Interview mit SCP-Coach Ralf Loose
„Da gab es Derbys an jeder Ecke“

Münster -

Ralf Loose ist Derby-Spezialist. „Ich komme aus Dortmund, da gibt es Derbys an jeder Ecke“, sagt der Preußen-Trainer. Dennoch spürt er den besonderen Reiz des Duells seiner Preußen mit Arminia Bielefeld.

Freitag, 10.10.2014, 01:47 Uhr aktualisiert: 10.10.2014, 12:14 Uhr
Ralf Loose steht vor seinem ersten Derby gegen Bielefeld. Bange ist dem Preußen-Trainer davor nicht.
Ralf Loose steht vor seinem ersten Derby gegen Bielefeld. Bange ist dem Preußen-Trainer davor nicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Ralf Loose hat im Moment mehr Zeit, als ihm lieb ist: Anfang der Woche haben sich gleich zwölf Spieler mit Grippe abgemeldet, am Mittwoch fehlten 19 Aktive beim Training, 15 davon mit akuten Erkältungsbeschwerden. Ein Erreger hatte ganze Arbeit geleistet – und den Übungsbetrieb für diese Woche mehr oder weniger lahmgelegt. Gestern wurde bereits das für Samstag angesetzte Westfalenpokalspiel in Hamm verschoben. Glücklicherweise steht das nächste Punktspiel erst in zehn Tagen an – dann aber gegen Bielefeld und somit ein ganz besonderes für die Preußen. Ralf Loose verrät im Gespräch mit Ansgar Griebel seine persönliche Derby-Geschichte.

Eine Woche vor dem Derby herrscht Leere auf dem Trainingsplatz. Ein paar Spieler sind da, die meisten liegen im Bett. Wie sieht der Trainingsalltag derzeit aus?

Loose: Wir trainieren mit allen, die noch laufen können. Ansonsten geht ohne grünes Licht der Ärzte nichts.

Das erste Jahr in Münster

haben Sie hinter sich und in dieser Zeit einige besondere Spiele erlebt. Gegen die Bayern und natürlich gegen Osnabrück. Aber die Bielefeld-Erfahrung ist noch neu für Sie …

Loose: Ja – und ich freue mich darauf. So weit ich weiß, haben wir da eine positive Bilanz. Aber das wird ein schweres Spiel und ein wichtiges Spiel. Bielefeld kommt von oben, steht in der Tabelle oben und will auch wieder nach oben.

Zudem ist es ein Derby – und die sollen ja wie auch der Pokal ihre eigenen Gesetze haben …

Loose: Natürlich ist die Spannung bei solchen Spielen noch höher als gewöhnlich. Da sitzen Leute aus verschiedenen Fanlagern bei der Arbeit nebeneinander, das ist schon etwas Besonderes. Aber ich bin in Dortmund geboren, und da gibt es Derbys an jeder Ecke . So neu ist das für mich nicht.

An welche Derbys können Sie sich am besten erinnern?

Loose: Das sind natürlich die von Dortmund gegen Schalke. Ich habe auch mit Düsseldorf gegen Köln und Mönchengladbach gespielt, aber Dortmund gegen Schalke – ja, das waren die wichtigsten.

Und da ein besonderes?

Loose: Ja, ich weiß nicht mehr ganz genau, wann. Das müsste 82 oder 83 gewesen sein. Da haben wir 2:0 gewonnen und ich habe ein Tor geschossen. Das vergisst man nicht.

Was muss passieren, dass das Spiel gegen Bielefeld auch unvergesslich wird. Müssen Sie die Spieler vor der Partie vielleicht sogar ein bisschen runterkühlen?

Loose: Der Motivationsgrad ist wohl tatsächlich außergewöhnlich. Darum gilt es, das taktische Konzept zu verfolgen und kühlen Kopf zu wahren. Wir dürfen uns nicht von dem emotionalen Geschehen im Umfeld beeindrucken lassen. Gefragt ist mentale Stärke.

Sie setzen immer besondere Erwartungen in Spieler, die schon beim Gegner gespielt haben. Gegen Bielefeld wäre das beispielsweise Kevin Schöneberg.

Loose: Die Statistiken belegen, dass Spieler gegen ihre Ex-Vereine häufiger treffen. Ich glaube schon, dass da einige Extra-Körner freigesetzt werden – und die könnten so ein Spiel entscheiden.

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