Fußball: Kreisliga A
Es macht noch richtig Bock

Saerbeck -

Top! Mit 3:1 bezwang der SC Falke Saerbeck den Tabellenführer aus Halen und bot dabei eine vorbildliche Leistung. „Dafür spielen wir Fußball“, jubelte Trainer Holger Althaus.

Sonntag, 05.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 16:34 Uhr
Hin und weg: Felix Steuer (in blau) und seine Falken sorgten gegen Tabellenführer SC Halen für eine dicke Überraschung.
Hin und weg: Felix Steuer (in blau) und seine Falken sorgten gegen Tabellenführer SC Halen für eine dicke Überraschung. Foto: Stefan Bamberg

Sowas nennt man wohl Vorfreude. Nachspielzeit, da holt Simon Klemme noch mal einen Ball aus der Botanik. Weit, ganz weit vorbei ging der. Saerbecks Schnapper trottet zurück Richtung Fünfmeterraum – und dann, juchu, ein kleiner Hüpfer, den Ball zwischen beiden Beinen – ein großes Hallo bei der zuguckenden zweiten Mannschaft. Klemme winkt freudig in die Runde. Dann ist es tatsächlich geschafft: Falke Saerbeck schlägt den Tabellenführer SC Halen mit 3:1 (1:1). Auch als Tabellenneunter können Sonntage so richtig Bock machen. „Für solche Augenblicke spielen wir Fußball“, lacht Trainer Holger Althaus.

Der unverhoffte Feiertag an der Lindenstraße beginnt mit einem Moment des Innehaltens: Schweigeminute für den vergangene Woche verstorbenen Hans Schlautmann – den Mann, den sie hier alle nur als „Hännes“ kannten. Der vielen der heutigen Spieler in der Jugend das Kicken beibrachte. Der die erste Mannschaft Ende der 1990er zurück in die Kreisliga A führte. Der bis zuletzt so oft zum Sportplatz kam, wie es seine schwere Krankheit zuließ. Er wurde nur 65 Jahre alt.

Geschüttelt und gerührt: Falke schockt den Tabellenführer

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Dann aber, mutmaßlich ganz im Sinne Schlautmanns: Fußball, Fußball, Fußball! Falke in blau, und in der zehnten Minute erlebt die Althaus-Elf ihr ebensolches Wunder: Eine flache Hereingabe des Spitzenreiters, wie es scheint ins totale Nichts – doch am zweiten Pfosten taucht urplötzlich doch einer auf: Simon Ludwig – den kannten sie in Saerbeck wohl noch nicht. 0:1.

Alles scheint in den erwarteten Bahnen zu laufen – oder? Viertelstunde rum, andere Seite: Und Felix Steuter, erst noch abgedrängt, aber dann noch mal reingelöffelt, Stefan Winkeljann rauscht ran – und trifft! Nanu! 1:1! Auch bei Falke sitzt der erste Schuss – eine Bilanz, die wir so zuletzt bei Boris in der Besenkammer erlebt haben.

Ab jetzt wird die Geschichte so richtig bemerkenswert: Die Gastgeber heizen nach, Dennis Teupen trifft den Ball in aussichtsreicher Position nicht voll (19.) – aber was Saerbecks Urgestein nicht schafft, erledigen die Gäste um ein Haar mal eben selbst: 21., was für ein Harakiri-Rückpass, Halen-Hüter Nico Bonkowski bewahrt seinen Kollegen da vor einem Eigentor mit Kult-Potenzial.

Aber der Ligaprimus, er wird vom Underdog geschüttelt und gerührt – 00-Althaus kramt in seinem Rucksack nach den Unterlagen für die Überraschung. Halen könnte nächste Saison in der Bezirksliga auf Greven 09 treffen – so, wie sie heute drauf sind, muss in der Schöneflieth niemand Angst kriegen. Auch im zweiten Durchgang macht Saerbeck die Musik: Mattis Potthoff, mit vollem Spann voll drüber (50.). Steuter ganz frei beim Kopfball – gerät in Rücklage, au backe (58.).

Doch erneut helfen die Gäste mit – wieder mit einem vogelwilden Rückpass, und diesmal kann Bonkowski nicht mehr retten, Konstantin Usov dreht noch eine Runde um ihm – weg damit. Rein damit! 2:1 (60.). Eiskalt. „Zur Abwechslung haben wir unsere Chancen mal genutzt“, grinst Althaus.

Und dem insgesamt entsetzlich harmlosen Primus scheint jetzt nur noch irgendeine krumme Knicker-Bude helfen zu können – die jedoch wäre fast gefallen, aber Klemme macht sich lang (68.). Klemme, über den die Kollegen von „Heimspiel“ neulich enthüllten, dass er jahrelang unter falschem Vornamen zockte, organisiert seine Deckung für einen wütenden Halener Sturmlauf. Doch der bleibt aus. Stattdessen: Letzte Minute, Konter, Steuter – Bumm! Peng! Knall! 3:1, die Nummer ist gelaufen. Und Hans Schlautmann macht sich im Himmel jetzt womöglich ein Bierchen auf.

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