SC Preußen vor dem Derby gegen den VfL Osnabrück
Westfälischer Friede

Münster/Osnabrück -

Es ist ein Derby, das die Massen mitreißt: Wenn der SC Preußen auf den VfL Osnabrück trifft, ist die Hütte voll. Und diesmal werben die Protagonisten für ein friedliches Miteinander – zumindest neben dem Hauptgeschehen auf dem Feld.

Freitag, 06.02.2015, 22:08 Uhr
Fehlt: Münsters Siegtorschütze aus dem Hinspiel, Erik Zenga (Mitte), fehlt verletzungsbedingt beim zweiten Derby der Saison zwischen den Preußen und dem VfL Osnabrück.
Fehlt: Münsters Siegtorschütze aus dem Hinspiel, Erik Zenga (Mitte), fehlt verletzungsbedingt beim zweiten Derby der Saison zwischen den Preußen und dem VfL Osnabrück. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war eine bemerkenswerte Geste, als sich Spieler, Trainer und Offizielle gut 24 Stunden vor dem Nachbarschaftsderby im Terminal des Flughafens Münster-Osnabrück einfanden. Fußball ja, Rivalität ja, Emotionen aber ja – doch gemeinsam gegen Randale, Ausschreitungen, Pyrotechnik und Hassgesänge war wohl jetzt ein guter, ein richtig gewählter Zeitpunkt. „Westfälischer Friede – gemeinsam gegen Gewalt“ heißt der Slogan der beiden Friedensstädte. 1648 wurde der 30-jährige Krieg in diesen beiden Städten beendet. 367 Jahre später soll es keine Feindschaft, nur eine gesunde Rivalität zwischen den Clubs geben.

Vor dem 34. PunktspielDerby seit 1974 und unter dem Einfluss der Sprengstoff-Explosion von 2011 sowie dann folgenden Vorfällen in beiden Fan-Lagern, plädierten alle Beteiligten für einen friedvolleren Umgang miteinander bei An- und Abreise und respektvolles Verhalten im Stadion. „Was das betrifft, sind beide Vereine deckungsgleich“, erklärte SCP-Sportvorstand Carsten Gockel . „Eine gute Idee ist entstanden und auch umgesetzt worden“, folgte Jürgen Wehland aus der VfL-Geschäftsführung diesen Worten. Zwischen den Clubs ist alles geklärt, über 600 Polizisten werden nichtsdestotrotz für die Sicherheit sorgen, das Feld für ein rassiges Derby ist bestellt. Fast.

Denn natürlich gab es Ballyhoo vor der Partie. Die Akte Massimo Ornatelli war zu klären. Wollte der 29-Jährige noch vor Transferschluss am 2. Februar zurück vom VfL zum SCP wechseln oder dies sogar erzwingen? Welche Rolle spielte der SCP? Welche der VfL?

„Erst als wir vom Zerwürfnis von Trainer und Spieler erfahren haben, stellten wir eine Anfrage in Osnabrück “, bestätigte Carsten Gockel das Interesse der Preußen. Ein Angebot habe es nicht gegeben, denn Osnabrück lehnte das kategorisch ab. „ Münster hat sich sauber verhalten“, stellte Wehland klar, das war geklärt. Er bestätigte wiederum, dass es beim VfL intensive Gespräche mit Ornatelli gegeben habe. Offenbar kommen VfL-Trainer Maik Walpurgis und der sensible Mittelfeldspieler nicht mehr zusammen. Dabei war Ornatelli in der Hinrunde eine feste Größe beim VfL. Doch das Tischtuch ist nun wohl zerschnitten.

VfL-Coach Walpurgis wurde deutlich: „Der Spieler ist fit und einsatzbereit. Aber er steht nicht im Kader.“ Nichts da von einer Rippenprellung. Walpurgis befürchtet, dass es aus seiner Sicht ein „Manno reloaded“ hätte geben können, denn: „Schon vor eineinhalb Jahren hatten wir einen Spieler, der mit einer Simulation durchgekommen ist und nach Münster wechselte“. Gemeint war Gaetano Manno. Ornatelli steht in Walpurgis‘ Wertschätzung wohl auf der gleichen Stufe. Der Vertrag des Deutsch-Italieners mit Wohnsitz in Münster läuft in Osnabrück noch bis 2016 . . .

Bei den Preußen wird dagegen Erik Zenga, der Ex-Osnabrücker, fehlen. Er hatte im Hinspiel den Siegtreffer zum 1:0 markiert. Das Stadion ist mit 13 500 Zuschauern – Stand Freitag in den Mittagsstunden – knapp vor ausverkauft.

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