Mo., 24.09.2018

Germania Horstmar erwartet den SV Wilmsberg zum Nachbarschaftsderby Wanderungsbewegungen

Am Sonntag spielt der TuS Germania Horstmar (hier Dominik Kortehaneberg, vorne) gegen den SV Wilmsberg. Zu den in den 1980er und -90er Jahren in der Landes- und Bezirksliga spielenden Wilmsbergern wechselten damals zahlreiche Horstmarer Talente wie zum Beispiel Thomas Fraundörfer (kl. Bild, oben) oder Horst Fechner (unten), dessen Brüder Detlef und Ralf ebenfalls beim SVW kickten.

Am Sonntag spielt der TuS Germania Horstmar (hier Dominik Kortehaneberg, vorne) gegen den SV Wilmsberg. Zu den in den 1980er und -90er Jahren in der Landes- und Bezirksliga spielenden Wilmsbergern wechselten damals zahlreiche Horstmarer Talente wie zum Beispiel Thomas Fraundörfer (kl. Bild, oben) oder Horst Fechner (unten), dessen Brüder Detlef und Ralf ebenfalls beim SVW kickten. Foto: gs

Horstmar/Borghorst - 

Germania Horstmar erwartet am Sonntag den SV Wilmsberg zum Nachbarschaftsderby der Bezirksliga. Als der SVW Ende der 1980er Jahre noch in der Landesliga um Punkte spielte, kickten dort schon einige Horstmarer im Trikot der Piggen.

Von Günter Saborowski

Spielerwechsel von A nach B gibt es nicht nur in der Bundesliga – dort allerdings oftmals einhergehend mit dem Entsetzen der Fans und dem entsprechenden medialen Getöse. Was gab es im Jahre 2011 für einen Aufschrei in Gelsenkirchen, als bekannt wurde, dass Schalkes Torwart Manuel Neuer sich dem FC Bayern München anschließen wollte.

Die sportliche Perspektive und eine Verbesserung der finanziellen Bezüge sind zumeist der Anlass für den Wechsel der Protagonisten. Oftmals geht dies zulasten der kleineren Vereine, die damit ihre Leistungsträger verlieren. Wo stünde der Karlsruher SC heute, wären nicht Oliver Kahn, Thorsten Fink, Mehmet Scholl, Michael Sternkopf, Oliver Kreuzer und Michael Tarnat in den 1990er Jahren, als Winfried Schäfer Trainer beim KSC war, zum Rekordmeister FC Bayern München gegangen?

Ganz so dramatisch wie in Karlsruhe, das einen Absturz bis in die Regionalliga Liga verkraften musste, geht es in unseren heimischen Gefilden nicht gerade zu. Dennoch sind Auswirkungen zu verspüren, wenn ein Verein seine leistungsstarken Nachwuchsspieler verliert: Er tritt sportlich auf der Stelle, soll heißen, an Aufstieg ist wohl eher nicht zu denken.

Ende der 1980er Jahre, als der SV Wilmsberg einen Durchmarsch von der Bezirks- in die Verbandsliga hinlegte, wechselten zahlreiche Spieler von Germania Horstmar zu den Piggen. Horst, Detlef sowie Ralf Fechner, Thomas Fraundörfer, der später im Dress von Preußen Münster spielte, Thomas Dauwe und später auch Stefan Kaufmann gingen einige Jahre im Trikot der Wilmsberger auf Punktejagd. Die höhere Liga und ein gewisser finanzieller Zuschuss lockte die Kicker. Alles nachvollziehbare Gründe.

In der jüngeren Vereinsgeschichte, als der SV Burgsteinfurt in der Landesliga um Meisterschaftspunkte spielte, war Stemmert ein Anlaufpunkt für die Behn-Brüder, Dennis und Kevin, sowie Sven Sunke. Alle drei spielen mittlerweile wieder in ihrem Heimatverein. „Burgsteinfurt war früher nicht so angesagt bei unseren Jungs, die gingen eher nach Wilmsberg“, erinnert sich Manfred Eppenhoff vom Vorstand des TuS Germania.

Trotz der zeitweiligen personellen Aderlässe hat es der TuS Germania Horstmar drei Mal in seiner bisherigen Vereinsgeschichte geschafft, von der höchsten Kreisliga in den überkreislichen Fußball aufzusteigen. Das erste Mal war in der Saison 1970/71 unter Trainer Hubert Kocks, als der Begriff „Vereinswechsel“ noch ein Fremdwort für die meisten Kicker war. Das zweite Mal, unter Christoph Klein-Reesink als Coach, fand in der Spielzeit 2011/12 statt. Und seit Mai 2018 spielen die Horstmarer zum dritten Mal in der Bezirksliga. Mit durchaus beachtlichem Erfolg.

Auswirkungen auf die morgigen Partie gegen den SV Wilmsberg dürften diese „alten Kamellen“ nicht mehr haben. Im Vergleich zum SVW (sechs Punkte, Platz acht) steht die Elf von Trainer Andre Rodine mit zwei Gegentoren sogar besser da (acht Punkte, Platz drei) und zeigt sich zuversichtlich was den Ausgang der Begegnung betrifft: „Es ist durchaus unser Ziel, weiterhin verlustpunktfrei zu bleiben. Wir haben unsere Ordnung und unsere taktische Herangehensweise gefunden und können sehr intensiv verteidigen“, gibt sich Rodine selbstbewusst. Einzig auf Alex Wehrmann, Wilmsbergs Vorbereiter schlechthin, will man ein besonderes Auge haben.

Das ist auch dem Wilmsberger Trainer aufgefallen, der sich „überrascht“ zeigt, dass „Horstmar schon acht Punkte hat“. Der TuS habe ein „exzellentes Umschaltspiel“ und die „beste Abwehr der Liga“. Vor allem aber freue man sich im Wilmsberger Lager darauf, die ehemaligen Mitspieler wie Daniel Smith, Jannik Oldach und Sebastian Wehrmann wiederzusehen.

 

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Der TuS hat ein exzellentes Umschaltspiel und die beste Abwehr der Liga.

Christof Brüggemann

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