Fußball: Inwieweit macht eine Saisonfortsetzung noch Sinn?
Nicht-Abbruch wird unterschiedlich aufgenommen

Kreis Steinfurt -

Die Saison 2020/21 wird nicht abgebrochen und annulliert. Diese Nachricht kam am Montag vom Verband aus Kaiserau. Ob es nun aber wirklich noch mal weiter geht, dahinter stehen eine Menge Fragezeichen. Das finden auch die Spieler, Trainer und Funktionäre.

Dienstag, 30.03.2021, 13:26 Uhr
André Rodine glaubt, dass die Zeit für die Saison 2020/21 abgelaufen ist.
André Rodine glaubt, dass die Zeit für die Saison 2020/21 abgelaufen ist. Foto: Thomas Strack

Die Saison in Westfalens Amateurligen ist immer noch nicht beendet. Während einer Pressekonferenz am Montag machte das Präsidium des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) deutlich, dass die sofortige Einstellung der Saison keine mögliche Option sei, da die Organisation des Spielbetriebs als Satzungsaufgabe in den Statuten festgeschrieben ist. Zudem sei bei einem günstigen Pandemieverlauf und in kleineren Staffeln nicht auszuschließen, dass noch eine Saisonwertung möglich wäre, hieß es seitens der Funktionäre weiter.

„Ich würde mich freuen, wenn es weitergehen würde. Gerade, um noch ein paar Spiele mit Marvin Bingold oder Tim Lambers zu bestreiten, die uns im Sommer ja verlassen. Aber ob das jetzt alles Sinn macht, die Saison fortzuführen, weiß ich nicht. Es kann doch niemand sagen, wie sich die Situation entwickelt. Möglich wäre ja, dass wir drei, vier Spielen machen und dann der nächste Lockdown kommt“, findet Sascha Woestmann, Torwart des A-Ligisten 1. FC Nordwalde.

Aus „gesellschaftlicher und sportlicher Sicht“ hält es Michael Schmidt, Vorsitzender des FSV Ochtrup, für richtig, dass der FLVW die Saison nicht vorzeitig abschließt. „So lange zumindest die Beendigung der Hinrunde noch möglich ist, sollte man sich die Option einer Saisonfortführung offen halten. Ich fände es für die Kinder, Jugendlichen und Senioren ganz wichtig, wenn sie wieder spielen könnten“, positioniert sich Schmidt. Inwieweit das tatsächlich umsetzbar wäre, könne er aus seiner Sicht aktuell aber nicht beantworten.

Altenberges Trainer André Rodine fehlt nach eigenen Aussagen die Fantasie, um sich eine sinnvolle Saisonfortsetzung vorzustellen. Gerade in der Landesliga sei das schwierig. „Innerhalb eines Kreises ist bei passenden Zahlen vielleicht noch ein Spielbetrieb zu stemmen, aber wie sieht das aus, wenn die in einem anderen Kreis zu hoch sind und dessen Mannschaften dann passen müssen?, fragt sich der Übungsleiter der 09er. „Und was passiert, wenn sich in einer Mannschaft ein Spieler infiziert und das Team in Quarantäne muss. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Besser ist, die Saison nicht auf Teufel komm raus fortzusetzen, sondern sich jetzt schon auf die Planungen der Spielzeit 2021/22 zu konzentrieren.“

„Es nervt einfach nur noch“, klagt Michael Straube, Coach des Borghorster FC. „Ich möchte aber auch nicht in der Haut der Funktionäre stecken, die ja am 19. April entscheiden wollen, wie es weitergeht. Das ist für mich aber auch die Deadline, um die Saison im Mai und Juni noch zu Ende zu bringen. Ich bin ein großer Befürworter, dass die Saison weitergeht. Aber aufgrund vieler Unwägbarkeiten bin ich daher eher skeptisch.“

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