Fußball: Kreisliga A
Der Stress hat sich für Torsten Höing gelohnt

Horstmar -

Ende Mai hat sich Torsten Höing von seinen Teamkameraden verabschiedet. Sein Ziel: Marathon. Den hat er nun hinter sich, und das in einer respektablen Zeit für einen Neuling.

Dienstag, 10.09.2019, 13:52 Uhr
Die Erleichterung und der Stolz sind unverkennbar: Torsten Höing, ehemaliger Mannschaftskapitän von Germania Horstmars Fußballern, absolvierte am Sonntag seinen ersten Marathon in Münster.
Die Erleichterung und der Stolz sind unverkennbar: Torsten Höing, ehemaliger Mannschaftskapitän von Germania Horstmars Fußballern, absolvierte am Sonntag seinen ersten Marathon in Münster. Foto: privat

Noch am Dienstagvormittag spürt Torsten Höing seine Knochen. „Ich habe heute immer noch Muskelkater“, berichtet der ehemalige Mannschaftskapitän von Germania Horstmars Fußballern. Leidend hört sich das allerdings nicht an. Eher schwingt Stolz in seiner Stimme mit. Am Sonntag überwand er die 42,195 Kilometer des Münster-Marathons.

„Eine richtig geile Geschichte“, sagt Höing zurückblickend. Aber auch eine einmalige und eine, die mit viel Vorbereitungszeit verbunden war. Alleine im Juli und August spulte Höing 450 Trainingskilometer ab. Das ist eine Menge. Aber sie war nötig. „Sportlich ist ein Marathon eine Herausforderung, körperlich anstrengend, aber schon richtig cool“, erlebte Höing einen wohl unvergesslichen Sonntag. „Ich habe großen Respekt vor allen Leuten, die das häufiger machen.“

Höing macht das nicht häufiger. „Es war mein erster und mein letzter Marathon“, erzählt er und lacht. Die Idee zur Teilnahme entstand im Freundeskreis. Ein Kumpel des 26-Jährigen absolvierte die Laufstrecke rundum und durch Münster und fixte Höing an. „Ich wollte auch mal über den Tellerrand des Fußballs hinausschauen“, sagt der Mitarbeiter des Havixbecker Rathauses. „Meine Affinität zum Joggen war sowieso schon immer groß.“

Im März meldete er sich als Teilnehmer an, im Mai beendete er die Saison mit Germania Horstmar, anschließend ging es drei Monate lang so richtig in die Vollen mit dem großen Ziel vor Augen.

Weniger als vier Stunden wollte er unterwegs sein. Das funktionierte hervorragend. Als Endzeit standen für Höing 3:55:08 Stunden zu Buche. Von 1 728 Teilnehmern machte das letztendlich den 646. Gesamtrang. Nicht schlecht für das allererste Mal. „Wenn ich mir den Tag hätte ausmalen können, dann wäre er so verlaufen“, sagt Höing. Als Anerkennung und Andenken gab es für den Herrn mit der Startnummer 631 ein Teilnehmer-Shirt und eine Medaille.

Auf den ersten 15 Kilometern lief er mit einem guten Freund zusammen, anschließend war Höing auf sich allein gestellt. Er hielt durch und erreichte das Ziel. Der Stress hat sich gelohnt.

Den Weg des Dauer-Läufers schlägt er nun allerdings nicht ein. „Die Fußballschuhe stehen noch bei mir im Keller“, sagt Höing. Der Spielerpass liegt ebenfalls noch beim TuS Germania.

Es juckt noch in den Füßen. Aber ob er seine schöpferische Fußballpause bald wieder beendet, ist noch ungewiss. Was aber auch ihm klar sein dürfte: Die Jagd nach Toren ist nicht so anstrengend wie die 42,195 Kilometer durch Münsters Straßen. Und der Muskelkater nach einem Kreisliga-Kick verschwindet wohl auch etwas schneller aus den Gliedern.

Ich habe großen Respekt vor allen Leuten, die das häufiger machen.

Torsten Höing

Wenn ich mir den Tag hätte ausmalen können, dann wäre er so verlaufen.

Torsten Höing
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