Mo., 09.04.2018

Mitgliederzahlen bei Sportvereinen Greven und Saerbeck am Tabellenende

Greven - 

Was die durchschnittlichen Mitgliederzahlen angeht, befinden sich die Gemeinden Greven und Saerbeck kreisweit am Tabellenende.

Von Sven Thiele

In Sachen Bevölkerungswachstum nimmt Greven weiterhin einen Spitzenplatz im Kreis Steinfurt ein. Beim Organisationsgrad seiner Sportvereine behält die Emsstadt dagegen weiterhin die Rote Laterne. Seite an Seite mit der Nachbargemeinde Saerbeck.

Mit seinen über 36 000 Einwohnern ist Greven hinter Rheine und Ibbenbüren die drittgrößte Stadt des Kreises. In einem oder mehreren der 32 Sportvereine waren im vergangenen Jahr 9047 Mitglieder eingetragen. Eine an sich stattliche Zahl, die mit Blick auf die Nachbarstädte allerdings in einem anderen Licht erscheint. Gemessen an der Bevölkerungszahl sind es nämlich knapp 25 Prozent der Menschen, die einem Verein angehören.

Mit diesem Wert liegt Greven deutlich unter dem Kreisschnitt (31,97 Prozent) und rangiert mit Saerbeck (22,58 Prozent) am Ende der Skala. Zum Vergleich: In Emsdetten sind mit 11699 nicht nur deutlich mehr Menschen Mitglied eines Sportvereins. Auch der Organisationsgrad liegt mit 32 Prozentpunkten merklich höher.

Spitzenreiter ist übrigens Hörstel mit 7909 Mitgliedern bei knapp 20000 Einwohnern. Das entspricht einer Quote von 39 Prozent.

Uli Fischer sieht einen aus seiner Sicht entscheidenden Grund die großen Unterschiede in der Angebotsstruktur begründet: „Es gibt in Greven kein wirkliches Breitensportangebot.“ Große Gewinner in einer ansonsten eher stagnierenden Vereinslandschaft seien breit aufgestellte Vereine, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Kreissportbundes und verweist auf eine Schere zwischen Breiten- und fachspezifischem Sport, die sich immer weiter öffne. „Die Nachfrage nach Sportangeboten ist groß, aber nicht nach fachsportspezifischen.“

Der TV Emsdetten, einer der am stärksten wachsenden Vereine im Kreis Steinfurt, steuere auf 5000 Mitglieder zu, so Fischer, der TV Jahn Rheine, der seit vielen Jahren wie kein anderer Verein im Kreis auf Breiten- und Freizeitsport setzt, gehöre mit rund 8000 Mitgliedern zum Kreis der größten Vereine des Landes.

Abseits dessen scheinen die Zeiten, in denen Vereine Jahr für Jahr steigende Mitgliederzahlen vermelden konnten, vorerst vorbei zu sein. So vermeldet der KSB für das vergangene Jahr einen Rückgang von 149 000 auf 141 000 Mitglieder. Im Kreisgebiet ist zugleich ein Bevölkerungsrückgang von rund 438 000 auf 443 000 festzustellen.

Auch für dieses Jahr scheint sich dieser Trend fortzusetzen. Uli Fischer appelliert vor diesem Hintergrund an die Vereine, ihre Angebotsstruktur zu überdenken. Gleichwohl nennt er weitere Faktoren, die eine Vereinsentwicklung befördern oder behindern. „Es hängt auch von der Frage ab, wie es gelingt, dem Drop-out-Problem Herr zu werden.“ Will heißen: Wie verhindern Sportvereine, dass ihnen die wettkampfmüden Jugendlichen von der Fahne gehen.

„Und es hängt natürlich auch von der Hallen- und Sportstättensituation vor Ort ab“, nennt Fischer einen anderen entscheidenden Faktor, ob Vereinssport boomt – oder eben nicht. In diesem Bereich gäbe es sicher noch reichlich zu tun.



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