Fußball: 3. Liga
Preußen verpassen auch den DFB-Pokal

Münster -

Geplant waren die beiden Heimspiele ursprünglich als Straßenfeger, draus geworden sind echte Liebhaberstücke: Die finalen Preußensamstage sind aus nachvollziehbaren Gründen, die in der Tabelle nachzulesen sind, eher spärlich besucht. 6069 sahen die 2:3 (1:0)-Schlappe gegen die Stuttgarter Kickers. Lieber hätten die Fans einen Preußen-Sieg gesehen, der lange in Aussicht war, den der SCP allerdings trotz 2:0-Führung nicht ins Ziel bringen konnte.

Sonntag, 10.05.2015, 08:09 Uhr aktualisiert: 10.05.2015, 16:19 Uhr

Preußen Münster kann die letzte Saisonbaustelle schließen. Durch die 2:3-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers rückt Tabellenplatz vier und der damit verbundene Einzug in den DFB-Pokal endgültig außer Reichweite. Sieben Zähler lautet der aktuelle Rückstand auf die Kickers, zwei Spiele stehen noch aus - das war's.

Es war ein Spiel auf ordentlichem Drittliga-Niveau - einem Level, das beide Teams auch in der kommenden Spielzeit beschäftigen wird. Doch so stark die Preußen anfingen, so stark ließen sie am Ende nach. Das 1:0 für die Preußen immerhin war ein Stück aus dem Fußball-Lehrbuch. Julian Riedel erobert den Ball in der Abwehr, Marcus Piossek lässt auf dem Weg nach vorne gleich zwei Gegner aussteigen, Kapitän Jens Truckenbrod leitet gedankenschnell weiter zu Mehmet Kara , der dann zum Tanz im gegnerischen Strafraum bittet. Alle wollen den Ball, keiner darf ihn haben. Kara nimmt die Gegner wie sie kommen. Erst als das Leder abgefälscht vom Kickers-Keeper im Netz zappelt, haben die Gäste wieder Zugriff auf das Spielgerät.

Und es sollte noch bitterer für Stuttgart kommen, denn fast gleichzeitig erzielt Aufstiegskonkurrent Kiel im Norden das 1:0 gegen Fortuna Köln, Rückstand in diesem Moment neun Zähler. Die Preußen sind heute erstmals in der laufenden Spielzeit nicht an den Ergebnissen auf den anderen Plätzen interessiert. Es geht einzig um den DFB-Pokal und damit um die Stuttgarter Kickers.

Stark präsentierte sich dabei der Notdienst auf der rechten Seite, Julian Riedel und Philipp Hoffmann, beide erst durch Verletzungspech der Kollegen Schöneberg und Siegert ins Team gerückt, nutzten ihre Chance und füllten die Bewerbungsmappe für weitere Aufgaben. Bewerben musste sich Kara nicht mehr, sein Vertrag läuft bekanntlich bis 2018 - dennoch war er auffälligster Preuße in Halbzeit eins.

Zweite Halbzeit

Auch Durchgang zwei sah zunächst überzeugende Preußen, die sich mit mehr Licht als Schatten dem Wetter anpassten. Nach 57 Minuten sammelte Freistoßspezialist Amaury Bischoff den nächsten Assist-Punkt. Seine präzise Hereingabe landete zentimetergenau auf dem Kopf des heranstürmenden Simon Scherder, der ohne Probleme das 2:0 erzielt. Doch der beruhigende Vorsprung beruhigte exakt fünf Minuten, dann erzielte Stuttgarts Gerrit Müller den Anschlusstreffer - und das Spiel nahm seinen unangenehmen Lauf.

Kein Happy End

Grund genug für Preußen-Trainer Ralf Loose, den obligatorischen Wechsel in der Sturmspitze einige Minuten früher als gewöhnlich vorzunehmen: Marcel Reichwein geht nach 69 Minuten, fortan stürmt Rogier Krohne. Etwas später (77.) beendete dann Benjamin Siegert den Dienst von Philipp Hoffmann. Und 60 Sekunden später fehlte dem Neuen dann nach Kara-Solo etwa ein halber Meter, um zum 3:1 einzuschießen. Es blieb spannend - aber wieder einmal ohne Happy End für die Preußen: Stuttgarts Manuel Fischer überwindet in der 81. Minute Torhüter Schulze Niehues zum zweiten Mal. Fischer netzte dann in er Nachspielzeit zum 3:2-Endstand für die Kickers ein und beendete dieses Spiel wie die ganze Saison für die Preußen: sehr unbefriedigend.

Aufstellung

Preußen Münster: Schulze Niehues - Riedel, Scherder, Heitmeier, Schulz - Bischoff, Truckenbrod - Hoffmann (77. Siegert), Piossek, Kara - Reichwein (69. Krohne)

Stuttgarter Kickers: Redl - Gerster, Starostzik, Stein, Leutenecker - Halimi, Marchese, Braun, Müller (89. Bentley Baxter) - Engelbrecht (62. Fischer), Edwini-Bonsu

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