Fußball: 3. Liga
Ex-Preußen-Trainer Antwerpen und Dotchev sollen Traditionsclubs retten

Münster -

Marco Antwerpen wird neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern, Pavel Dotchev übernimmt den MSV Duisburg. Beide Ex-Trainer von Preußen Münster bleiben also im Drittliga-Geschäft. Was die anderen früheren Coaches aus dem vergangenen Jahrzehnt so machen, ist aber auch interessant.

Dienstag, 02.02.2021, 13:49 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 14:43 Uhr
Pavel Dotchev
Pavel Dotchev Foto: imago images/Eduard Bopp

Die jüngsten Nachrichten aus der 3. Liga wurden auch in Münster mit großem Interesse registriert. Fast zeitgleich erhielten nämlich zwei der erfolgreichsten Preußen-Coaches der jüngeren Vergangenheit den Auftrag, einen Traditionsclub vor dem Abstieg zu bewahren. Die Aufgaben könnten leichter sein für Marco Antwerpen, der den Tabellen-16. 1. FC Kaiserslautern retten soll, und Pavel Dotchev, der den 19. MSV Duisburg zurück in die Spur bringen muss. Beide haben 21 Punkte nach 22 Partien, beide beschäftigen nun schon den dritten Cheftrainer in dieser Spielzeit.

Was Rote Teufel und Ze­bras eint, ist der kontinuierliche Absturz in den vergangenen Jahren. Wer nur Fanpotenzial, Umfeld und frühere Erfolge betrachtet, würde beide eher in der Bundesliga verorten. Doch wirtschaftliches Missmanagement und nicht einkalkulierte Abstiege führten zum Ist-Zustand. Der Fall in die Regionalliga käme einer Katastrophe gleich. Daher musste in der Pfalz Jeff Saibene nach vier Monaten wieder gehen, Gino Lettieri erwischte es an der Ruhr sogar nach zweieinhalb.

Guter Ruf

In Münster besitzen die Ehemaligen noch einen guten Ruf. Alle erinnern sich an die eigentlich grandiose Saison 2012/13, die trotz 72 Punkten nicht zum Zweitliga-Aufstieg führte. Kurz darauf musste Dotchev nach schwachem Start der Folgespielzeit gehen. Antwerpen wiederum hauchte dem SCP 2017/18 auf einem Abstiegsplatz stehend neues Leben ein, führte das Team später sogar neun Monate danach bis auf Platz eins, ehe er nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Sportchef Malte Metzelder seinen Abschied für Sommer 2019 verkündete. Der Anfang vom Ende der Drittliga-Zeit für Preußen. Am Betzenberg wird sein Assistent nun nicht wie bisher Kurtulus Öztürk, sondern mit Frank Döpper ein anderer Ex-Münsteraner (2002/03).

Die Trainer des vergangenen Jahrzehnts

1/8
  • Marc Fascher (2010 bis 2012)

    Foto: Diverse
  • Pavel Dotchev (2012 bis 2013)

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  • Ralf Loose (2013 bis 2015)

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  • Horst Steffen (2015 bis 2016)

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  • Benno Möhlmann (2016 bis 2017)

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  • Marco Antwerpen (2017 bis 2019)

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  • Sven Hübscher (2019)

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  • Sascha Hildmann (seit 2020)

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Dotchev und Antwerpen sind also weiter gut im Geschäft, auch wenn sie ihren Wunsch nach einem langfristigen Zweitliga-Engagement nie verwirklichen konnten. Der Deutsch-Bulgare musste 2017 bei Erzgebirge Aue ein gutes halbes Jahr nach dem Aufstieg gehen. Später zog es ihn zu Hansa Rostock in die 3. Liga zurück, zuletzt wurde er in der Vorwoche von Viktoria Köln gefeuert. Dort bat der 55-Jährige um Vertragsauflösung. Antwerpen erhielt uim Juli trotz des Sprungs ins Unterhaus mit Eintracht Braunschweig keinen Vertrag und musste beim Missverständnis mit den Würzburger Kickers im September frühzeitig wieder gehen.

Steffen hofft noch auf Aufstieg

Was aber wurde aus den anderen Drittliga-Trainern der Preußen? Marc Fascher, Meistermacher aus der Regionalliga, arbeitete nach Stationen in Rostock, bei RW Essen, in Kuwait und bei den SF Lotte als Scout für Zweitligist SV Darmstadt 98, zuletzt hatte er eine Anstellung im Ausland in Aussicht. Dotchev-Nachfolger Ralf Loose, der von 2013 bis 2015 immerhin den besten Punkteschnitt in der 3. Liga aufwies, ist nach einer Episode mit Felix Magath in China seit 2018 beim FC Winterthur in der Schweiz angestellt. An der Hammer Straße übernahm Horst Steffen für ein knappes Jahr seinen Job. Dieser ist nach einer unglücklichen Liaison mit dem Chemnitzer FC seit 2018 für den Südwest-Regionalligisten SV Elversberg zuständig und dort als Vierter durchaus noch aufstiegswillig.

Routinier Benno Möhlmann trat nach seinem Aus in Münster 2017 keine Trainerstelle mehr an, ist aber als Berater und Scout weiter für Zweitligist SpVgg Greuther Fürth tätig. Und Sven Hübscher, der 2019 nach nur 16 Partien abgelöst wurde, hat jüngst die U 19 von Bayer Leverkusen übernommen.

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