Fußball: Der Neu-Bremer Niclas Ochse
Vom Urpigge zum Unioner

Steinfurt -

Niclas Ochse war lange Zeit Mannschaftskapitän des SV Wilmsberg. Dann ging er nach Bremen, doch auch dort spielt er weiterhin Fußball.

Montag, 11.01.2021, 15:46 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 15:16 Uhr
Hier neben Raffael Dobbe (l.) und Sebastian Wehrmann (r.) spielte Niclas Ochse im Mittelfeld der Piggen und war der Mann für alle Fälle. „Man konnte ihn vorne, hinten und in der Mitte einsetzen“, sagt sein Mitspieler und Co-Trainer Marius Wies über ihn.
Hier neben Raffael Dobbe (l.) und Sebastian Wehrmann (r.) spielte Niclas Ochse im Mittelfeld der Piggen und war der Mann für alle Fälle. „Man konnte ihn vorne, hinten und in der Mitte einsetzen“, sagt sein Mitspieler und Co-Trainer Marius Wies über ihn. Foto: Günter Saborowski

Allzu lange ist er ja noch nicht weg. Vier Jahre lang hat er unter Trainer Christoph Brüggemann die Kapitänsbinde beim SV Wilmsberg getragen. Aber nicht nur dort, sozusagen als sichtbares Zeichen, hat Niclas Ochse das Grün und Weiß seines Clubs nach außen hin gezeigt, sondern war auch im Herzen durch und durch ein Wilmsberger. „Ein Urpigge sogar“, bestätigt Marius Wies, der zeitgleich als Co-Trainer neben Brüggemann auf dem Platz stand.

Niclas Ochse hat sich im Winter 2019 nach einem halben Jahr Pendelei zwischen Bremen, Vechta und Borghorst vom Fußball aus der Kreisstadt verabschiedet und geht nun beim FC Union Bremen in der Bremenliga seiner fußballerischen Leidenschaft nach.

Vier von sieben Spielen hat Ochse dort bislang bestritten und dabei zwei Tore geschossen. Das half seiner Mannschaft bis dato wenig, denn die Elf ist Vorletzter der Tabelle: ein Sieg, ein Unentschieden und fünf Niederlagen sind es bei vier Punkten und 10:20 Toren bisher. Das spielerische Niveau entspricht der Landesliga, die dort die höchste Liga unter der Regionalliga darstellt. „Meine Freundin und ich haben uns zwei Spiele von zwei Vereinen in Bremen angeschaut, und ich habe mich dann für Union entschieden. Das ist bei mir um die Ecke, da kann ich mit dem Fahrrad hinfahren. Aber hier ist vieles anders als bei uns in Steinfurt, von der Trainingsbeteiligung bis zum Einsatz“, gibt Ochse der (noch) 29-Jährige zu, dass die Eingewöhnungsphase für ihn noch nicht abgeschlossen ist.

Ganz leicht ist ihm der Abschied aus Borghorst offensichtlich nicht gefallen. Seine Freundin Nina, die aus Bremen stammt, und er haben sich jeweils in der anderen Stadt um einen Job beworben. „Bei mir hat es halt am schnellsten geklappt“, sagt der Anlagenmechaniker, der nur fünf Bewerbungen schreiben musste und drei Vorstellungsgespräche hatte. Für Nina als Wirtschaftsingenieurin war es im Münsterland ein wenig schwerer. „Zumal das Gehalt dann auch nicht passte“, räumt Niclas Ochse ein.

Bei der Frage, wenn‘s umgekehrt gelaufen wäre, ob er dann auch beim Fusionsverein BFC gespielt hätte, zögert Ochse und meint: „Schwer zu sagen.“ Wie es scheint, hätte es noch einiges an Überzeugungskraft gebraucht, um aus dem Piggen einen BFCler zu machen. Da hat es ihn vielleicht auch geschmerzt, dass er sein letztes Spiel im Wilmsberger Trikot auf dem Kunstrasen der Preußen gegen Albachten absolvieren musste.

„Nicki ist sehr heimatverbunden“, beschreibt ihn sein Mannschaftskamerad Marius Wies. Der Co-Trainer kennt ihn als „Urpigge“, nennt ihn aber auch eine „Drecksau auf dem Platz“. Ehrgeizig, legt sich sich mit allem und jedem an, wenn es um den Erfolg der Mannschaft gehe. Wies: „Den möchtest Du nicht als Gegenspieler haben.“ Er habe „seinen eigenen Kopf“ gehabt, wenn es um die Sache und den Erfolg der Mannschaft gegangen sei, ergänzt sein Trainer Christoph Brüggemann. Auf dem Platz sei er vielseitig verwendbar: „Nicki kann was. Er ist torgefährlich, kann also auch vorne spielen, im Mittelfeld sowieso und hinten eben auch. Das sieht man ihm gar nicht unbedingt an, denn körperlich ist er ja mehr ein Leichtgewicht,“ gehört der ehemalige Wilmsberger Mannschaftskapitän laut Wies beileibe nicht der Sorte Hans-Peter Briegel an.

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