Do., 30.08.2018

ThorXTri: Stefan Heidl absolviert in Norwegen seinen fünften Extrem-Triathlon Eine Wahnsinnslandschaft

In Luna-Sandalen absolvierte Stefan Heidl – hier vor „Three Swords Monument“ (Schwerter im Berg), dem Wahrzeichen von Stavanger, und vor dem Start zum Schwimmen (kl. Bild) im Lysefjord, die letzte Disziplin.

In Luna-Sandalen absolvierte Stefan Heidl – hier vor „Three Swords Monument“ (Schwerter im Berg), dem Wahrzeichen von Stavanger, und vor dem Start zum Schwimmen (kl. Bild) im Lysefjord, die letzte Disziplin. Foto: privat

Burgsteinfurt - 

Stefan Heidl, der Orthopäde aus Burgsteinfurt, hat jetzt seinen fünften Extrem-Triathlon hinter sich gebracht. Diesmal war Norwegen das Ziel des Sportlers aus Laer.

Von Günter Saborowski

Die Liste extremer und teilweise schon verrückter Sportwettbewerbe ist lang. Für manch einen Sportler – Fußballer zum Beispiel – ist ein Marathon bereits eine extreme Veranstaltung. Was würden die Balltreter nur zu einem Triathlon der Ultravariante sagen? Oder der Tripleversion? Doch es gibt Sportler, die wollen einfach an ihre Grenzen gehen oder nur was Schönes, wenn auch mitunter Qualvolles, erleben.

Rainer Wachsmann und Josef Grond absolvieren den Deutschlandlauf oder rennen die Zugspitze hinauf. Thorsten Stening aus Och­trup fährt mit dem Rad 600 Kilometer durch die Niederlande. Oder Stefan Heidl, der Orthopäde aus Burgsteinfurt, der sich anscheinend vorgenommen hat, jeden Extrem-Triathlon auf der Welt zu absolvieren.

Diesmal war der Mann, der den Marathon in Luna-Sandalen läuft, in Norwegen unterwegs – beim ThorXTri. Wie immer bei einem Ultra-Triathlon mussten 3,8 km geschwommen, 180 km auf dem Rad und abschließend ein Marathon (42,195 km) gelaufen werden.

Fast 16 Stunden (15:18:55) hat der Dok aus Laer dafür gebraucht. Der Sieger, Christian Bjerkreim aus Norwegen, war nur 11:39 Stunden unterwegs. „Aber der war nicht von dieser Welt“, sagt Heidl, dass der Sieger aus einer deutlich anderen Liga kam.

Der Schwimmstart fand im Lysefjord statt, wo die 56 Teilnehmer um 4.25 Uhr in der Früh mit Speedbooten in den Fjord hinaus gebracht wurden und die 3,8 km zurück in die Bucht schwimmen mussten. „Wir waren in dem zwölf Grad kalten Wasser durch kleinen Leuchtbojen gesichert. Probleme bereitete uns der Zufluss von Wasser, das eine ordentliche Strömung erzeugte. Einige Teilnehmer haben schon beim Schwimmen die Segel gestrichen, weil sie nicht von der Stelle kamen“, erzählt der Orthopäde, der sich klugerweise in die Mitte des Fjords orientiert hatte und so gut durchkam.

„Ich bin als Fünfter aus dem Wasser“, freute er sich, musste dann aber bei einsetzendem Regen 27 Kehren bergauf in Richtung „Adlernest“ und dann runter Richtung Stavanger kraxeln. Wer jetzt zum Beispiel die Strecke nach Alpe D‘Huez hinauf vor seinem geistigen Auge hat, er liegt genau richtig.

„Mit Wind aus drei Richtungen. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Die letzten 30 Kilometer hatten wir Rückenwind“, gingen die 8:21 Stunden bei Windstärke 6 (39 km/h) ordentlich in die Beine. Dabei hat sich Heidl sogar kleinere Pausen gegönnt und in seine Whats­app-Gruppe daheim Fotos und ein Video geschickt.

„Die Laufstrecke am Ende war nett, aber nichts Spektakuläres. Es ging an einigen sehr schicken Häuschen in Stavanger vorbei“, war der Laerer beeindruckt vom Wohnstil der Norweger.

Um kurz nach 20 Uhr, für ihn äußerst ungewöhnlich, war der Doktor diesmal im Ziel. Mit anderen Worten: „Es war noch hell. Das kannte ich von den anderen Wettbewerben ja gar nicht.“

Und? Hat die Quälerei, denn das ist es ja wohl, auch Spaß gemacht? Das kann der Orthopäde aus Burgsteinfurt nur eindeutig mit Ja beantworten: „Es war komplett anders als bei meinen vorherigen Veranstaltungen. Die Landschaft ist wunderschön und höchst eindrucksvoll“, schwärmt Heidl.

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Mit Wind aus drei Richtungen. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt.

Stefan Heidl

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