Volleyball: 2. und 3. Liga
Quartett des TSC Gievenbeck spielt auf Zeit im Unterhaus

Diese Kooperation ist Gold wert. Vier ambitionierte Volleyballer vom TSC Gievenbeck trainieren seit Ende Januar ganz offiziell beim FC Schüttorf 09. Der Zweitligist fällt unter das Profi-Statut, darf weiter das volle Programm absolvieren. Das macht vieles leichter.

Dienstag, 16.03.2021, 17:52 Uhr
Talentierter Zuspieler: Moritz Lembeck vom TSC Gievenbeck sammelt aktuell beim Zweitligisten Schüttorf wertvolle Erfahrungen.
Talentierter Zuspieler: Moritz Lembeck vom TSC Gievenbeck sammelt aktuell beim Zweitligisten Schüttorf wertvolle Erfahrungen.

MünsterKein Training, keine Wettkämpfe – der Amateursport liegt brach. Vier ambitionierte Volleyballer vom TSC Gievenbeck haben eine Lösung gefunden, sich auch im allgemeinen Stillstand bewegen zu können und dürfen. Ende Januar sind Moritz Lembeck, Luca Brirup, Tim Wahl und Aaron Zumdick ganz offiziell vom münsterischen Drittligisten zum FC Schüttorf 09 gewechselt. Der Zweitligist fällt unter das Profi-Statut und fährt weiter das volle Programm. Den Anstoß zum ungewöhnlichen Transfer gab Schüttorfs Coach Axel Büring, der in den Jahren zuvor die Männer aus Gievenbeck trainierte.

Seit Februar zählt das Quartett aus Münster zur Trainingsgruppe der Niedersachsen. Zuletzt sammelte es auch erste Erfahrungen im Bundesliga-Unterhaus. „Sie haben noch nicht das Niveau unserer gestandenen Kräfte. Aber sie sind in der Lage, Entlastung zu bringen“, sagt Büring.

Der 53-Jährige ist froh, „die jungen Leute bei uns zuhaben“. Er spricht von einer „Win-win-win-Situation“ und erklärt: „Für die Spieler ist es gut, jetzt nicht tatenlos zu sein und sich weiterentwickeln zu können. Für den TSC ist es gut, dass seine Jungs wertvolle Erfahrungen sammeln. Und für uns ist es gut, dass der knappe Kader an Breite ­zugenommen hat. Dieser Deal hilft doch allen.“

Nun, ein bisschen riskant war der Vierfach-Wechsel schon. Als die Pässe von Lembeck, Brirup, Wahl und Zumdick fristgerecht zu den 09ern wechselten, hatte der Deutsche Volleyball-Verband den Spielbetrieb in der 3. Liga noch nicht abgesagt. „Wir – und damit meine ich alle Beteiligten – haben darauf gesetzt, dass dies passieren würde. Am Ende ist es ja auch so gekommen“, so Büring. Im anderen Fall hätte Gievenbeck ein „echtes Problem“ (Trainer Michael Spratte) gehabt – ein zeitiges Zurück der Spieler wäre jedenfalls nicht möglich gewesen.

Erst nach der Saison wird sich die kleine Kohorte auf den Rückweg machen. „Der TSC liegt mir am Herzen, da wird es keinen Abwerbungsversuch geben. Das ist auch so vereinbart“, versichert Büring. Moritz Lembeck bestätigt dies. Der 19-Jährige ist froh über die Möglichkeit, die sich in Schüttorf ergeben hat: „Das ist super für uns, aber natürlich kehren wir zum TSC zurück.“

Ausdrücklich nicht aus­geschlossen ist in der Ko­operationsvereinbarung der Wechsel eines TSC-Spielers zu einem späteren Zeitpunkt. Büring weicht da aus und meint: „Ich trainiere die Jungs ja schon ein wenig länger und sehe durchaus Zweitliga-Potenzial. Vielleicht spielen Schüttorf und Gievenbeck ja irgendwann gegeneinander. Das wäre doch auch sehr reizvoll.“

Student Lembeck mag dies nicht ausschließen. „Unsere Mannschaft ist sehr jung und ehrgeizig. Wenn wir zusammenbleiben, führt unser Weg vielleicht wirklich irgendwann in die Zweite Bundesliga.

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