Do., 05.04.2018

Vereine nutzen Finanzhilfen nur spärlich Fördertöpfe des Landes ausschöpfen

KSB-Vorstandsvorsitzender Uli Fischer appelliert an die Vereine, Fördermittel stärker in Anspruch zu nehmen.

KSB-Vorstandsvorsitzender Uli Fischer. Foto: Silke Behling

Greven - 

An Ideen mangelt es den Akteuren in Sportvereinen selten. Eher schon an ehrenamtlichem Personal für die Umsetzung. Und am nötigen Geld. Fördertöpfe versprechen in diesem Punkt zwar zusätzliche Finanzhilfen, werden jedoch allzu oft nicht abgerufen. Das ist erstaunlich, denn viel zu spärlich werden bereitstehende finanzielle Quellen des Landes angezapft.

Von Sven Thiele

Besonders groß ist das Missverhältnis ausgerechnet bei der größten Förderposition des Landes NRW. Von ihr könnten alle Vereine profitieren, tun es aber bei weitem nicht. Abhilfe soll eine intensivere Beratung schaffen.

Noch bis zum 6. Juni ist das Förder-Portal des Landessportbundes (LSB) für seine Mitgliedsvereine geöffnet. Wer sich zuvor registriert hat und es betritt, muss Angaben zur Zahl der im Verein tätigen Übungsleiter und der geplanten Übungsstunden hinterlegen. Maßgeblicher Wert ist zudem die Anzahl der Mitglieder, wobei Jugendliche deutlich mehr ins Gewicht fallen als Erwachsene. Mitglieder, Übungsleiter und Übungsstunden ergeben schließlich Zuschusseinheiten, aus denen der LSB später die Höhe der finanziellen Zuwendung errechnet, die bei einem Verein mit 500 Mitgliedern einen vierstelligen Betrag erreicht.

Ein Online-Portal und einige wenige Klicks sowie zwei Zahlenwerte: Auf den ersten Blick erscheint das Programm zur Förderung der Übungsarbeit, das seit Jahrzehnten eine Säule der Vereinsförderung darstellt, überaus attraktiv, um die Vereinskasse aufzufüllen. Doch die Nachfrage hält sich in Grenzen, wie Uli Fischer zu berichten weiß. „Landesweit rufen nur etwa 30 Prozent aller Vereine diese Mittel ab“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Kreissportbundes Steinfurt.

Mit fast sieben Millionen Euro ist die Förderung der Übungsarbeit die größte Einzelposition, die das Land NRW über den Landessportbund Jahr für Jahr zur Verfügung stellt. Insgesamt wird der organisierte Sport mit seinen Dachverbänden und Vereinen mit über 42 Millionen Euro unterstützt. Das sind 7,8 Millionen Euro im Jahr mehr als in der vergangenen Legislaturperiode.

Dass davon nur ein Bruchteil an der Basis ankommt, liegt offenbar auch an fehlender Unterstützung und Beratung. Wie anders erklärt sich, dass im Kreis Steinfurt immerhin 200 von 300 Mitgliedsvereinen des KSB die Übungsleiterförderung beantragen. Das entspricht einer Quote von 60 Prozent. Uli Fischer berichtet, dass er und sein Vorstandskollege Stefan Kipp kurz vor Torschluss – das ist in diesem Jahr der 6. Juni – zum Telefonhörer greift und Vereine, deren Anträge noch nicht vorliegen, erinnert. „Wenn jemand nicht klarkommt, unterstützen wir auch bei der Antragstellung“, ermuntert Fischer die Vereine, das Unterstützungsangebot des KSB in Anspruch zu nehmen.

Er meint: „Im Prinzip kann jeder Verein von Fördertöpfen partizipieren.“ Dass diese im Moment gut gefüllt sind, zeigt nicht nur das Beispiel der Förderung durch das Land. So hat der Kreis Steinfurt ein eigenes Förderprogramm aufgelegt, das fünf Positionen umfasst von der Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung von Vereinsmitarbeitern, über Integrationsmaßnahmen bis hin zur Auszeichnung mit dem Kinder- und Jugendsportpreis reicht. Anders als in Greven stehen weiterhin in vielen Kommunen Mittel auf Abruf bereit. Allein, der Verein muss die Initiative ergreifen und sich auf die Suche begeben. Fündig wird er in jedem Fall, meint Fischer: „Es gibt schon Töpfe für Vereine.“



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