Training im kleinsten Kreis
13 Preußen-Spieler krank

Münster -

13 Mann beim Arzt, sechs beim Training: Ralf Loose hatte am Dienstag die Minderheit zu betreuen, die überwältigende Mehrheit der Preußenspieler bezog ihre Kommandos von Mannschaftsarzt Tim Hartwig: Am Mittwochmorgen soll entschieden werden, ob für das am Samstag angesetzte Westfalenpokalspiel in Hamm eine Spielverlegung beantragt werden soll.

Dienstag, 07.10.2014, 17:20 Uhr aktualisiert: 07.10.2014, 20:39 Uhr

Am Dienstagnachmittag stand beim SC Preußen Münster der lange Pass in den freien Raum auf dem Trainingsplan, denn freien Raum gab es auf dem Übungsgelände in Hülle und Fülle. Trainer Ralf Loose gönnte seiner S-Klasse eine kleine Förderstunde: Siegert, Schöneberg , Schmidt und Scherder waren angetreten und durften sogar ein kleines Spielchen wagen, weil mit Daniel Masuch und Max Schulze-Niehues auch noch zwei Keeper am Start waren. „Wir haben ein bisschen individueller gearbeitet. Das ist auch mal ganz gut“, so Loose.

Wenige Stunden zuvor hatte Mannschaftsarzt Tim Hartwig mit Mehmet Kara Preußen-Spieler Nummer 13 mit einem Krankenschein versehen – rekordverdächtig. „Ich bin jetzt zehn Jahre bei den Preußen, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt der Mediziner, der auf dieses gute Dutzend Patienten allerdings gerne verzichtet hätte. „Die Wartezimmer sind ohnehin voll, vermutlich bei allen Ärzten in Münster . Es ist eben Erkältungszeit.“

Die angeschlagenen Spieler zeigen exakt die Symptome, die wetter- und jahreszeittypisch sind. Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Hitzewallungen und vor allem Müdigkeit – nichts Besonderes eigentlich und auch nichts Bedrohliches, aber in dieser Häufung im Mannschaftskreis eben doch sehr außergewöhnlich. Und was für den Einzelnen „nur“ eine harmlose Erkältung ist, ist für das Preußen-Kollektiv durchaus niederschmetternd.

„Wir versuchen, das zu rekonstruieren“, hat sich Hartwig mit der medizinischen Abteilung auf Ursachenforschung begeben. „Ein oder zwei Spieler waren im Bus nach Chemnitz schon angeschlagen. Zudem haben wir einige junge Väter im Team, deren Kinder leichte Erkältungsbeschwerden hatten.“ Zudem seien Leistungssportler nach der Vollbelastung ohnehin empfänglicher für Krankheiten – die Ursache wird sich wohl nicht abschließend klären lassen, die Folgen dagegen sind unübersehbar: Am Mittwochmorgen laufen die 13 Spieler zunächst wieder im Sprechzimmer auf, „danach werden wir über das weitere Prozedere entscheiden“, so Sportvorstand Carsten Gockel.

Sollte auch weiterhin kein geregeltes Training möglich sein, dann würde Gockel Paragraph 15 der Spielordnung zum Einsatz bringen, der mögliche Spielverschiebungen im Krankheitsfall regelt. „Wenn da Mittwoch und Donnerstag nur sechs, sieben Mann im Training sind, dann macht es keinen Sinn, am Samstag zum Pokalspiel in Hamm anzutreten“, so Gockel. „Dafür ist das Spiel zu wichtig.“

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