Preußen Münster ins rechte Bild gerückt
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Münster -

Milan Skrobanek ist in Ahlen geboren, hat in Münster Tischtennis gespielt und wohnt in Hamburg. Jetzt war der 30-Jährige wieder zu Besuch in Münster und hatte eine Kamera im Gepäck. Der 30-Jährige nimmt die Preußen-Fans ins Visier, die sich für die Dokumentation 38 x 90 von ihrer besten Seite präsentierten.

Freitag, 24.10.2014, 18:14 Uhr aktualisiert: 24.10.2014, 22:09 Uhr
Regisseur Milan Skrobanek bei den Dreharbeiten: An seinem 30. Geburtstag interviewte der Ahlener Vertreter des Fan-Projektes, bei der anschließenden Mitgliederversammlung musste die Kamera abgestellt werden.
Regisseur Milan Skrobanek bei den Dreharbeiten: An seinem 30. Geburtstag interviewte der Ahlener Vertreter des Fan-Projektes, bei der anschließenden Mitgliederversammlung musste die Kamera abgestellt werden. Foto: Peter Leßmann

Während die Spieler des SC Preußen am Sonntag reichlich Anlaufzeit brauchten, um gegen Bielefeld in Fahrt zu kommen, waren die Fans von der ersten Sekunde an hellwach. Ein grün-weiß-schwarzes Fahnen-Meer begleitete das eigene Team vorbildlich in und durch das Spiel. Als dann nach knapp 90 stimmungsvollen Minuten Ordner und Polizei doch Aufstellung in der Kurve nehmen mussten, taten sie dies aus gutem Grund auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Gästeblock.

Die Preußenfans ließen sich auch von den Pyro-Attacken der Bielefelder Fans nicht aus der Reserve locken und konterten das Feuerwerk mit einem Pfeifkonzert: Alles in allem verdienten sich die so oft gescholtenen Anhänger des SCP an diesem Sonntag eine glatte Eins mit Sternchen für perfekten Support, sowohl optisch als auch akustisch.

Ein Auftritt für die Ewigkeit, denn neben den obligatorischen Überwachungskameras war am Sonntag auch Milan Skrobanek, Hamburger Filmemacher mit westfälischen Wurzeln, zu Gast im Stadion. Der 30-Jährige arbeitet derzeit an seiner Langzeit-Dokumentation „38 x 90“, die im kommenden Jahr in Spielfilmlänge auf DVD und Blu-Ray erscheinen und im Optimalfall auch in die Kinos kommen soll.

Skrobanek heftet sich dazu an die Fersen der drei Drittligisten aus Münster, Bielefeld und Osnabrück, bleibt ganz dicht an der Mannschaft des VfL, dokumentiert die Betriebsamkeit in der Arminen-Geschäftsstelle und verfolgt last but not least die Preußen-Fans. „Ursprünglich wollte ich alles mit einem Verein durchziehen“, erinnert sich Skrobanek an die ersten Entwürfe – und ursprünglich auch in der Bundesliga.

Doch nach zahllosen Anfragen und Absagen wurde es dann drittklassig und dreigeteilt – aber nicht auf Kosten der Qualität, wie Skrobanek bestätigt: „Ich bin jetzt sehr zufrieden mit diesem Konzept.“ Skrobanek ist „absolut begeistert von den Protagonisten. Das ist alles sehr professionell – und wirkt nicht wie dritte Liga.“

Nach Anbahnungsterminen bei allen drei Clubs war das Projekt schnell gegliedert. In Münster bleib dem Kameras der Weg in die Kabine versperret. „Herr Loose wollte das nicht“, erinnert sich Skrobanek, „was man total verstehen kann.“ VfL-Trainer Maik Walpurgis hatte da weniger Berührungsängste, Münster bildet dagegen nicht nur im Film die Kulisse. „Der Kontakt mit Fanprojekt und Fanradio war von Anfang an sehr gut.“ Das Derby zwischen Münster und Bielefeld war natürlich ein Pflichttermin für Skrobanek, der die hektischen Vorbereitungen in der Bielefelder Geschäftsstelle aufzeichnete – und natürlich die Support-Gala der Preußen-Fans.

Derzeit sind 14 Spieltage absolviert, 24 Teile stehen für Teams und Filmemacher noch aus. Skrobanek wäre nur zu gerne bereit, eine Fortsetzung direkt einzubauen und das Projekt bis weit in den Mai 2015 zu verlängern. „Bis zur Aufstiegsfeier oder in die Relegationsspiele.“

Welcher der drei Vereine dann um den Aufstieg spielen soll, verrät Skrobanek nicht, Fan ist er inzwischen von allen gleichermaßen. „Da habe ich keine Vorlieben. Wenn ich mit der Kamera im Stadion bin, dann denke ich vor allem an den Film“, hält er sich salomonisch neutral. Die Tore gegen Bielefeld habe er gar nicht mitbekommen, sagt er. Mit dem Rücken zum Spielfeld habe er die Stadionrunde gedreht und die Fans ins Visier seiner Kamera genommen – tolle Bilder, das zählt.

Am Mittwoch feierte der Wahl-Hamburger seinen 30. Geburtstag in Münster – mit 240 Gästen. Natürlich im Dienst. Auch die turbulente Mitgliederversammlung des Fan-Projektes wird Teil seines Filmes werden – ebenso wie die Aufstiegsfeierlichkeiten in Münster im Mai ...

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