Golf: Erlebnis-Tag beim GC Aldruper Heide
Nachwuchs tut gut – Golfclub setzt auf Jugendarbeit

Greven -

Lange Zeit galt Golf als ein Sport ausschließlich für ein besser situiertes Publikum. Hohe Beitrittspreise und stattliche Mitgliedsbeiträge machten es nur einer bestimmten Klientel möglich, diesen Sport auszuüben. Dies hat sich geändert. So wahrt Grevens Club zwar die übliche Golf-Etikette, präsentiert sich ansonsten aber als ein Verein, der Familien umgarnt, offensiv um neue Mitglieder wirbt und nicht zuletzt der Nachwuchsförderung eine besondere Bedeutung zuschreibt.

Samstag, 13.05.2017, 05:00 Uhr
Egal ob Groß oder Klein: Die Freude am Golfsport ist bei den Mitgliedern des GC Aldruper Heide ungebrochen groß.
Egal ob Groß oder Klein: Die Freude am Golfsport ist bei den Mitgliedern des GC Aldruper Heide ungebrochen groß. Foto: th

Letzteres mit durchschlagendem Erfolg. Dank eines ausgefeilten Jugendkonzeptes und flankiert von einer attraktiven Preispolitik gedeiht die Jugendarbeit in der Aldruper Heide. Vor allem aber verfügt der Club mit Konny Dömer (kleines Foto) über eine treibende Kraft, die ihr Metier versteht. Dömer ist es gelungen, den Golfclub spürbar zu verjüngen. 70 Kinder und Jugendliche sind regelmäßig auf der 18-Loch-Anlage in Aldrup unterwegs. Tendenz steigend.

Jugendturniere auf der eigenen Anlage, der Minicup Münsterland, bei dem bereits Fünfjährige beim Vergleich mit benachbarten Clubs Turnierluft schnuppern, und nicht zuletzt die Jugendmannschaft, der erst im vergangenen Jahr der Sprung in der NRW-Landesliga gelungen ist: Nachwuchsförderung genießt in der Aldruper Heide eine hohe Priorität. „Wir fördern den Breitensport in gleicher Weise wie den Leistungssport“, erklärt Konny Dömer das Anliegen des Vereins, der sein Nachwuchskonzept auf 21 Seiten ausführlich beschreibt.

21-seitiges Nachwuchskonzept

Mit Konny Dömer verfügt der Golfclub über einen ausgewiesenen Fachmann in Sachen Kinder- und Jugendarbeit. Nicht nur von Berufs wegen kennt sich der ehemalige Leiter des Jugendamtes aus. Jahrelang war Konny Dömer beim SC Greven 09 tätig, als Jugendtrainer, Turnierorganisator und Jugendleiter. Mittlerweile schlägt sein Sportlerherz ganz für den Golfsport.

Sein Engagement im Club-Vorstand, wo er für die Belange der Kinder und Jugendlichen einsteht, grenzt mittlerweile an einen Fulltime-Job. „Ich bin fast jeden Tag auf dem Golfplatz“, erklärt Dömer, der nach seinem Abschied aus dem Rathaus vor drei Jahren in den „Un-Ruhestand“ gewechselt ist. Bis zu 25 Stunden in der Woche kümmert er sich um die Belange der Kinder und Jugendlichen. Ehrenamtlich. Er organisiert Trainings-Camps und Turniere, hält den Kontakt zu den Eltern, wirbt um Unterstützung im Verein. Die Ausbildung von vier C-Lizenz-Trainern hat er angeschoben und den Jugendausschuss aus der Taufe gehoben. Sein Wunsch: „Echte Mitbestimmung der Jugend etablieren. Doch das steckt noch in den Kinderschuhen.“

Bambini-Gruppe für die Kleinsten

Für die Kleinsten, die gerade einmal fünf Jahre alt sind, gibt es eine Bambini-Gruppe, in der die Golfpros zunächst die Grundlagen des Sports vermitteln, später die Kinder und Jugendlichen zur Platzreife führen und mit regelmäßigem Training die Basis für sportliche Erfolge wie den jüngsten Aufstieg legen. Der Verein will Golfspieler ausbilden, die in Handicap-Bereiche vorstoßen, die Späteinsteigern in der Regel verwehrt bleiben.

Dömer Jugendkonzept steht jedoch für mehr als die sportliche Förderung. Golf ist eine Sportart, die noch vor allem ältere Menschen anspricht. Ein Blick in die Mitgliederstatistik des Landessportbundes zeigt: Von den aktuell 845 Mitgliedern sind mehr als die Hälfte (452) 60 Jahre und älter. Um die Lücke nach unten zu schließen, dienen die 60 Kinder und Jugendlichen am anderen Ende der Altersskala auch als eine Art Türöffner für Familien.

Einer der ersten Ansprechpartner ist häufig Konny Dömer. Er schaut den Kindern und Jugendlichen beim Training gerne über die Schulter, fachsimpelt am Rande der Turniere, sucht den Kontakt zu den Eltern und organisiert überdies gemeinsame Aktionen. Überhaupt setzt er sich neben dem Sport besonders für das Miteinander ein. „Es geht auch darum, Spaß zu haben, Teamgeist zu entwickeln und Freundschaften zu schließen“, betont Dömer. Doch er weiß auch: „Die Schwelle zum Golf ist hoch.“

Vorbehalte abbauen

Vorbehalte abzubauen, ist eines der Hauptanliegen des Jugendwartes im Verein. Der Golf-Aktionstag an diesem Sonntag (Beginn: 11 Uhr) ist so eine Möglichkeit, Kinder und am besten gleich auch ihre Eltern mit dem Golf-Virus zu infizieren. Schmackhaft wird das Ganze mithilfe attraktiver Einstiegsangebote, wie die beitragsfreie Mitgliedschaft von Kindern bis elf Jahren. Jugendliche zahlen im Jahr 120 Euro. Damit liegt der Golfclub auf dem niedrigen Preisniveau anderer Sportvereine. Und befindet sich damit auf dem besten Weg, sich nicht als elitäre Zirkel zu definieren, sondern Golf als Sport für Jedermann zu etablieren.

Zum Thema

Golf-Erlebnistag: An diesem Sonntag lädt der Golfclub Interessierte zu einem Golf-Erlebnistag auf die 18-Loch-Anlage in der Aldruper Heide ein. Der Erlebnistag findet in der Zeit von 11 bis 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. | www.golfclub-aldruper-heide.de

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4830299?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686801%2F
Nachrichten-Ticker