Fußball: 3. Liga
Krohnes Ausgleich ist für Preußen nur Schadensbegrenzung

Münster -

Nur 1:1 gegen die Reserve des FSV Mainz 05 – damit konnten die Preußen am Samstag nicht zufrieden sein. Coach Ralf Loose bemühte sich dennoch, das Positive herauszustreichen. Eine Steigerung ist nach dem Abrutschen auf Rang fünf unausweichlich.

Sonntag, 22.03.2015, 22:00 Uhr
Glückliches Ende: Rogier Krohne (links) jubelt eingeschränkt mit Mehmet Kara über das 1:1.
Glückliches Ende: Rogier Krohne (links) jubelt eingeschränkt mit Mehmet Kara über das 1:1. Foto: Jürgen Peperhowe

Zumindest behielt Rogier Krohne die Nerven, die Nachspielzeit im Stadion an der Hammer Straße neigte sich bereits dem Ende entgegen. Der Niederländer lief an und verlud beim Foulelfmeter Gäste-Schlussmann Robin Zentner, Tor, 1:1. Immerhin einen Zähler hatte der SC Preußen Münster im Heimspiel gegen die Reserve des FSV Mainz 05 gerettet. Und so fiel ein wenig der breite Mantel des Schweigens über eine über weite Strecken ganz schwache und ratlose Leistung des Aufstiegsanwärters. Schadensbegrenzung war das vor 8026 Zuschauern, nicht wirklich zufriedenstellend, ein durch und durch gebrauchter Arbeitstag – mit einem überraschenden Präsent in der letzten Sekunde.

Loose milde

In der ersten Nachbetrachtung ging SCP-Coach Ralf Loose nicht wirklich hart ins Gericht mit seinen Schützlingen, acht Spieltage vor dem Saisonende öffnete er diese Büchse der Pandora nicht. Er suchte sich lieber die handverlesenen positiven Dinge raus, er verschwieg die Fehler und Missverständnisse, das fehlende Esprit, der 52-Jährige sprach wie ein Politiker darüber. „Den Punkt haben wir uns insgesamt verdient“, meinte er später, weil Marcus Piossek clever den Strafstoß gegen Tobias Schilk rausholte nach einem „Alles oder Nichts“-Flankenball von Abdenour Amachaibou.

Seine Sichtweise hatte Loose exklusiv. Die Wahrheit war, dass der SCP riesengroßes Glück gehabt hatte, dass eine der schwächsten Vorstellungen noch mit etwas Zählbarem garniert wurde. Es gab bis auf einen Pfostenschuss von Philipp Hoffmann nach 41 Minuten keine einzige Chance in der gesamten Spielzeit. Grausam.

Gut sortierter Gast

Tatsächlich machten die laufstarken und taktisch gut sortierten Gäste aus Mainz dem SCP das Leben so unangenehm wie nur möglich. Der SCP fand im Mittelfeld kein Rezept, der angeschlagene Amaury Bischoff und der just genesene Marc Heitmeier diktierten nicht das Geschehen wie gedacht. Im offensiven Mittelfeld passierte auch zu wenig, hinten erlaubten sich die Preußen eine Reihe von verlorenen Zweikämpfen, ungenauen Abspielen und was sonst noch dazu gehört zu einer uninspirierten Partie.

„Schwer zu sagen“, war die Standardformel auf die Frage, was schief gelaufen war, die passende Litanei ersparten sich alle. „Wir können froh sein über den Punkt“ oder „das war ein glücklicher Ausgleich“ lautete der Tenor. „Das Unentschieden fühlt sich an wie ein Sieg. Vor einer Woche haben wir zwei Punkten in Großaspach hinterher getrauert beim 1:1, jetzt fühlt sich das 1:1 nach einem Erfolg an“, bilanzierte Abwehrchef Dominik Schmidt – der SCP hatte binnen einer Woche von sechs möglichen nur kümmerliche zwei Zähler geholt, das ist die Realität.

Schulze Niehues präsent

Immerhin hatten die Mainzer, die im Hinspiel den SCP noch mit 4:0 abgefertigt hatten, auch nicht so viele Chancen. Wenn es sein musste, fischte SCP-Keeper Max Schulze Niehues die wenigen FSV-Abschlüsse ab. Beim 1:0 für den Aufsteiger war aber auch er machtlos, der FSV schloss den griffigsten Angriff der Partie mit dem Halbzeitpfiff durch Lucas Hoeler zum 1:0 ab. Passgeber Daniel Bohl wurde dabei im Laufduell von Mehmet Kara nur alibimäßig bedrängt. Das war zu einfach.

Die Zuschauern murrten schon früh, Schmidt legte sich beim Gang in die Kabine gestenreich mit der Haupttribüne an, Frust auf beiden Seiten, verständlich. „Ich habe das nicht so mitbekommen. Aber das gehört dazu, wir haben beim Fußball ja kein Opernpublikum“, sagte Loose. Er wollte die Dinge nicht überbewerten, auch nicht seinen hadernden Anführer Schmidt.

Nun nach Halle

Er war letztlich nur glücklich über den Punktgewinn. Er wollte das Gute mitnehmen, das Schlechte in den noch folgenden acht Partien ausmerzen. Sein SCP rutschte auf Rang fünf ab, wie gesagt, acht Spiele noch. Loose sagt nur: „Es macht keinen Sinn, irgendetwas auszurechnen.“ Vielleicht ist das auch besser so. Karsamstag, geht es nach zweiwöchiger Pause zum Halleschen FC, ein gewaltiger Leistungssprung ist dann von Nöten.

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