Fußball: Landesliga
Goldener Oktober für den TuS

Lengerich -

Der TuS Altenberge krönte am Sonntag eine erfolgreiche Woche mit einem 3:2-Sieg bei Preußen Lengerich. Das Spiel entwickelte Dramaturgie, die selbst TuS-Trainer Florian Reckels kaum für möglich gehalten hätte.

Sonntag, 15.10.2017, 19:10 Uhr aktualisiert: 16.10.2017, 13:35 Uhr
Christopher Thomassen rutscht in dieser Szene am Ball vorbei. Es hätte das 2:0 für den TuS sein können. Altenberges Stoßstürmer hielt sich aber trotz dieser verpassten Chance schadlos. Mit zwei erzielten Treffern hatte er maßgeblichen Anteil am 3:2-Sieg seiner Mannschaft bei Preußen Lengerich.
Christopher Thomassen rutscht in dieser Szene am Ball vorbei. Es hätte das 2:0 für den TuS sein können. Altenberges Stoßstürmer hielt sich aber trotz dieser verpassten Chance schadlos. Mit zwei erzielten Treffern hatte er maßgeblichen Anteil am 3:2-Sieg seiner Mannschaft bei Preußen Lengerich. Foto: Heiner Gerull

22 Grad Celsius, Goldener Oktober im Lengericher Preußenstadion – und als der Schiedsrichter gestern um 16.50 Uhr das Landesligaspiel zwischen den Gastgebern und dem TuS Altenberge abgepfiffen hatte, strahlten auch die Altenberger mit der Sonne um die Wette. Mit einem 3:2 (1:0)-Sieg krönte der Liga-Neuling eine perfekte Woche, die ihm mit sechs Punkten in der Meisterschaft und dem Pokalsieg gegen Roxel die optimale Ausbeute eingebracht hatte.

Der 3:2-Erfolg in Lengerich war das Produkt moralischer Stärke und der unerschütterliche Glaube an die eigene Kraft und Kreativität. „Ich hatte geglaubt, dass die Rote Karte und der Elfmeter die spielentscheidende Szene sein würde. Das war sie aber nicht.“ Selbst TuS-Trainer Florian Reckels entdeckte gestern Nachmittag bei seiner Mannschaft Tugenden, die bislang in dieser Form noch nicht zutage getreten waren.

Reckels spielte auf die Szene in der 56. Minute an. Nachdem die Altenberger durch einen Treffer von Christopher Thomassen, der den Ball nach mustergültiger Vorarbeit von David Marx und Christian Hölker in der 24. Minute in die Maschen gelenkt hatte, verdientermaßen mit 1:0 in Führung gegangen waren, wurde Felix Kemper auf der Torlinie stehend aus fünf Metern angeschossen. Der Schiedsrichter wertete die Aktion als absichtliches Handspiel, obwohl Kemper den Arm angelegt hatte, und zeigte dem Altenberger sogar die Rote Karte. Den Strafstoß versenkte Dennis Greiff zunächst zum 1:1. Als derselbe Spieler elf Minuten später sogar das 2:1 für den SC Preußen besorgte, schienen dem TuS sämtliche Felle auf- und davonzuschwimmen.

Doch in numerischer Unterzahl legten die Altenberger eine Riesen-Moral an den Tag, die am Ende auch verdientermaßen belohnt wurde. In der 73. Minute legte der aufgerückte Innenverteidiger Timo Gausling auf Thomassen ab, der den 2:2-Ausgleich markierte. Weil die Altenberger spürten, dass gegen die auch gestern nicht sattelfeste Lengericher Defensive mehr auszurichten war, legten sie nach und suchten die Entscheidung.

In der 87. Minute zog Malte Greshake nach einem Fehler des Lengerichers Malte Moß auf dem linken Flügel auf und davon. Aus spitzem Winkel schoss er den Ball flach am herauseilenden Lengericher Keeper vorbei ins lange Eck zum 3:2. Als der Schiedsrichter nach dreiminütiger Extrazeit abpfiff, kannte der Jubel im Lager des TuS keine Grenzen.

Der Sieg war verdient, weil Altenberge spielerisch die bessere Mannschaft war. Sie hätte auch schon in der ersten Halbzeit mit etwas mehr Entschlossenheit die Weichen stellen können. Doch es blieb spannend bis zum Schluss. „Ich finde keine Worte für das, was meine Mannschaft nach dem Rückstand geleistet hat“, sagte Reckels. – TuS Altenberge: Wenning-Künne – Risau (46. Lütke Lengerich), Teriete, Gausling, Kemper – Marx (37. Botella) – Pascal Hölker (81. Schlatt), Christian Hölker, Greshake, Wilpsbäumer – Thomassen. – Tore: 1:0 Thomassen (24.), 1:1 Greiff (56./Handelfmeter), 1:2 Greiff (66.), 2:2 Thomassen (73.), 3:2 Greshake (87.). – Bes. Vorkommnis: Rot für Altenberges Kemper (55./absichtliches Handspiel).

 

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