Reiten: Turnierserie in Wellington
Für Michael Klimke ist der Erfolg in Florida derzeit nur Nebensache

Münster -

Die Rahmenbedingungen stimmen ebenso wie die sportlichen Ergebnisse, für Michael Klimke war in Wellington/Florida eigentlich alles gut. Eigentlich, denn auch auf der anderen Seite des Atlantiks sorgt der Ausbruch des Herpes-Virus EHV-1 für große Sorgen, die auch den Münsteraner beschäftigen – nicht nur mit Blick auf seinen Heimatverein RV St. Georg am Aasee.

Donnerstag, 04.03.2021, 17:41 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 11:02 Uhr
Michael Klimke
Michael Klimke Foto: privat

Es könnte alles so schön sein beim Global Dressage Festival in Wellington. Das Wetter bietet bei Temperaturen im hohen 20-Grad-Bereich beste Bedingungen für sportliche gute Leistungen, die Michael Klimke im Sattel seiner Pferde auch zeigt. Doch der Konjunktiv verrät schon: Die relative Unbeschwertheit, so wie sie ein Corona-Alltag eben zulässt, ist vorbei. Die erschreckenden Nachrichten, die über den Atlantik aus Europa nach Florida schwappen, trüben das Turniergeschehen seit Anfang der Woche. Die Ausbreitung des Herpes-Virus EHV-1 sorgt auch im Sunshine State für Nachdenklichkeit, Betroffenheit und Bestürzung.

„So positiv hier alles ist, umso erschreckender sind die Nachrichten, die uns erreichen“, sagt Michael Klimke, der als Vorsitzender des RV St. Georg Münster in ständigem Kontakt mit seinem Verein steht. Wie so viele andere Ställe ist auch die Anlage am Aasee geschlossen. Fremde Pferde bleiben außen vor, die heimischen Einstaller sollen der FN-Empfehlung folgen und die Anlage vorerst nicht verlassen. „Erst hat uns und allen Vereinen Corona zugesetzt, nun kommt das Herpes-Virus“, sagt Klimke. „Der Sport gerät da wieder schnell zur Nebensache.“

Gute Ergebnisse mit Domino

Dabei lief es für ihn in Wellington, wo er bereits seit Anfang Januar und – so der Plan – noch bis April weilt, mehr als zufriedenstellend und „sehr gut“ (Klimke). Nachdem Diabolo seinen ersten nationalen Grand Prix gewonnen hatte, gab es nun im Sattel von Domino einen zweiten Platz im St. Georges (70,765 Prozent) hinter Frederic Wandres mit Harrods (74,382 Prozent) sowie dritte Ränge im Intermediaire I und in der Inter-I-Kür. Zudem wurde der Münsteraner mit seinem Wallach Bocca die Bacco Vierter in dessen erstem Prix St. Georges des CDI*. „Ich habe gute Pferde dabei, es passt bislang“, sagt Klimke mit Blick auf die anstehenden Derby-Woche und den später folgenden Nationenpreis, den er mit Wandres und Christoph Koschel bestreiten wird.

Erster Fall in Ocala aufgetreten

Wenn, ja wenn das Herpes-Virus nicht doch noch Florida und das Gelände in Wellington, wo auch für Springreiter eine Turnierserie läuft, erreicht. „Man muss davon fast ausgehen, dass es zu uns herüberschwappt. Zumal leider noch Springpferde aus Europa herübergeflogen werden. Das ist unbegreiflich“, meint Klimke. In Ocala, knapp vier Autostunden von Wellington entfernt, wurde am Donnerstag ein EHV-1 positives Pferd gemeldet.

Die Sorgen, so viel ist klar, begleiten ihn und seine Reiterkollegen nun täglich in Wellington – daran kann auch die Sonne Floridas nichts ändern.

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