Fußball: Regionalliga West
Preußen lassen sich auch in Ahlen von Rückstand nicht schrecken

Ahlen -

Im Wersestadion geriet Preußen Münster zum vierten Mal nacheinander in Rückstand. Eine Niederlage blieb dem Regionalliga-Dritten aber auch bei RW Ahlen erspart. Im Gegenteil. Dank eines Kraftakts über aufreibende 90 Minuten gewannen die Adler mit 3:2 (1:1). Selbst auf einen weiteren Rückschlag hatte der SCP eine schnelle Antwort.

Samstag, 10.04.2021, 15:49 Uhr aktualisiert: 11.04.2021, 12:02 Uhr
Fußball: Regionalliga West: Preußen lassen sich auch in Ahlen von Rückstand nicht schrecken
Die Preußen Alexander Langlitz und Jules Schwadorf kämpfen mit Ahlens Yasin Altun um den Ball. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Serie geht weiter. Zum 15. Mal am Stück ging Preußen Münster am Samstag nicht als Verlierer vom Feld. Schönheitspreise hat die Mannschaft in dieser Phase nicht oft gewonnen. Doch das ist keinesfalls ein Makel. Denn wenn wie so oft andere Qualitäten als Kombinationsfußball gefragt sind, gibt das Repertoire dieses zuverlässig ebenfalls her. 3:2 (1:1) gewann der SCP beim Tabellenletzten RW Ahlen, musste dabei erneut einen Rückstand wegstecken und später noch mal den Ausgleich. Der Favorit war vor allem kämpferisch gefordert gegen einen unangenehmen Gastgeber. Das gelang, auch wenn es eine enge Angelegenheit mit einigen Wendungen war.

„Die Mannschaft hat eine hervorragende Mentalität“, sagte Trainer Sascha Hildmann. „Wir haben jetzt auch die Physis, um solche Spiele zu gewinnen.“ Auch Keeper Max Schulze Niehues war zufrieden. „Das war ein verdienter Sieg, wir haben die Bedingungen angenommen.“ Simon Scherder betonte: „Wir haben uns von Anfang an drauf eingelassen, wussten, dass spielerisch nicht viel ging.“

Auf drei Positionen änderte SCP-Trainer Sascha Hildmann sein Team. Alexander Langlitz kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück und ersetzte im 3-5-2 auf der rechten Bahn Julian Schauerte, der mal eine Pause bekam. Im Zentrum spielte Jules Schwadorf für Okan Erdogan, also die etwas offensivere Variante. Die Doppelspitze bildeten Gerrit Wegkamp und A-Junior Deniz Bindemann, der für Joel Grodowski ins Team rückte. Die Binde trug zum zweiten Mal in dieser Saison Keeper Max Schulze Niehues.

Die Anfangsphase bestimmten die Gäste noch, ohne den ganz großen Druck zu entfachen. Doch die kalte Dusche gab’s schon nach elf Minuten. Obwohl die Münsteraner im eigenen Strafraum in Überzahl waren, fiel Sebastian Mai (nein, nicht der Ex-Preuße) der Ball vor die Füße. Er erwischte ihn aus zehn Metern halblinker Distanz wuchtig, Schulze Niehues hatte keine Chance einzugreifen, auch weil ihm wohl etwas die Sicht verstellt war. „Da konnte ich gar nichts erkennen“, sagte er hinterher.

35. Spieltag, Saison 2020/21: RW Ahlen – SC Preußen Münster

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  • 49. Minute: Gerrit Wegkamp trifft per Handelfmeter zum 2:1 für den SC Preußen Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußens Deniz Bindemann bekommt es gleich mit mehreren Ahlenern zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lukas Frenkert versucht, sich gegen Kevin Kahlert durchzusetzen.

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  • Münsters Dennis Daube gegen Ahlens Mike Pihl.

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  • Gerrit Wegkamp im Duell mit Rene Lindner.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ahlens Coach Andreas Zimmermann dirigiert.

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  • Deniz Bindemann im Zweikampf mit Daniel Francis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luftduell zwischen Gerrit Wegkamp und Rene Lindner.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Ahlen.

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Der Treffer trug natürlich dazu bei, dass das Schlusslicht erst recht Morgenluft witterte. Wie erwartet, wurde es ein reines Kampfspiel auf einem Platz, der kein Stück besser war als der an der Hammer Straße. Nun war es nicht so, dass der SCP diese Gegebenheiten nicht annahm, aber wo qualitativ im Prinzip deutliche Vorteile spürbar sein sollten, näherten sich die ungleichen Nachbarn in einem zähen Gestocher angesichts der Rasenverhältnisse an. Lukas Frenkert (20.) und Simon Scherder (22.) boten sich nach Dennis Daubes Ecken und Abprallern gute Gelegenheiten, die sie aber überhastet vergaben.

Zumindest ging es Mitte der ersten Hälfte nur in eine Richtung. Einige Standards brachten ein wenig Gefahr, manchmal vergaß der Favorit aus guten Positionen aber auch einfach den Abschluss. Ahlen verteidigte giftig, stand logischerweise sehr dicht, setzte aber auch ein paar Akzente nach vorn wie durch den Fernschuss von Mike Pihl (35.).

Sehenswerter Bindemann-Treffer

Der wichtige Ausgleich vor der Pause ging dann aufs Konto des Jüngsten. Bindemann fiel der Ball nach einem Frenkert-Einwurf und Scherder-Kopfball über Umwege vor die Füße. Der Youngster zögerte nicht und jagte die Kugel per Direktabnahme ins Netz (37.). Absolut sehenswert, ganz ähnlich wie der RWA-Treffer.

Zur Pause kam Grodowski für den Torschützen. Etwas überraschend, doch der 18-Jährige hatte schon Gelb gesehen und ansonsten keinen leichten Stand. Keine 30 Sekunden waren gespielt, da ließ sich Jannik Borgmann von Mai den Ball an der Torauslinie abnehmen und durfte sich bei Schulze Niehues für die anschließende Parade bedanken. Im Gegenzug bremste René Lindner in allerletzter Sekunde den frei auf den Kasten zusteuernden Schwadorf mit einer Grätsche (47.).

Wegkamp verwandelt Handelfmeter

Es ging wild weiter. Nach einem Schwadorf-Freistoß kamen im Getümmel erst Frenkert und dann zweimal Wegkamp zum Schuss. Den dritten Versuch wehrte Romario Wiesweg, der einst beim SCP ausgebildet wurde, aus sehr kurzer Distanz mit dem Arm ab. Schiedsrichter Marcel Benkhoff gab Elfmeter, die Ahlener waren außer sich. Wegkamp juckte es nicht, er verwandelte mit Hilfe des Innenpfostens zum 2:1 (49.).

Der Stürmer hatte danach noch eine Kopfballchance (55.), ehe er Erdogan weichen musste. Etwas mehr Stabilität war nun gefordert. Gerade war er runter, da kam Lindner frei zum Kopfball, Schulze Niehues hatte aber keine Mühe (58.). Schwadorf rückte nun neben Grodowski in die Spitze – und der Underdog raffte sich noch mal mächtig auf. Vor allem von außen kam zugleich viel Hektik auf. Jede Situation wurde lautstark kommentiert, ab und an war auch etwas Glück nötig. Es knallte in jedem Zweikampf. Das Meiste hätten die Preußen abwürgen können, indem sie eine der Konterszenen erfolgreich zu Ende spielen. Doch da fehlten Präzision und Auge. Zumal viele Bälle versprangen.

Wieder Elfmeter, wieder strittig

Die viele Flanken, die in den SCP-Sechzehner segelten, ergaben zwar keine Torchance, doch die Gefahr lauerte eher an anderer Stelle. Als der gerade eingewechselte Ilias Anan einfach mal abzog, erwischte er aus wenigen Metern den Arm von Daube. Wieder Elfmeter, wieder strittig, wieder drin! Jan Holldack verlud Schulze Niehues zum 2:2 (77.).

Doch die Reaktion auf diesen nicht unverdienten Ausgleich konnte sich sehen lassen. Münster schaltete sofort auf Angriff um. Frenkerts Einwurf wurde abgewehrt, doch Nicolai Remberg brachte das Leder wieder in die Gefahrenzone, wo Langlitz hochstieg und vor RWA-Schlussmann Bernd Schipmann mit dem Kopf am Ball war. Grodowski war der Nutznießer und traf ins fast leere Tor zum 3:2 (79.). „Ein Foul war das niemals. Für mich als Stürmer schön, dass ich da freie Bahn hatte“, sagte Grodowski. Damit war dem Außenseiter der Zahn gezogen. Die Hausherren versuchten zwar alles, aber diesen Vorsprung brachten die Preußen dann doch routiniert über die Bühne.

RWA: Schipmann – Eickhoff, Lindner, Kahlert, Francis – Altun (86. Cirak), Wiesweg – Holldack (86. Aboagye), Pihl (75. Anan), Mai – Marzullo (75. Schmitz)

SCP: Schulze Niehues – Hoffmeier, Scherder, Borgmann – Langlitz, Daube, Frenkert – Remberg, Schwadorf (84. Holtby) – Wegkamp (57. Erdogan), Bindemann (46. Grodowski)

Schiedsrichter: Marcel Benkhoff (Ahaus)

Tore: 1:0 Mai (11.), 1:1 Bindemann (37.), 1:2 Wegkamp (49./HE), 2:2 Holldack (77./HE), 2:3 Grodowski (79.)

Gelb: Francis, Wiesweg, Eickhoff, Aboagye / Bindemann, Hoffmeier, Daube

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