Fotoserie: „Die gute, alte Zeit“
Mit dem Perso auf den Fußballplatz

borghorst -

Fußball nach dem Krieg – das war eine echte Herausforderung. Umso erstaunlicher ist es, dass eine Mannschaft von Preußen Borghorst bereits 1947 den Titel eines Nordwestfalenmeisters holte.

Dienstag, 22.12.2020, 14:26 Uhr aktualisiert: 28.12.2020, 13:50 Uhr
Die A-Jugend von Preußen Borghorst im Jahre 1947: (o.v.l.) Hermann Wiggenhorn, Hennes Dinkhoff, Oswald Dinkhoff, Heinz Konermann, Rolf Beuning, Jugendobmann Erich Stroetmann, (u.v.l.) Eugen Börger, Josef Beckman, Helmut Trapmann, Günter Godt und Heinz Brinkhaus. Die beiden Spielen links und rechts unten hießen Ewald Ahlers und Willi Artkötter. Beide sind 1947 verstorben.
Die A-Jugend von Preußen Borghorst im Jahre 1947: (o.v.l.) Hermann Wiggenhorn, Hennes Dinkhoff, Oswald Dinkhoff, Heinz Konermann, Rolf Beuning, Jugendobmann Erich Stroetmann, (u.v.l.) Eugen Börger, Josef Beckman, Helmut Trapmann, Günter Godt und Heinz Brinkhaus. Die beiden Spielen links und rechts unten hießen Ewald Ahlers und Willi Artkötter. Beide sind 1947 verstorben. Foto: privat

Ob der Titel unserer Serie für die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wirklich zutreffend ist, mögen andere beurteilen. Sicher, der Krieg war vorbei, aber große Teile Deutschlands lagen in Trümmern. Das wird in den kleineren Städten des Münsterlandes nicht ganz so schlimm gewesen sein wie in den Großstädten, aber dass ab 1946 bereits wieder Fußball gespielt wurde, ist überraschend. „Natürlich mit weniger Mannschaften, als es heute der Fall ist, oft nur zwölf. Da dauerte eine Meisterschaft nicht besonders lange“, weiß Fußballstaffelleiter und Hobbyhistoriker Gerhard Rühlow.

Ein Ereignis, an dem die A-Jugend von Preußen Borghorst beteiligt gewesen war, ist nicht nur in der Chronik des SC Preußen (heute Borghorster FC) festgehalten, es gibt sogar noch einen Zeitzeugen, der sich daran erinnert: Hennes Dinkhoff, selbst beteiligter Spieler des Nordwestfalenmeisters von 1947.

Dinkhoff spielte mit 16 Jahren bereits in der ersten Mannschaft von Preußen Borghorst und wechselte 1950 zu Preußen Münster, weil man ihm dort eine Ausbildung bei der Sparkasse zugesagt hatte. Zum Einsatz mit den Fußballgrößen von damals, Adi Preißler oder Fiffi Gerritzen, kam Dinkhoff allerdings nur bei Freundschaftsspielen.

Natürlich war der Spielbetrieb so kurz nach dem Krieg noch keineswegs derart ausgeprägt wie heute. Die A-Junioren der Preußen mussten als Kreismeister gegen die Sportfreunde Coesfeld, die Spielvereinigung Werne und in einem Wiederholungsspiel auf neutralem Boden im Preußenstadion in Münster gegen SuS Ahlen antreten. Sämtliche Spiele gewannen die Borghorster und waren damit Nordwestfalenmeister. „Unverständlicherweise wurden die Spiele dann abgebrochen“, erinnert sich Dinkhoff, weiß aber nicht mehr genau. was an weiteren Paarungen hätte folgen können. Wahrscheinlich ist, dass der Nordwestfalenmeister gegen weitere Meister aus dem Bereich Westfalen hätte spielen sollen. „Aber darum haben wir uns gar nicht mehr gekümmert. Für uns war danach Schluss, und die Enttäuschung war riesig“, erzählt der 88-Jährigen.

Der Hintergrund waren die nicht vorhandenen Spielerpässe der Borghorster. „Es gab ja noch gar keine. Wir haben mit unseren Ausweisen gespielt, da war ein Foto drin. Aber nach diesen Spielen wurden richtige Spielerpässe gefordert, und die hatten wir nicht.“

Von den Spielern auf dem obigen Bild leben noch Heinz Brinkhaus, der in jungen Jahren nach Amerika auswanderte und der jüngere Bruder des ehemaligen Bürgermeisters Franz ist. Darüber hinaus Hennes (88) und Oswald Dinkhoff, der mittlerweile 91 ist.

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