Fußballtrainer Thomas Fraundörfer über seinen Einsatz in Münster
„Das ist unser Job“

Steinfurt -

Thomas Fraundörfer, ehemaliger Spieler des SV Wilmsberg, Preußen Münster, TuS Laer und jetzt Trainer des TuS Germania Horstmar, ist nicht nur Fußballer durch und durch, sondern auch Polizeibeamter bei einer Einsatzhundertschaft in Münster. Als solcher ist er an vielen Wochenenden unterwegs und sichert mit seinen Kollegen Stadien und andere Veranstaltungen.

Dienstag, 10.02.2015, 01:43 Uhr aktualisiert: 10.02.2015, 15:40 Uhr
Am Samstag gewann Preußen Münster gegen VfL Osnabrück mit 2:0 durch Tore von Amaury Bischoff. Im und außerhalb des Stadions ging es hitzig zu – mittendrin Thomas Fraundörfer (kl. Bild), Polizeibeamter und Trainer von Germania Horstmar.
Am Samstag gewann Preußen Münster gegen VfL Osnabrück mit 2:0 durch Tore von Amaury Bischoff. Im und außerhalb des Stadions ging es hitzig zu – mittendrin Thomas Fraundörfer (kl. Bild), Polizeibeamter und Trainer von Germania Horstmar. Foto: pp

Am Samstag war er beim Spiel Preußen Münster gegen VfL Osnabrück im Einsatz, am Montag war er schon wieder auf dem Weg nach Duisburg zu einer Pegida-Demo. Mit dem Oberkommissar sprach WN-Sportredakteur Günter Saborowski .

Nicht selten kommt es vor, dass auch Polizeibeamte verletzt werden, daher zuallererst die Frage: Wurdest Du verletzt oder bist in Gefahr geraten?

Thomas Fraundörfer : Nein, weder verletzt noch in Gefahr geraten. Zu dem Zeitpunkt waren wir schon außerhalb des Stadions und haben den Abfluss der Gäste-Fans und Heim-Fans gesichert.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man als Fußballer und Trainer solche Ausschreitungen erlebt?

Thomas Fraundörfer: Das ist unser Job. Wir sorgen dafür, dass Gäste- und Heim-Fans nicht aufeinandertreffen. Am Samstag war das schwer zu unterbinden. Ich gehe da nicht mit gemischten Gefühlen hin. Leider Gottes ist das heutzutage Alltag, dass bei brisanten Spielen was passiert. Hinzu kam noch bei den Osnabrückern der Frust der Niederlage. Aber dafür trainieren wir ja schließlich und wappnen uns.

Vor dem Derby gegen Osnabrück

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  • Preußen-Fans zündeten auf der Hammer Straße Pyrotechnik, auch zwei Nebeltöpfe. Ein Polizist wurde durch einen Böllerwurf verletzt.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Friedlicher verhielten sich die Osnabrücker Fans bei ihrer Anreise.

    Foto: Klaus Möllers
  • Auf dem Bahnsteig erwarten die Polizisten die Fans aus Osnabrück.

    Foto: klm
  • Der Großteil kommt gegen 12 Uhr in Münster an.

    Foto: klm
  • 1700 lila-weiß gekleidete Fans wurden erwartet.

    Foto: klm
  • Die Anhänger der rivalisierenden Vereine wurden getrennt. SCP-Fans hier...

    Foto: klm
  • ...VfL-Fans da.

    Foto: klm
  • Unter den Augen der Polizei lief bei der Anreise alles friedlich ab.

    Foto: klm
  • Die Osnabrück-Fans wurden durch den Nord-Tunnel...

    Foto: Klaus Möllers
  • ...und den abgesperrten Nord-Ausgang...

    Foto: Oliver Werner
  • ...zu den bereitstehenden Bussen geführt.

    Foto: Oliver Werner
  • Getränkeflaschen und -dosen durften die Fußballfans nicht mit in die Busse nehmen, wurde am Bahnhof durchgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • 14 Busse haben die Stadtwerke für die Osnabrücker zur Verfügung gestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Viele Beamte, wenig zu tun...

    Foto: klm
  • ...auch dieser Vierbeiner kam nicht zum Einsatz.

    Foto: Oliver Werner
  • Wegen zahlreicher Vorfälle in der Vergangenheit gilt das Derby als Brisanzspiel.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Fans des SCP wurden über den Süd-Ausgang (Nähe Hamburger Tunnel) aus dem Bahnhof geleitet.

    Foto: Oliver Werner
  • Unter Begleitung der Polizei...

    Foto: Oliver Werner
  • ...fuhren die Busse zur Hammer Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Stadion warteten berittene Polizisten...

    Foto: Klaus Möllers
  • ...und ein Wasserwerfer auf die Anhänger beider Mannschaften.

    Foto: Klaus Möllers

Bei welchen Einsätzen hast Du die bislang schlimmsten Ausschreitungen erleben müssen?

Thomas Fraundörfer: In Berlin am 1. Mai oder auch in Hamburg. Das ist eine ganz andere Intensität als beim Fußball. Da fliegen Steine und Mollis (gemeint sind Molotow-Cocktails). Aber das hat sich zum Glück ja mittlerweile auch ein bisschen beruhigt. Aber das sind Einsätze, die bleiben einem natürlich im Kopf.

Bekommt man als Gruppenbeamter bei solch einem Einsatz vom Spiel überhaupt etwas mit?

Thomas Fraundörfer: In Teilbereichen, ja. Während des Spiels ist es ja meistens einigermaßen ruhig. Aber in erster Linie gehen wir natürlich unserem Job nach. Ob wir vom Spiel was sehen, ist auftrags- oder lageabhängig.

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