Ski alpin: Deutsche Meisterschaften
Roman Frost macht beim Comeback sogar der Einfädler Spaß

Münster -

Fast ein Jahr lang war Roman Frost zur Untätigkeit verdammt. Das lag weniger an Corona, sondern eher an einer unangenehmen Verletzung. Seit dem vergangenen Wochenende steht der Münsteraner jedoch wieder auf Skiern. Sein erstes Rennen hat ihm richtig Mut gemacht.

Dienstag, 30.03.2021, 19:01 Uhr aktualisiert: 30.03.2021, 19:10 Uhr
Was für ein Gefühl: Mit der Nummer 19 ging Roman Frost am Sonntag in den DM-Slalom, der für den gebürtigen Münsteraner nach einer langen Verletzungspause das erste Rennen war.
Was für ein Gefühl: Mit der Nummer 19 ging Roman Frost am Sonntag in den DM-Slalom, der für den gebürtigen Münsteraner nach einer langen Verletzungspause das erste Rennen war. Foto: Imago/Christian Einecke

Rückblick: März 2020. Reichlich gefrustet war Roman Frost gerade von der Jugend-WM in Norwegen zurückgekommen. Nein, es waren nicht etwa schlechte Ergebnisse, die dem in Münster geborenen Skirennfahrer die Laune verdorben hatten. Es war der coronabedingte Abbruch der Titelkämpfe – direkt vor seinen Spezialdisziplinen Riesenslalom und Slalom, in denen er ein Ergebnis unter den Besten attackieren wollte. Das unbefriedigende Ende einer erfolgreichen Saison, die ihm in der Folge einen Platz im deutschen Europacup-Kader bescherte. „Eine neue Herausforderung“, wie der heute 21-Jährige damals sagte – die er aber in den vergangenen zwölf Monaten nicht annehmen konnte.

Kurz nach seiner Rückkehr aus Norwegen nach Berchtesgaden, wohin es Roman Frost in jungen Jahren auf die Eliteschule des Sports zog, diagnostizierten Ärzte ein Patellaspitzensyndrom im rechten Knie. Die anschließende Pause und das verordnete Reha-Programm schlugen nicht so schnell wie erhofft an, das Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr musste „länger als gedacht“ pausieren. Geduld war gefragt – nicht unbedingt eine der besten Tugenden von verletzten Sportlern. So auch nicht von Frost, der Anfang November bei seinen ersten Ski-Tagen „ein wenig übertrieben“ hatte – und so umgehend in die nächste Auszeit rutschte.

Für mich war der Wettkampf extrem wichtig.

Roman Frost

Dumm gelaufen für den ehrgeizigen Rennfahrer, der erst Ende Januar wieder mit den Brettern im Schnee trainieren konnte. An Wettkämpfe aber war nicht zu denken. Bis zum vergangenen Sonntag. Endlich durfte Frost den Rennanzug überstreifen und die Rennski anschnallen, um zum Saisonabschluss bei den Deutschen Meisterschaften am Götschen im Kreis der DSV-Elite mitzumischen. Und obwohl er nach einem „sehr ordentlichen“ ersten Durchgang im zweiten Lauf nach einem Einfädler ausschied, war für ihn die Alpin-Welt wieder in Ordnung. „Für mich war der Wettkampf extrem wichtig. Das Ergebnis war nach der Pause ohnehin egal, für die Motivation und den Kopf aber war das Rennen sehr, sehr gut. Allein die Anspannung und Nervosität an einem Renntag wieder zu spüren, war super“, sagt Frost, der trotz des „verlorenen Jahres“ gemerkt hat, dass „ich nicht ganz soweit weg bin und trotz weniger Skitage voll da war“.

Lehrgang in Warendorf

Während seine Teamkollegen aus dem Europacup-Kader, dem Frost wohl weiter angehört, nun eine Pause einlegen, bleibt der Münsteraner so lange es geht auf den Pisten. Ausgesetzt hat er ja lange genug, seinen Bundeswehr-Lehrgang in Warendorf vom 13. bis 30. April nutzt er dann als seine Ski-freie Zeit. Danach stehen für den Rossignol-Fahrer – wenn es die Corona-Lage denn zulässt – Materialtests und Trainings an. Um gerüstet zu sein für den kommenden Winter, von dem Frost dann am liebsten nur Positives berichten will.

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