Fußball: Jens Hauptmeier ist beim SV Burgsteinfurt eine Bank
Ein Typ mit ganz viel Tempo

Steinfurt -

Stürmer und offensive Mittelfeldspieler stehen im Fokus des Interesses. Starke Verteidiger können da leicht in den Hintergrund geraten. Das findet zum Beispiel Christoph Klein-Reesink, Trainer des Bezirksligisten SV Burgsteinfurt. Er hat einen Abwehrrecken in seinen Reihen, über den es sich zu reden lohnt.

Donnerstag, 22.04.2021, 14:01 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 15:23 Uhr
Jens Hauptmeier (l.) profitiert von seiner ungeheuren Schnelligkeit.
Jens Hauptmeier (l.) profitiert von seiner ungeheuren Schnelligkeit. Foto: Alex Piccin

Jens Hauptmeier kommt in der allgemeinen Beurteilung manchmal nicht gut genug weg. Das findet zumindest Christoph Klein-Reesink, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Burgsteinfurt. Für ihn zählt sein schneller Innenverteidiger auf und neben dem Platz zu den echten Leistungsträgern im Team.

Es seien eben nicht immer die Offensivkräfte, über die es zu reden gelte. Auch die Jungs, die defensiv zuverlässig ihre Arbeit verrichten würden, hätten Wertschätzung verdient, betont Klein-Reesink, der mit Hauptmeier schon in Horstmar und Hauenhorst zusammen gearbeitet hat. „Auf dem Platz eine Führungskraft und ein echter Organisator. Und daneben ein super Typ“, adelt der Coach seinen Abwehrspieler.

Am Freitag wird Jens Hauptmeier 29 Jahre alt. Sein größter Wunsch: „Nochmal Meister zu werden. In Horstmar und Hauenhorst hat das schon geklappt, aber mit Stemmert wäre schon was ganz Besonderes. Aber erstmal würde ich mich darüber freuen, überhaupt wieder auf dem Feld stehen zu können.“ Die Corona-Pause quält den Bankkaufmann schon sehr.

Begonnen hat Hauptmeiers Kicker-Karriere in der F 2 des SVB, mit der er gleich mal Hallenkreismeister wurde. Nach der Jugend bei den Rot-Gelben und den Stationen bei den Germanias aus Horstmar und Hauenhorst sowie bei Borussia Emsdetten zog es den mittlerweile in Münster lebenden Defensivspezialisten 2015 sportlich zurück in die Kreisstadt.

Hauptmeier charakterisiert sich selbst als den „technisch vielleicht nicht Besten in der Mannschaft“, aber er weiß auch, was er kann: „Ich organisiere gerne und habe ein gutes Tempo.“ Bei unter elf Sekunden auf 100 Metern blieb die Stoppuhr schon mal stehen. „Das war vor drei Jahren oder so. Ob ich das wieder schaffen würde, weiß ich nicht. Kann auch sein, dass einer damals falsch gestoppt hat“, ulkt der Verteidiger.

Um in Form zu bleiben, hat sich Hauptmeier jetzt ein Rennrad zugelegt. In die Pedale zu treten sei wesentlich spaßiger als zu joggen, so der Burgsteinfurter: „Ich bin echt nicht der Läufer-Typ. Ich brauche da schon einen, der mich dazu motiviert. Gott sei Dank übernimmt ein guter Kumpel von mir diese Rolle.“

Der Anhänger des FC Bayern ist zuversichtlich, dass sich die aktuelle Situation so entspannt, dass im Juli vielleicht schon wieder an gemeinsames Training zu denken ist. „Das hoffe ich echt. Noch mal mit allen auf dem Platz zu stehen, die uns demnächst verlassen. Um Leuten wie zum Beispiel Nico Schmerling und Lucas Bahlmann einen vernünftigen Abschied zu gewährleisten“, findet Hauptmeier, der parallel zu seiner Anstellung in der Bank Münsterland Nord eG noch Business Adminstration Banking and Finance an der Fernuni in Berlin studiert.

Training ist das Stichwort, denn da gehört der Rechtsfuß zu den Wackelkandidaten. Das hat rein gar nichts mit der Leistung, sondern vielmehr mit dem Alter zu tun. „Wenn es im Abschlussspiel mal wieder Alt gegen Jung heißt, muss ich mal in die eine, mal in die andere Truppe. Oft ist das dann die, die verliert“, kann sich Hauptmeier ein Schmunzeln nicht verkneifen.

In der nächsten Saison dürfte der Innenverteidiger bei den „Oldies“ gesetzt sein. Nicht nur, weil sich der Kader stark verjüngt. Auch, weil Hauptmeier wieder ein Jahr älter geworden ist: 29 – seit Freitag.

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