Shorttrack
Zweites Gold für Südkorea - Seidel mit zwei Stürzen

Heiße Stimmung in der Gangneung-Arena. Als Choi das zweite Olympia-Gold für Südkorea holte, kannte der Jubel unter den 12 000 Fans keine Grenzen. Anna Seidel konnte sich von der Kulisse nicht stimulieren lassen und stürzte gleich zweimal.

Samstag, 17.02.2018, 14:04 Uhr aktualisiert: 17.02.2018, 14:08 Uhr
Choi Min Jeong gewann im Shorttrack über 1.500 Meter das zweite Gold für Südkorea.
Choi Min Jeong gewann im Shorttrack über 1.500 Meter das zweite Gold für Südkorea. Foto: Peter Kneffel

Pyeongchang (dpa) - Unter den Augen von Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In hat Choi Min Jeong das zweite Shorttrack-Gold für die Gastgeber bei den Winterspielen in Pyeongchang geholt.

In der zweiten Entscheidung des Tages profitierte der Kanadier Samuel Girard ein wenig vom Sturzpech der Konkurrenz und gewann Gold über 1000 Meter.

Die beste deutsche Shorttrackerin Anna Seidel durfte mit ihrem Auftritt nicht zufrieden sein. Im Halbfinale scheiterte sie nach einem Sturz ohne äußere Einwirkung und schied aus. «Das ist schade. Ich habe mich echt gut gefühlt», sagte sie nach Rang 16. Doch ihr Trainer Daniel Zetzsche analysierte: «Sie ist in Rücklage gekommen. Wir müssen das jetzt aus dem Kopf bekommen, weil man damit hadern könnte, in zwei olympischen Läufen an einem Tag zu stürzen.»

Zuvor hatte die Dresdnerin im Viertelfinale Glück. Als sie nach einer Kollision mit Jessica Kooreman zu Fall kam, sah die Jury eine Behinderung vonseiten der US-Amerikanerin und hievte Seidel in die nächste Runde.

Ihre Vereinsgefährtin Bianca Walter war schon im Vorlauf als Fünfte ausgeschieden. «Es ist nicht meine Strecke. Ich freue mich jetzt auf die 1000 Meter. Bis fünf Runden lag ich auf Position zwei, doch dann wurden die Beine fest», sagte die Dresdnerin. «Es war gigantisch, vor dieser begeisternden Kulisse von 12 000 Fans zu laufen», schwärmte sie dennoch.

Die Niederländerin Jorien ter Mors verpasste es als Fünfte, sich drei Tage nach ihrem Eisschnelllauf-Sieg über 1000 Meter mit einer Medaille in die Geschichtsbücher zu laufen. Noch nie waren einer Athletin in zwei verschiedenen Sportarten Medaillen bei denselben Spielen gelungen.

Girard lag im Endspurt vorn, profitierte aber auch davon, dass drei seiner vier Rivalen stürzten - darunter zwei südkoreanische Favoriten. Als Verantwortlichen disqualifizierte die Jury den Ungarn Shaolin Sandor Liu. Olympia-Silber sicherte sich der Amerikaner John-Henry Krueger vor dem Südkoreaner Seo Yi Ra, der sich als Erster nach dem Sturz aufgerappelt hatte.

Ein Opfer der Sturzserie war auch Weltmeisterin Elise Christie aus Großbritannien. Sie war auch schon über 500 Meter gestolpert und musste sich diesmal in medizinische Behandlung begeben. Eine genaue Diagnose über mögliche Verletzungen wurde noch nicht gegeben.

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