Wasserball: Doppelendrunde um den DSV-Pokal in Berlin
Außer Spesen nichts gewesen

Borghorst/Berlin -

Einen Pokal brachten sie nicht mit nach Hause, auch keine Urkunde für Platz drei. Dafür waren ihre Mannschaften, Nikar Heidelberg und ASC Duisburg, einfach nicht stark genug. Aber die Borghorster Wasserballer hatten wenigstens mal wieder ein Erlebnis in Berlin.

Montag, 28.09.2020, 15:08 Uhr
Fabienne Heerdt (l.) und Svenja Bordewick aus Borghorst standen respektive schwammen für die Mannschaft von Nikar Heidelberg ebenfalls in der Endrunde in Berlin.
Fabienne Heerdt (l.) und Svenja Bordewick aus Borghorst standen respektive schwammen für die Mannschaft von Nikar Heidelberg ebenfalls in der Endrunde in Berlin. Foto: Matthias Beckonert

Berlin ist zwar immer eine Reise wert, diesmal allerdings – zumindest sportlich betrachtet – ohne Ertrag für die aus Borghorst stammenden Wasserballer Svenja Bordewick, Fabienne Heerdt und Bastian Schmellenkamp. Alle drei standen am Wochenende im Finale des Deutschen Wasserball-Pokals und mussten mit ihren Mannschaften jeweils Niederlagen einstecken. Zu groß waren die Hürden für Nikar Heidelberg und den ASC Duisburg, bei dem Schmellenkamp die Kappe aufhat.

Im Halbfinale unterlagen Bordewick und Heerdt bei den Frauen gegen den hohen Favoriten Spandau 04 mit 9:33, im Spiel um Platz sah Heidelberg schon ein wenig besser aus, bezog mit 14:17 gegen WaSpo Hannover trotzdem eine Niederlage. Im Finale setzte sich Gastgeber Spandau erwartungsgemäß auch gegen Bayer Uerdingen durch und durfte nach einem 11:8 den DSV-Pokal in die Höhe stemmen.

Bei den Männern traf Schmellenkamp mit seinem Team bereits im Halbfinale auf Spandau und unterlag mit 9:16. Im kleinen Finale zogen die Duisburger gegen den zweiten Berliner Teilnehmer des Final-Wochenendes, OSC Potsdam, mit 13:15 ebenfalls den Kürzeren. Das Finale entschied letztlich auch bei den Männern Spandau 04 gegen Hannover mit 12:8 für sich.

„Unsere Chancen mit Heidelberg standen von Beginn an schlecht“, erklärten die beiden Borghorsterinnen nach ihrem Berliner Wochenende. „Im Spiel um den dritten Platz gegen WaSpo wäre vielleicht mehr drin gewesen“, meinte Fabienne Heerdt. Hannover befinde sich ebenfalls im Umbruch, ähnlich wie Heidelberg, daher hätten die Chancen in dieser Partie besser gestanden.

Dennoch fuhren die beiden Damen aus der Kreisstadt ohne Frust und Ärger nach Hause ins Münsterland. Bordewick, die als Bankkauffrau in Münster arbeitet und zuvor gemeinsam mit Heerdt in Bochum spielte, versuchte zu erklären, warum das Unternehmen Finale so mäßig lief: „Wir konnten kaum trainieren, weil die Schwimmbäder ja geschlossen waren. Unsere Vorbereitung war mehr als bescheiden; außerdem ist unsere Mannschaft erst am Samstagmorgen angereist.“ „Zudem hatten einige Spielerinnen den Verein verlassen, andere waren neu in der Mannschaft, sodass unser Zusammenspiel eher bescheiden war“, fand Fabienne Heerdt weitere Begründungen für die Niederlagen, vor allem das 9:33 gegen Spandau.

Unter der Woche halten sich beide Frauen in Münster bzw. Bochum auf, wo sie sich konditionell fit halten. Zum Abschlusstraining in Heidelberg, wenn die Liga wieder läuft, sei die Mannschaft erst komplett. „Da werden dann die taktischen Dinge trainiert wie Überzahl- oder Unterzahlspiel“, so Fabienne Heerdt. Fahrtkosten und Unterkünfte bei Auswärtsspielen würden erstattet, Geld verdiene man mit Wasserball in Deutschland ansonsten nicht. Wenigstens können sich beide Spielerinnen, die nicht zum ersten Mal am Pokalfinale in Berlin teilnahmen, damit ein bisschen rühmen, dass sie jeweils auch Tore erzielt haben.

Matthias Beckonert, der als einziger Fan aus der Kreisstadt ebenfalls im Berliner Schöneberg-Schwimmbad von Spandau 04 vor Ort war, betreibt im Internet die Wasserballecke, wo sich jeder Interessierte über Wasserball in Deutschland informieren kann. „Alles lief sehr gesittet und viel kleiner als sonst ab in Berlin, sogar die Party hinterher ist wegen der Corona-Maßnahmen ausgefallen“, hat Beckonert schon deutlich stimmungsvollere Finaltage erlebt. Mitte Oktober wird nun die alten Saison zu Ende gespielt, Ende November beginnt dann die neue mit ihren Punktspielen.

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