Fußball: Niko Lazarov und seine turbulente Zeit beim SV Burgsteinfurt
Mit O-Beinen wie Stan Libuda

Burgsteinfurt -

Niko Lazarov hat als Fußballer beim SV Burgsteinfurt einiges erlebt. Dabei wollte der gebürtige Bulgare eigentlich höher hinaus als Landesliga. Dass dies nicht so recht klappte und warum er letztlich im Münsterland hängen blieb, hat wie immer verschiedene Gründe.

Dienstag, 06.04.2021, 16:28 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 16:18 Uhr
Niko Lazarov (Mitte) als Kapitän beim SV Burgsteinfurt unter Trainer Wolfgang Schütte (l.). Lazarovs Führungstreffer im Pokalspiel gegen den zwei Klassen höher spielenden SuS Neuenkirchen 2008 ebnete den Weg zu einem nie erwarteten 4:0-Erfolg.
Niko Lazarov (Mitte) als Kapitän beim SV Burgsteinfurt unter Trainer Wolfgang Schütte (l.). Lazarovs Führungstreffer im Pokalspiel gegen den zwei Klassen höher spielenden SuS Neuenkirchen 2008 ebnete den Weg zu einem nie erwarteten 4:0-Erfolg. Foto: gs

Es waren die goldenen Jahre des SV Burgsteinfurt, mit Turbulenzen, die eines FC Schalke 04 würdig gewesen wären. Mittendrin ein Mann, der seit neun Jahren aus Burgsteinfurt weg ist, aber alles, was der SV Burgsteinfurt in der Zeit zu bieten hatte, mitmachen durfte: Kreispokalsieg gegen Verbandsligist SuS Neuenkirchen 2008, Meisterschaft und Aufstiegsdrama 2010, eine unfreiwillige Pause 2011, zwei Trainerwechsel und den Abstieg in die Bezirksliga am Ende der Saison 2012. „Ja, den leider auch. Aber es war eine sehr interessante Zeit“, sagt Niko Lazarov, der danach, als Dirk Bültbrun übernahm, das Stemmerter Trikot endgültig vom Körper streifte.

Dinkhoff, Schütte, Bienemann, Wolff und Weikert, Antwerpen und dann wieder Wolff – Lazarov hat in seinen acht Jahren beim SV Burgsteinfurt einige Trainer erlebt. „Meine schönste Zeit hatte ich unter Wolfgang Schütte. Unter ihm habe ich so richtig Fuß gefasst in Deutschland. Das war ein korrekter Typ der alten Schule. Er hat mich, als Tobi Rawert aufhörte, auch zum Mannschaftskapitän gemacht. Das hat mir viel bedeutet“, erzählt der 1,90 Meter große Defensivspieler von seinen Anfängen in Stemmert.

Mit dem Wechsel von Schütte zu Bienemann als Trainer begann die Leidenszeit des 38-jährigen Lazarov: „Von Bienemann war ich enttäuscht. Er hat mich nicht mehr berücksichtigt und außen vor gelassen. Dass er dann aufgehört hat, habe ich gar nicht mitbekommen, weil ich wegen einer Verletzung nicht spielen konnte. Erst als ich später einen Anruf von Helge Wolff bekam, ob ich nicht wieder einsteigen könnte, habe ich davon erfahren, dass Bienemann nicht mehr Trainer ist. Ihm hat die sportliche Infrastruktur in Burgsteinfurt wohl nicht gefallen, habe ich gehört“, gibt Lazarov die turbulente Zeit wieder. Aber auch dem Trainerteam Wolff und Weikert, das nach Klaus Bienemann die Betreuung der ersten SVB-Mannschaft übernahm, musste Lazarov – zunächst – eine Absage erteilen: „Ich war noch verletzt, hatte Schmerzen im linken Knie. Ich habe extreme O-Beine, und beim Arzt sagte man mir, dass meine Knie aussähen wie bei einem 40-Jährigen“, beschreibt Lazarov das Innenleben seiner Gelenke. „Ich war damals 28 und wollte mit Fußballspielen nicht aufhören. Also habe ich es mit Akupunktur versucht, und die hat geholfen. Unter Antwerpen konnte ich dann wieder spielen. Zur selben Zeit habe ich auch meine Ausbildung angefangen“, musste der Bulgare sportlich ein wenig kürzer treten.

„Antwerpen war ein guter Trainer, sehr emotional, engagiert und motiviert, später aber auch frustriert, weil er höhere Ansprüche hatte“, beschreibt Lazarov seinen Übungsleiter der Jahre 2011 und 2012. „Der hat an mich geglaubt und mich auch mehr im Mittelfeld spielen lassen. Da habe ich Fähigkeiten an mir entdeckt, die ich mir vorher gar nicht zugetraut hatte. Ich war zwar nur bei Standards mit vorne, aber einige Tore habe ich doch erzielt, meistens mit dem Kopf“, erinnert sich der 1,90-Hüne an einige Törchen. Die Sache hatte unter dem heutigen Kaiserlauterer Trainer nur einen Haken: „Ich konnte nicht regelmäßig trainieren, daher habe ich nicht immer gespielt. In Münster habe ich gewohnt, in Osnabrück gearbeitet und in Burgsteinfurt Fußball gespielt. Das war nicht ganz leicht.“ Und mit Sicherheit zeitlich aufwändig.

Dass es letztlich mit dem höherklassigen Fußball für den Bulgaren nicht geklappt hat, bedauert Lazarov nicht. „Ich hätte sonst wohl meine Frau gar nicht kennen gelernt.“

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