Sa., 06.05.2017

Fußball: Kreisliga B Gimbte empfängt Greven zum Derby: Von sich selbst elektrisiert

Ein Derby, das sagen ja immer alle Fußballkenner, hat seinen ganz besonderen Reiz. Andere wiederum kochen das ganze runter: Gibt auch nur drei Punkte, ein Spiel wie jedes andere, man kennt sich, und so weiter. Nun, das Derby zwischen der BG Gimbte und Blau-Weiß Greven an diesem Wochenende ist tatsächlich kein alltägliches Derby.

Es geht um nichts weniger als um die Entscheidung in der Meisterschaft. Das sehen auch beide Trainer so, mit denen unser Redakteur Ulrich Schaper gesprochen hat.

Seit Wochen dreht sich alles um das Fernduell Ihrer beiden Mannschaften – sind Sie erleichtert, dass es nun zum Aufeinandertreffen kommt?

Peter Talmann: Ja, das kann man so sagen. Wir haben in der Woche gut trainiert und sind für das Spiel gerüstet. Ich glaube, alle sind froh, dass man sich nun im direkten Vergleich messen kann. Danach wissen wir endlich, wo wir stehen.

Dragan Grujic: Sehr sogar, danach wissen wir endlich, wo die Reise hingeht.

Ist der Sieger dieser Partie auch der kommende B-Liga-Meister?

Dragan Grujic: Das wird so sein. Weder Greven noch wir haben in der Rückrunde große Schwächen gezeigt.

Peter Talmann: Ich gehe stark davon aus – vorausgesetzt natürlich, dass es einen Sieger gibt. Wenn das so ist, dann sollte das die Entscheidung sein. Schapdetten ist schon zu weit zurück, und ich glaube nicht, dass sich der Spitzenreiter das dann auf der Zielgrade noch nehmen lässt.

Wie groß ist der Druck, der auf Ihrer Mannschaft lastet?

Peter Talmann: Ich würde da nicht von Druck sprechen wollen. Es ist eine gewisse Anspannung da, wir haben aber keine Angst, es ist eher so etwas wie Vorfreude.

Dragan Grujic: Die DJK ist angetreten, um aufzusteigen. Wir wollten in die Top-Five. Was mich angeht, haben wir schon alles erreicht – was jetzt kommt ist das i-Tüpfelchen. Ich glaube, meine Mannschaft sieht das ähnlich. Dass wir um die Meisterschaft spielen, hat sich im Saisonverlauf so ergeben, insofern ist das eher die Zugabe für eine überragende Spielzeit.

Herr Talmann, hätten Sie Gimbte diese Entwicklung zugetraut?

Peter Talmann: Gimbte hat eine sensationelle Rückrunde gespielt, das muss man neidlos anerkennen. Die haben auch solche Spiele gewonnen, wo sie schon wie die Verlierer ausgesehen haben. Vom Auftreten her ist der Mannschaft alles zuzutrauen.

Und Sie, Herr Grujic, wann haben Sie gemerkt, dass das reichen könnte?

Dragan Grujic: Zur Winterpause. Wir haben uns im Sommer gut verstärkt, aber natürlich muss man abwarten, wie sich so eine Mannschaft zusammenfügt. Als wir dann so eine tolle Hinrunde gespielt haben, da wussten wir, dass wir um die Meisterschaft mitkämpfen können – und wollen.

Diese Herbstmeisterschaft, welche Rolle hat die in den Köpfen der Spieler gespielt?

Peter Talmann: Den ein oder anderen mag das gewurmt haben. Grundsätzlich wussten wir aber, dass wir ein Spiel weniger hatten. Sonst wären sicher wir und nicht Gimbte Herbstmeister geworden. Wir hätten diesen Titel auf dem Weg zur Meisterschaft gerne mitgenommen, aber noch mal: für mich hatte das keinen Stellenwert.

Dragan Grujic: Das war bei uns ähnlich. Wir haben uns natürlich gefreut, aber jeder wusste ja, dass die DJK ein Spiel weniger hatte.

Bitte führen Sie den folgenden Satz zu Ende: Wir gewinnen das Derby, weil...

Dragan Grujic: ... wir endlich die nötige Reife, Stabilität und Geduld haben, um solche Spitzenspiele für uns zu entscheiden.

Peter Talmann: ... wir es einfach verdient haben.



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