TVB-Torwart Max Göcke hängt Schuhe an den Nagel
Zwangsweiser Ruhestand

Borghorst -

Max Göcke ist ein fröhlicher Charakter, der bei den Handballern des TV Borghorst nicht nur wegen seiner Eigenschaften als „Typ und Motivator“ geschätzt wird, sondern vor allem aufgrund seiner Fähigkeiten als Mann zwischen den Pfosten. Doch damit ist es jetzt vorbei, der TVB muss in der neuen Saison in der Bezirksliga ohne seinen Torwart auskommen.

Donnerstag, 12.09.2019, 15:26 Uhr
So werden ihn die Zuschauer und seine Mitspieler beim TV Borghorst wohl nicht mehr erleben: Aufgrund eines zweiten Kreuzbandrisses muss Max Göcke das Handballspielen aufgeben.
So werden ihn die Zuschauer und seine Mitspieler beim TV Borghorst wohl nicht mehr erleben: Aufgrund eines zweiten Kreuzbandrisses muss Max Göcke das Handballspielen aufgeben. Foto: Thomas Strack

Vor sechs Wochen ist der Maschinenbautechniker zum zweiten Mal am Kreuzband des linken Knies operiert worden und wird mit dem Handballspielen – zwangsweise – aufhören. Das trifft ihn, denn „ich bin ein durch und durch mannschaftsverliebter Sportler. Aber der Arzt hat gesagt, ich solle aufhören und abnehmen. Elf von 20 Kilo habe ich schon abgenommen“, grinst der Borghorster Schnapper.

Vor acht Jahren hatte Göcke seinen ersten Kreuzbandriss erlebt, konnte danach aber wieder problemlos in der Reserve des TV Emsdetten in der Verbandsliga im Tor spielen. Mit der A-Jugend des TVE spielte der heute 28-Jährige in der Oberliga und ist mit ihr sogar Westfalenmeister geworden. Nach dem Abstieg in die Landesliga kam der Wechsel nach Borghorst. Seiner Freundin war‘s ganz recht. „Mittlerweile bin ich in einem Alter, da denkt man schon mal über Familie und Haus nach, und dann frage ich mich, ob es das wert ist“, sagt er nachdenklich, denn die aktuell zweite OP hat zutage gebracht, dass neben dem Kreuzband auch Meniskus und Knorpel in Mitleidenschaft gezogen worden sind. „Ich habe ja unter Schmerzen bis zum Ende der Saison beim TV Borghorst weitergespielt“, räumt er diesen Fehler ein.

Allerdings hat er damit seiner Mannschaft auch die Meisterschaft in der Kreisliga und den Aufstieg in die Bezirksliga ermöglicht. 494 Gegentore in 22 Spielen – das schafft nicht jeder. Im Schnitt haben Göcke und Michael Segger nur 22 Stück reinbekommen. Nur zum Vergleich: Beim Bezirksligameister SuS Neuenkirchen hat Torwart Marc Bohle mit seinem Kollegen in der vorigen Saison in 26 Spielen 620 Gegentore kassiert, im Schnitt 23. „Beides eine unheimlich starke Quote“, sagt Göckes Trainer Jörg Kriens.

„Max hat eine gute Spielübersicht, ist schnell auf den Beinen und hat starke Reflexe“, urteilt sein Trainer Jörg Kriens über ihn. Ein einziges Spiel hat Göcke in der gesamten Saison gefehlt. „Wenn Max den Ball beim Konter nach vorne bringt, dann muss sich Linus (Kleine Berkenbusch) nur umdrehen und fangen“, rühmt Kriens Göckes Qualitäten eines punktgenauen Zuspiels beim Tempogegenstoß. Doch damit ist jetzt Schluss.

Ein einziges Mal möchte er für seine Mannschaft in der neuen Saison noch im Tor spielen. „Ich fände es grandios, wenn ich das letzte Saisonspiel gegen den TB Burgsteinfurt mitmachen könnte. Das wäre ein Traum“, will Göcke bis Ende Mai wieder so fit werden, dass er das Ortsderby in eigener Halle bestreiten kann. Bis dahin muss sich der TVB-Torwart mit Krafttraining beschäftigen. „Ich muss Muskulatur aufbauen, deshalb werde ich die nächsten anderthalb Jahre wohl viel unter Anleitung meines Physiotherapeuten im Elan verbringen.“

Mittlerweile bin ich in einem Alter, da denkt man schon mal über Familie und Haus nach.

Max Göcke
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