Reiten: Vielseitigkeit in Radolfzell
Ingrid Klimke startet am Bodensee in die Olympia-Saison

Münster -

Der Weg zu den Olympischen Spielen beginnt für Ingrid Klimke in Radolfzell. Am Bodensee eröffnet die Reitmeisterin ihre Vielseitigkeitssaison, in der Tokio das Ziel ist. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie begleiten sie und ihre Kollegen einige Fragezeichen, Flexibilität ist gefragt. Da hilft es, dass Klimke aus Erfahrung weiß, wie man sich auf Olympische Spiele vorbereitet.

Mittwoch, 14.04.2021, 16:12 Uhr aktualisiert: 14.04.2021, 16:17 Uhr
Auf zu großen Sprüngen: Ingrid Klimke startet mit Hale Bob am Wochenende in das Olympia-Jahr.
Auf zu großen Sprüngen: Ingrid Klimke startet mit Hale Bob am Wochenende in das Olympia-Jahr. Foto: Imago/Jacques Toffi

Wie man sich auf Olympische Spiele vorbereitet, weiß Ingrid Klimke mittlerweile. Auf fünf Teilnahmen am größten Sport-Event der Welt kann die Münsteranerin zurückblicken, nach ihrem Debüt vor 21 Jahren in Sydney folgten ihre Starts in Athen, Hongkong (Peking), London und zuletzt in Rio de Janeiro. Da kommen eine Menge Erfahrungen und ganz viel Routine zusammen.

Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist nichts, wie es einmal war: Der olympische Zyklus dauert diesmal zwölf Monate länger, viele als Vorbereitung eingeplante Turniere sind abgesagt – wie zuletzt und ganz aktuell am Dienstag das Pfingstturnier in Wiesbaden. „Man muss noch flexibler als sonst sein. Nur einen Plan A zu haben, reicht nicht“, sagt Klimke, die am Wochenende endgültig den Weg in Richtung Tokio aufnimmt. „Wir gehen davon aus, dass die Spiele stattfinden.“ Passend zu ihrer Einschätzung erklärte IOC-Vizepräsident John Coates, dass eine kurzfristige Absage der Spiele ausgeschlossen sei.

Asha pausiert

Der Fokus also ist auf Tokio ausgerichtet, Klimkes vorläufiger Plan steht. In Radolfzell steht für die Reitmeisterin Donnerstag eine erste Standortüberprüfung auf dem Programm, die Drei-Sterne-Vielseitigkeit soll für ihre Top-Pferde Hale Bob und Siena just do it ein erster Härtetest sein. Den hätte auch Asha absolvieren sollen, zuletzt aber zog sich die Stute bei einem M-Springen in Handorf-Sudmühle eine Schürfwunde am Hinterbein zu. „Daher haben wir uns entschieden, sie zu Hause zu lassen und erst in drei Wochen mit nach Marbach zu nehmen“, sagt Klimke.

Am Neckar steigt Anfang Mai der zweite Testlauf, im polnischen Barborowko erneut drei Wochen später folgt Teil drei. Wie immer geht Klimke zuversichtlich und optimistisch in die anstehenden Aufgaben, sieht ihre Pferde – in Radolfzell sind auch noch die beiden siebenjährigen Nachwuchskräfte Van Hera und Cascamara für die Zwei-Sterne-Prüfung dabei – gut vorbereitet. „Ich bin guter Dinge, dass alle ordentlich in Schuss sind. Wir hatten richtig gute Trainings“, so die 53-Jährige. Die Galopp- und Konditionsarbeit im Gelände in Riesenbeck oder Altenberge, sowie das Dressur- und Sprungtraining inklusive kleiner Wettkampf-Ausflüge nach Handorf-Sudmühle lassen diesen Schluss zu. „Es kann losgehen“, sagt die amtierende Europameisterin und zweifache Team-Olympiasiegerin, die vor zwei Jahren mit Hale Bob in Radolfzell gewonnen hatte. Gegen eine Wiederholung hätte Klimke sicher nichts einzuwenden, muss dafür aber die Konkurrenz um ihren Teamkollegen Michael Jung in Schach halten.

Franziskus-Start am Teutoburger Wald

„Sehr fleißig zu Hause“ war Klimke auch im Viereck, in dem es nach ihrem Ausflug an den Bodensee dann in der kommenden Woche in Hagen ernst wird. Mit Franziskus, der weiterhin zum Olympia-Kader zählt, wird sie am Teutoburger Wald auf die nationale Elite treffen und wie in der Vielseitigkeit einen ersten Eindruck über den Leistungsstand des Holkenbrink-Hengstes erhalten.

Ingrid Klimke ist vorbereitet auf die grüne Saison, in der Flexibilität Trumpf sein wird. Aber wer die Reitmeisterin vom RV St. Georg Münster kennt, weiß, dass sie mehr als nur Plan A in der Tasche hat.

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