Fußball: Westfalenliga
Fislage setzt Engagement bei Westfalia Kinderhaus fort

Münster -

Noch im Dezember klang es so, als sei nichts zu retten. Nach dem Aus von Dieter Hanebuth als Sportlichem Leiter warf auch Mäzen Alfred Fislage die Brocken bei den Fußballern von Westfalia Kinderhaus hin. Die Sorge, dass alles in sich zusammenfällt, war berechtigt. Heute stellt sie sich nicht mehr. Fislage macht weiter.

Montag, 01.02.2021, 15:55 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 16:48 Uhr
Kehrtwende: Alfred Fislage setzt sein finanzielles Engagement in Kinderhaus nun doch fort.
Kehrtwende: Alfred Fislage setzt sein finanzielles Engagement in Kinderhaus nun doch fort. Foto: els

Diese Nachricht vom 8. Dezember hatte ziemliche Sprengkraft. Mit sehr deutlichen Worten kündigte Alfred Fislage damals die sofortige Einstellung seines beträchtlichen finanziellen Engagements bei den Fußballern von Westfalia Kinderhaus an. Auslöser war die Entlassung des Sportlichen Leiters Dieter Hanebuth seitens des Abteilungsvorstands. „Es war immer klar, dass es Dieter und mich nur im Paket geben würde“, polterte Fislage. Sieben Wochen später ist Ruhe eingekehrt in Münsters Norden. Alle warten auf die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs. „Wir sind bereit und werden unter Volldampf stehen.“ Sagt wer? Alfred Fislage – der Unternehmer ist dann doch an Bord des Westfalenligisten geblieben.

Bis zur Jahresmitte stand ich ja sowieso im Wort, und das hätte ich definitiv gehalten. Und dann bestand ja die große Gefahr, dass in Kinderhaus vieles einstürzt.

Alfred Fislage

Einstellung des Sponsorings, Abbau der Werbeflächen am Platz, Rückgabe aller Trikots mit Beflockung des Firmennamens – in der Zeit zwischen zweitem und drittem Advent hatte Fislage keine Lust „auf halbe Sachen“. Verbal formulierte er den kompletten Rückzug, getreu seiner Lebensphilosophie „ganz oder gar nicht“. Heute räumt er ein, dass ihn die spontane Verärgerung über den Umgang mit Hanebuth angetrieben habe. Die drastische Reaktion sei der „ersten Emotionalität“ geschuldet gewesen. „Als ich zur Ruhe gekommen bin und mir Zeit genommen habe, alles zu sortieren, hat sich die Sicht auf die Dinge verändert“, erklärt Fislage. In Gesprächen mit Hanebuth „und anderen Freunden“ sei er zu der Erkenntnis gekommen, sein Mäzenatentum fortzusetzen. „Bis zur Jahresmitte stand ich ja sowieso im Wort, und das hätte ich definitiv gehalten. Und dann bestand ja die große Gefahr, dass in Kinderhaus vieles einstürzt. Der ganze Einsatz in den vergangenen Jahren, die ganze Arbeit wäre weggewischt worden. Nein, das möchte ich nicht. Deshalb mache ich weiter. Mit Freude, Elan und in vollem Umfang.“

Zwei Neue aus Gievenbeck

Die ersten beiden Neuzugänge für Westfalia Kinderhaus bringt der künftige Co-Trainer mit. Felix Ritter und Nawid Zadeh gehören derzeit noch zum Kader der A-Junioren beim 1. FC Gievenbeck (Westfalenliga), wo ihr Coach Omid Assadollahi heißt. Der wird spätestens zur neuen Saison Assistent von Holger Möllers an der Hütte. Die beiden Talente spielten auch auch schon bei den Preußen-Junioren. Ritter ist als zentraler Offensivspieler auf der Zehn oder Acht vorgesehen. Zadeh, der schon einige Verletzungen zu verkraften hatte, ist im vorderen Bereich universell einsetzbar.

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Der Unternehmer (im Ruhestand) sprüht vor frischem Tatendrang und kann es kaum erwarten, bis endlich wieder Fußball gespielt wird. Vom neuen Trainergespann, Holger Möllers und Assistent Omid Assadollahi, hat er „einen ganz hervorragenden Eindruck“.

Vom lauten Streit innerhalb des Vereins sei definitiv nichts hängen geblieben. „Es ist alles in bester Ordnung. Der Vorstand hat mich immer fair behandelt“, stellt Fislage klar.

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