog bis zum Matchball durch. „Ich bin froh, dass die Mädels sich belohnt haben. Im Sport gehört dieses Selbstvertrauen dazu, man braucht den Glauben an sich. Das muss man sich erarbeiten, Erfolgserlebnisse helfen da“, sagte Trainer Ralph Bergmann mit der Stimme der Zufriedenheit.

Wertvolle Aufbauarbeit

Doch in Jubel, Trubel, Heiterkeit wollte der Coach, der in den vergangenen Wochen offenbar psychologisch wertvolle Aufbauarbeit verrichtet hat, nicht verfallen. Vielmehr drückte er auf die Euphoriebremse, mischte all dem Lob für den „stimmigen Auftritt“ und die „gute Leistung“ auch Kritik bei. „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, es war nur ein Sieg. Es gibt einige Dinge, die wir noch besser machen müssen. Zum Beispiel im Block, da haben wir noch Möglichkeiten“, sagte der 50-Jährige, der in seiner erfolgreichen Karriere mit 225 Länderspielen viel Erfahrung in der Mitte gesammelt hat.

So gab es auch kein Widerspruch aus den eigenen Reihen. Die am Samstag auftrumpfende Barbara Wezorke stimmte zu, sah wie beim Aufschlag auch in diesem Element „Platz nach oben“. Selbstkritik schadet nie. Doch überwog schon bei den beiden jüngsten Niederlagen „das Positive“ (Bergmann), war der Suhl-Sieg jetzt ein „weiterer Schritt in die richtige Richtung“. Die Formkurve zeigt nach oben, die Umstellungen – Linda Bock spielt weiter im Außenangriff, Erika Kildau dafür Libera,Liza Kastrup sowie Adeja Lambert übernehmen die Helo-Rolle auf der Diagonalen – passen.

Sonntag gegen Potsdam

Mehr Energie, mehr Esprit, mehr Präsenz legt Münster an den Tag, „an einigen Stellen fängt es an, rund zu werden“, so Bergmann. Sonntag gegen Potsdam gilt es, den Trend zu bestätigen. Damit auch Helo wieder einen Grund zum Lachen hat.

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