Handball: Europameisterschaft in Österreich
Es hätte besser laufen können

Wien -

Füpnf Handballer aus Burgsteinfurt, alle nicht mehr ganz jung und in der Meisterschaft nicht mehr aktiv, erlebten die Handball-EM in Österreich – mit allem Freund und Leid, das dazu gehört.

Dienstag, 21.01.2020, 15:33 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 16:00 Uhr
Uwe Geersen, Jens Lindstrot, Robert Schmidt (o.v.l.), Björn Marquardt und Wolfgang Diekmann (u.v.r.) haben ihre Fahrt zur Handball-EM nach Österreich trotz der Niederlage gegen Kroatien genießen können.
Uwe Geersen, Jens Lindstrot, Robert Schmidt (o.v.l.), Björn Marquardt und Wolfgang Diekmann (u.v.r.) haben ihre Fahrt zur Handball-EM nach Österreich trotz der Niederlage gegen Kroatien genießen können. Foto: Uwe Geersen

Der Frust saß tief, nicht nur bei den Handballern der Deutschen Nationalmannschaft. Auch die mitgereisten Fans aus Deutschland waren schwer enttäuscht, als die Anzeigentafel in der Wiener Halle nach 60 Spielminuten bei der Partie Deutschland gegen Kroatien ein 24:25 anzeigte.

„Grundsätzlich war es ja erstmal eine Steigerung zu den Spielen vorher gewesen“, hatten sich Uwe Geersen und seine Truppe nach der Hälfte der Partie schon geistig auf den Einzug ins Halbfinale eingestellt. „Die erste Halbzeit war einfach super. Die Mannschaft hat gekämpft, man merkte regelrecht, dass die das Spiel gewinnen wollten. Aber zum Ende der zweiten haben sie einfach zu viele Fehler gemacht. Unterm Strich wäre ein Unentschieden aber durchaus verdient gewesen“, so das Fazit der Stemmerter Fangruppe in Wien.

Die Stimmung in der Halle, so berichtet der Spielwart des TB Burgsteinfurt weiter, sei bombastisch gewesen. „Das ist ja nicht wie beim Fußball. Polizei sieht man beim Handball ja kaum. Die Einlasskontrollen beschränken sich auf Taschen oder Rucksäcke. Ich bin zum Beispiel nicht mal abgetastet worden. Vielleicht kontrollieren die die Leute ja auch nur, damit keiner sein eigenes Bier mitbringt“, erzählt Geersen. Die Fanblöcke der Kroaten und Deutschen saßen „wild durcheinander“, südländisch enthusiastisch die einen, am Ende niedergeschlagen und enttäuscht die anderen.

„Die letzten Minuten waren bitter, vor allem weil es vorher eine tolle Leistung der Deutschen Mannschaft war. Aber sie hat am Ende einfach zu viele Chancen vergeben“, resümierte die Burgsteinfurter Clique.

Zum Glück konnten sie auch die Begegnung gegen Österreich noch sehen. „Bei dem Spiel waren natürlich wesentlich mehr Österreicher in der Halle, auch wenn die österreichischen Nationalspieler alle in der deutschen Bundesliga spielen und Handball hier nicht so einen Stellenwert hat wie bei uns“, erklärt der Stemmerter.

Natürlich stand bei den fünf ehemaligen TB-Handballern auf ihrer Tour nicht nur der Sport im Vordergrund. „Ein wenig Kultur haben wir auch mitgenommen“, grinst Geersen und listet die touristischen Attraktionen auf, die man während der Stadtrundfahrt zu Gesicht bekommen hat. Am Sonntag stand jedoch wieder Sport auf dem Programmplan, diesmal in einer Sportsbar, wo sich die Gruppe sich ein Halbfinale der NFL angeschaut haben.

Gestern saß der Fünferclub wieder im Zug und befand sich auf der Rückfahrt nach Deutschland. „Das Spiel um Platz fünf ist ja jetzt sicher. Das schauen wir uns in der Heimat an“, sind Geersen und Co. dann Zuschauer am heimischen TV-Gerät.

Vielleicht kontrollieren die die Leute ja auch nur, damit keiner sein eigenes Bier mitbringt.

Uwe Geersen
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