Tischtennis: Keine Rückführung von Spielbeiträgen
Enttäuschung an der Basis über Vorgehen des Verbandes

Münster -

Die Entscheidung des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes trotz früh in der Saison unter- und später komplett abgebrochener Saison den vollen Spielbeitrag zu erheben, kommt bei vielen Clubs nicht gut an. Michael Schmitz, Vorsitzender von Borussia Münster, kritisiert vor allem Mängel in Kommunikation und Transparenz.

Montag, 15.03.2021, 17:38 Uhr aktualisiert: 16.03.2021, 15:20 Uhr
Im Westdeutschen Tischtennis-Verband wurden in der abgebrochenen Saison nur etwa 25 Prozent aller Spiele ausgetragen. Geld gibt es für die Clubs dennoch nicht zurück.
Im Westdeutschen Tischtennis-Verband wurden in der abgebrochenen Saison nur etwa 25 Prozent aller Spiele ausgetragen. Geld gibt es für die Clubs dennoch nicht zurück. Foto: Imago/Joaquim Ferreira

Unlängst hat der Handball-Verband Westfalen entschieden, seinen Mitgliedsvereinen einen Teil der Spielbeiträge zu erstatten. 25 Prozent der ursprünglichen Summe fließt zu den Clubs zurück. Das ist manchen genug, anderen zu wenig – angesichts einer sehr früh unter- und später abgebrochenen Saison. Sei’s drum: Beim Blick über den Zaun hinüber zu den Tischtennisspielern sind die Handballer noch gut bedient. Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat entschieden, das Geld komplett dort zu lassen, wo es liegt: Auf den Konten des Verbandes. Eine Rückführung – in welcher Höhe auch immer – ist nicht vorgesehen. Was Michael Schmitz, 1. Vorsitzender von Borussia Münster, ziemlich ärgert.

Als den Borussen die Jahresrechnung des WTTV zugestellt wurde, sah Schmitz sich bewogen, die Angelegenheit nicht kommentarlos zu lassen. In einem offenen Brief an den WTTV brachte er seine „massive Enttäuschung“ zum Ausdruck und stellte die Rechtfertigung der vollen Gebührenerhebung angesichts eines kaum stattgefundenen Spielbetriebs infrage. Nicht einmal auf Härtefälle durch Rückzüge aus Gründen des Gesundheitsschutzes habe der Verband reagiert. „Wir mussten zwei Mannschaften zurückziehen, in denen Spieler aus Hochrisikogruppen gemeldet oder aufgrund von Tätigkeiten im Gesundheitswesen und in Schulleitungen nicht abkömmlich waren“, erklärt Schmitz. Der WTTV behielt trotzdem die volle Gebühr (knapp 180 Euro pro Mannschaft) und zog dazu eine Strafzahlung (wenn auch halbiert) ein. Zum Verdruss von Schmitz: „Die Verbandsgebühren in diesem besonderen Jahr unverändert an die Vereine durchzureichen, besondere Fälle unberücksichtigt zu lassen und die Rechnungsstellung als rein bürokratischen Akt zu erledigen – das hätte ich so nicht erwartet.“

In einer postwendenden Stellungnahme verteidigte der WTTV sein Vorgehen. Geschäftsführer Michael Keil verwies darauf, dass durch die Zahlung der Mitgliedsbeiträge das Eigenleben des Verbandes in finanzieller Form überhaupt erst möglich wäre. Dazu die Rückzahlung nicht mit der Satzung des Verbandes vereinbar sei und sogar die Gemeinnützigkeit gefährde. Und ein für die Vereine spürbarer Betrag ohnehin die Möglichkeiten des Verbandes übersteigen würden. An letzter Stelle gab es dann noch den Hinweis auf bevorstehende Veranstaltungen „mit nicht unerheb­lichen finanziellen Mehrbelastungen“ – beispielsweise die für den August geplante 90-Jahr-Feier des WTTV.

Michael Schmitz hat sich für die Antwort aus Duisburg bedankt. Für die Zukunft wünscht er sich eine bessere Kommunikation zwischen Organisation und Basis. „Die Vereine fühlen sich, so ist es bei mir massenhaft angekommen, nur verwaltet und nicht mitgenommen“, sagt er.

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