Schwimmen: Landesleistungsstützpunkt
SGS fürchtet ohne Coburg-Überdachung um den aktuellen Status

Münster -

Die Ratsentscheidung, dass das Freibad Coburg keine Überdachung bekommt, trifft die SGS Münster schwer. Sogar der Status als Landesleistungsstützpunkt scheint unter diesen Gegebenheiten nicht mehr sicher. Und das ist nicht das einzige Problem.

Freitag, 26.02.2021, 14:20 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 16:13 Uhr
Wir müssen draußen bleiben: Die Überdachung der Coburg ist vom Tisch – zum Bedauern der SGS Münster, hier als Organisator der Stadtmeisterschaften.
Wir müssen draußen bleiben: Die Überdachung der Coburg ist vom Tisch – zum Bedauern der SGS Münster, hier als Organisator der Stadtmeisterschaften. Foto: fotoideen.com

Die Enttäuschung steht Markus Schnermann ins Gesicht geschrieben. Mit der Entscheidung, die ursprünglich im Stadt-Haushalt vorgesehenen zwei Millionen Euro für eine Überdachung des Coburg-Freibades zu streichen , hat die Mehrheitskoalition im Rat der Stadt aus SPD, Grünen und Volt im Sportausschuss erst mal Fakten geschaffen, die der Vorsitzende der SGS (Startgemeinschaft Schwimmen) am Donnerstag betroffen zur Kenntnis nahm.

Nicht nur, dass den ambitionierten Leistungsschwimmern zuvorderst die Per­spektive auf eine wichtige Trainingsmöglichkeit im Winter auf der 50-Meter-Bahn genommen wurde: Die SGS steht zurzeit in der entscheidenden Phase, in der in der Düsseldorfer Staatskanzlei über die Vergabe der Landesleistungsstützpunkte befunden wird. „Wir hatten in der Bewerbung natürlich auch mit dem Standort Coburg geworben“, sagt Schnermann und kritisiert den nun gefassten Beschluss. „Alle Vorschläge der Fachschaft Schwimmen und der SGS hinsichtlich weitergehender Konzepte zur CO2-Minimierung bei der Überdachung der Coburg wurden komplett ignoriert.“

Reputation in Gefahr

Schnermann sieht jetzt zumindest die Gefahr, dass der Landesleistungsstützpunkt in Münster – verbunden mit stattlicher Landesförderung und erheblicher Reputation – vor der Vergabe in Zweifel gezogen werden könnte. Und das umso mehr, da im Zuge der Spitzensportförderung die Anzahl der Landesstützpunkte ohnehin von derzeit zwölf auf sieben reduziert wird. „Im Bewerber-Ranking standen wir unter den Top vier. Wir sollten die Position nicht gefährden“, sagt Schnermann und setzt nun notgedrungen auf die (langfristige) Perspektive des von den Koalitionsparteien favorisierten Westbades. SPD, Grüne und Volt hatten die Klimaschädlichkeit einer Traglufthalle über dem Coburg-Freibad ins Feld geführt und sich deswegen gegen eine Überbauung entschieden. Eine erneute Prüfung hinsichtlich ökologischer Vertretbarkeit lehnt im Übrigen auch der Vorstand des Stadtsportbundes ab, wie dessen Vorsitzender Michael Schmitz gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Durch die Pandemie droht uns ein ganzer Jahrgang an Talenten wegzubrechen.

Markus Schnermann

Doch bei der Bewerbung um die Fortsetzung des Status als Landesleistungsstützpunktes geht es freilich nicht allein um die ganzjährig nutzbare 50-Meter-Bahn in der Coburg. Kooperationen der SGS mit der Uni und ihren sportwissenschaftlichen Instituten, der NRW-Sportschule Pascal-Gymnasium und dem Sportinternat schlagen zudem zu Buche. Es gehe auch um Perspektiven für den (Leistungssport-)Nachwuchs. „Durch die Pandemie droht uns ein ganzer Jahrgang an Talenten wegzubrechen“, betont Schnermann. Dass sich die Top-Athleten verstärkt nach besseren Trainingsmöglichkeiten in anderen großen Vereinen umsehen – mit den Problemen hat die Startgemeinschaft Schwimmen ja schon seit geraumer Zeit zu tun. In der Summe seien das Aspekte, die dem Engagement der SGS nicht unbedingt in die Karten spielten, betont Schnermann.

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