Fußball: Bezirksliga
Der SV Wilmsberg wächst gemeinsam

Borghorst -

Nach dem komplexen Umbruch, der sich beim SV Wilmsberg in der Sommerpause vollzogen hatte, prophezeiten nicht wenige Experten den Piggen eine schwere Zukunft. Doch der Integrationsprozess der neuen Kräfte vollzieht sich erstaunlich reibungslos. Dafür gibt es Gründe.

Freitag, 13.10.2017, 16:31 Uhr aktualisiert: 13.10.2017, 16:53 Uhr
Nils Schemann (li.) symbolisiert mit seinem Auftritt den Aufschwung, den die nach personellem Aderlass neu formierte Mannschaft des SV Wilmsberg nimmt.
Nils Schemann (li.) symbolisiert mit seinem Auftritt den Aufschwung, den die nach personellem Aderlass neu formierte Mannschaft des SV Wilmsberg nimmt. Foto: Thomas Strack

Die Top-Teams der Fußball-Bezirksliga stehen vor einem wegweisenden Spieltag. In Kinderhaus empfängt Spitzenreiter Westfalia den Verfolger Blau-Weiß Aasee. Und der Tabellendritte SV Wilmsberg trifft zu Hause auf den SC Greven 09. Da kann einiges passieren.

Vor Saisonbeginn war kaum vorhersehbar, dass die Piggen an diesem 15. Oktober zu einem Spitzenspiel laden werden. Und bei realistischer Einschätzung der Kräfteverhältnisse der Liga war nicht einmal davon auszugehen, dass die Wilmsberger auf Rang fünf, den derzeit der morgige Gegner Greven 09 behauptet, vordringen könnten. Nun steht das neu formierte SVW-Team auf Platz drei, und das ist wahrlich aller Ehren wert.

Es gibt gleich ein ganzes Bündel von Ursachen, weshalb sich der Umbruch innerhalb der Wilmsberger Mannschaft erstaunlich reibungslos vollzieht. „Wir haben zwar einige Leistungsträger verloren, haben dafür aber Spieler hinzubekommen, die zuvor in ihren Clubs schon auf hohem Niveau trainierten, auch wenn sie dort nicht so viele Spielanteile bekommen hatten“, sagt Brüggemann. Womit er Nils Schemann und Ben Hermeling meint, die in der Sommerpause vom Landesligisten Borussia Emsdetten gekommen waren und von dort einiges an Qualität beim SVW eingebracht haben.

Was für die beiden Emsdettener gilt, trifft auch auf die aus Altenberge hinzugestoßenen Akteure zu. Cedric Eisfeldt, Jan Markfort, Mario Töller und auch Sebastian Häder waren beim TuS als Stammkräfte der „Zweiten“ gesetzt und befanden sich leistungsmäßig an der Schnittstelle zwischen erster und zweiter Mannschaft. Ihre Wechsel nach Wilmsberg begreifen sie als Chance. Denn offensichtlich wollen sie beweisen, dass es nicht nur für die Bezirksliga reicht. Für sie darf es sogar noch ein Stückchen höher gehen. Wilmsberg bietet ihnen dafür das passende Betätigungsfeld. Brüggemann: „Das sind willige Jungs, die das Maximale erreichen wollen.“

Die Melange zwischen den verbliebenen SVW-Akteuren und den Neulingen passt. Brüggemann und sein spielender „Co“ Marius Wies hatten offenkundig den richtigen Riecher bei der Zusammenstellung der Mannschaft.

Doch eine Elf funktioniert nur dann, wenn auch die „Hackordnung“ stimmt. In dieser Hinsicht kristallisiert sich heraus, wer an die Stelle früherer Wortführer wie Thomas Grabowski, Maximilian Langer, Jannick Hagedorn, Ron Konermann oder Johannes Wesselmann tritt.

Unumstritten und anerkannt als Leader der „jungen Wilden“ ist Niclas Ochse, der deshalb auch das Kapitänsamt innehat. Unterhalb seiner Position gibt es gleich vier Stellvertreter, die als Vize-Kapitäne ein Gremium bilden, dem Steffen Köhler, Lukas Schröder, Jan Markfort und Niklas Thoms angehören. Innerhalb dieses sozialen Gefüges sind die Hierarchien flach. Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist, die Verantwortung auf möglichst vielen Schultern zu verteilen – auf und außerhalb des Spielfeldes. Das funktioniert.

„Wenn der Erfolg da ist, hilft das bei der Zusammenführung der Mannschaft“, erläutert Brüggemann. Und schiebt dann einen Satz hinterher, der wohl am besten beschreibt, wie das Wilmsberger Erfolgsrezept treffend auf einen Nenner zu bringen ist: „Wir wachsen mit unseren Aufgaben.“

Brüggemann und Wies schließen sich ausdrücklich mit ein, wenn es darum geht, diese Entwicklung zu forcieren. Schließlich gehören beide Trainer zu den jüngeren Vertretern ihrer Zunft. Die sich aus diesem Gesamtkonzept ergebenden Perspektiven liegen auf der Hand. Brüggemann: „Wenn diese Mannschaft zusammenbleibt, kann sie in zwei oder drei Jahren um Platz eins mitspielen.“

Dass es in diesem Jahr dafür noch nicht reicht, wurde bei der – bislang einzigen – Saisonniederlage gegen Top-Favorit Westfalia Kinderhaus deutlich.

Doch was nicht ist, kann noch werden. Wächst dieses Team weiter, gehört ihm die Zukunft.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5220868?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686802%2F
Nachrichten-Ticker