Golf: Symetra-Tour
Sophie Hausmann kommt in Kalifornien lächelnd zum ersten Profi-Sieg

Münster -

Ihren ersten Sieg auf der Profi-Tour feierte Sophie Hausmann in Beaumont/Kalifornien. Die Golferin vom GC Tinnen konnte ihren Triumph erst kaum glauben. Er war der Lohn harter Arbeit. Die Familie schaut derweil von zu Hause gebannt bei der Entwicklung zu.

Donnerstag, 01.04.2021, 11:08 Uhr aktualisiert: 03.04.2021, 11:40 Uhr
Den Glaspokal wickelte sie beim Heimflug nach Orlando in Zeitungspapier. In Beaumont spielte Sophie Hausmann eine beeindruckende Runde.
Den Glaspokal wickelte sie beim Heimflug nach Orlando in Zeitungspapier. In Beaumont spielte Sophie Hausmann eine beeindruckende Runde. Foto: Ali Palma

Wesley Snipes ist zweifellos einer der bekanntesten Söhne der Stadt. ­„Blade“, in der Marvel-Comic-Verfilmung von 1998 halb Vampir, halb Mensch, der blutsaugende Bösewichte mit Kung-Fu-Moves ausschaltet, hat in Orlando im US-Bundesstaat Florida seine familiären Wurzeln.

Im Schatten von Disney World ist inzwischen auch Sophie Hausmann „heimisch“ geworden. Münsters Profi-Golferin vom GC Tinnen bereitet sich im Champions-Gate-Club auf die Symetra-Tour 2021 vor. Jene Serie, in der die Spielerinnen um ein Ticket für die große Profi-Tour der Ladies Professional Golf Association (LPGA) buhlen. Das tropische Klima mit hohen Temperaturen und viel Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass es keine Jahreszeiten gibt, zwölf Monate auf den Fairways gespielt werden kann. Das zahlt sich aus. Nach Platz sechs beim Carlisle Arizona Classic zum Auftakt setzte Hausmann jüngst auf dem Grün des Morongo-Golf-Clubs in Beaumont (Kalifornien) zum ganz großen Schlag an. Erster Sieg als Profi – bei zehn unter Par. „Das hast du eigentlich ganz ordentlich gemacht“, schießt es ihr durch den Kopf. Hat sie. 22 500 Dollar Preisgeld gibt es on top. Ein „sehr solider Saisonstart“, für die deutsche Nachwuchshoffnung. Sie wirkt gar ein wenig schüchtern in ihrer Sprachnachricht. Vielleicht braucht sie noch ein paar Tage.

„Ständig auf Achse“

 Es ist ein Leben aus dem Koffer, das die 23-Jährige führt. Mit dem Flieger geht es quer durch die Staaten, von Event zu Event. Alle zwei, drei Wochen stehen Turniere an. „Sie ist ständig auf Achse“, weiß Papa Jens. Der verfolgt das Treiben seiner Tochter auch 7500 Kilometer entfernt genau. Da wird telefoniert oder per Skype kommuniziert. Bildtelefonie kann mitunter eine Brücke in die Welt schlagen. Zumal Sophie erst im Dezember wieder daheim in Nottuln erwartet wird. Sie setzt nach dem Lehrjahr 2020 klare Prioritäten. Lebt ihren Traum. Erfolgreich.

„Sie hat die Schlüsse aus der vergangenen Saison gezogen“, sagt Jens Hausmann. Und erklärt: „Sophie hat auf dem Platz zu aggressiv gespielt und zu viel gewollt. Ich glaube, sie ist nun auf einem guten Weg“, so der Ex-Präsident des GC Tinnen. Das spiegelt sich in ihrem jüngsten ersten Triumph wider. Sie legt eine Leichtigkeit an den Tag, die große Spieler auszeichnet. Den Windböen trotzt sie – nervenstark, diese junge Frau. Die intelligent genug ist, um den Erfolg richtig einzuschätzen. „Es ist auf jeden Fall ein toller Start. Aber die Saison ist noch lang, und ich habe noch vieles vor mir.“

Verschnaufen in Florida

Kalifornien hat sie wieder den Rücken gekehrt, 4000 Kilometer zurück nach Orlando. Dort wird kurz verschnauft, das Erlebte verarbeitet. Und mit der Familie per Videoschalte geschnackt. Vom 15. bis zum 18. April steht schon das dritte Turnier in Tucson (Arizona) an. Hausmann bleibt busy. Der International Airport ist um die Ecke.

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