Fußball: 3. Liga
Preußen Münster verpflichtet Europameister Björn Kopplin

mÜNSTER -

Der SC Preußen Münster hat am frühen Mittwochmorgen einen waschechten Europameister verpflichtet, seine Krankenabteilung um zwei Neuzugänge aufgestockt und zwei Innenverteidiger bei brütender Hitze zum Vorspiel gebeten. Derzeit ist an der Hammer Straße einiges in Bewegung – der Kader nimmt Formen an, weist aber nach wie vor erhebliche Lücken auf.

Mittwoch, 01.07.2015, 14:51 Uhr aktualisiert: 02.07.2015, 11:39 Uhr
Neuzugang Björn Kopplin und Sportvorstand Carsten Gockel präsentieren das Trikot, in dem der 26-jährige Kopplin künftig auflaufen wird.
Neuzugang Björn Kopplin und Sportvorstand Carsten Gockel präsentieren das Trikot, in dem der 26-jährige Kopplin künftig auflaufen wird. Foto: Sebastian Sanders

Im Jahr 2008 führte Björn Kopplin in Tschechien die deutsche U-19-Auswahl als Kapitän zum Europameistertitel, jetzt unterschrieb der mittlerweile 26-Jährige beim Drittligisten Münster einen Einjahresvertrag mit Option auf Verlängerung im Aufstiegsfall. „Münster ist eine tolle Stadt – und die Preußen ein super Verein“, sagt der Rechtsverteidiger. „Das Paket stimmt hundertprozentig“, so Kopplin, der nach dem gelungenen Vorstellungsspiel gegen Albachten am Abend seinen ersten offiziellen Einsatz im Preußentrikot im Test gegen den VfL Bochum hat. Eine Ansetzung, die dem gebürtigen Berliner durchaus bekannt vorkam. Als beide Teams vor vier Jahren im Telgter Jugendstadion aufeinandertrafen, war Kopplin ebenfalls am Start – damals noch im VfL-Trikot. „Ich habe gegen Vunguidica gespielt“, erinnert er sich. „Der war schon ordentlich schnell, da musste ich sofort Vollgas geben.“ Vollgas ist auch das Tempo, das Kopplin bei seinem neuen Verein vorgehen will. Mit 38 Länderspielen für die deutschen Juniorennationalmannschaften, knapp 100 Zweitligaeinsätzen und 54 Auftritten in der Drittliga ist der bodenständige Berliner zweifellos als potenzielle Stammkraft verpflichtet worden. „Das weiß ich, aber ich weiß auch, dass der Trainer die Mannschaft aufstellt. Natürlich kann man auch versuchen, sich in ein Team zu reden, aber das ist nicht mein Ding. Ich will nicht ins Team, weil ich die schönste Freundin oder das coolste Tattoo habe. Ich will mit meiner Leistung überzeugen.“

Lehrjahre beim FC Bayern

Fußballerisch groß geworden ist Kopplin an der Alten Försterei im Nachwuchsbereich von Union Berlin. 2004 zog es den Defensivmann nach München, wo er für die U17, U19 und die zweite Mannschaft des FC Bayern auflief. 2010 schloss sich Kopplin dem VfL Bochum an, ehe es ihn zwei Spielzeiten später wieder zu den „Eisernen“ in die Bundeshauptstadt zog.

Von dort führt ihn sein Weg jetzt in die westfälische Provinz, „wo ich mich schon jetzt wohlfühle“, so Kopplin. „Meine erste Anschaffung wird wohl ein Fahrrad sein.“ Sportvorstand Carsten Gockel hält große Stücke auf den Neuzugang: „Björn bringt viel Qualität und Erfahrung im Abwehrverbund mit und ist dadurch ein echter Zugewinn für unseren Kader. Er sieht hier in Münster für sich eine gute Perspektive.“

Aulbach und Hoffmann fallen aus

Dem einen Neuzugang standen am Mittwoch aber auch gleich wieder zwei – zumindest kurzfristige – Ausfälle gegenüber. Zur ohnehin stattlichen Riege der Verletzten gesellten sich Torhüter Marco Aulbach mit Knieproblemen und Mittelfeldmann Philipp Hoffmann mit akuten Problemen an und mit der Patellasehne. Hoffmann wird voraussichtlich in zwei, Aulbach eher in drei oder vier Wochen im Mannschaftstraining zurückerwartet. Dafür meldete sich ein Innenverteidiger-Duo zum Vorspiel an. Der 26-jährige Jan Washausen stand zuletzt bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag, absolvierte dort 20 Zweitligaeinsätze, musste aber nach einem Kreuzbandriss pausieren und steht jetzt vor einem Neuanfang – möglicherweise in Münster.

Washausen und Saglam auf Probetour

Zwei Jahre älter ist Ahmet Saglam, den es nach sieben Jahren in der ersten und zweiten türkischen Liga zurück nach Deutschland zieht. Sein Spielerberater ist kein Geringerer als Ex-Preuße Sercan Güvenisik, der seinen Schützling spontan vorbeibrachte, nachdem er erfahren hatte, dass in der Preußen-Abwehrzentrale nach der Verletzung von Simon Scherder Not herrscht. „Das hat sich so ergeben. Wir sind nicht hier her gekommen, um mit einem unterschriebenen Vertrag wieder abzureisen. Aber wenn es passen sollte, wäre es um so besser“, so Güvenisik.

Benatelli spielt in Paderborn vor

Am Abend ist auch Rico Benatelli im Einsatz für den SCP – allerdings für den aus Paderborn. Da nämlich spielt der Mann fürs zentrale Mittelfeld zur Probe. „Wir sind die zweite Option“, stellt Carsten Gockel fest. „Rico ist für uns nach wie vor sehr interessant. Aber wir müssen auch anerkennen, dass wir in diesem Fall nicht als erster am Zug sind.“ Wie die Entscheidung in Paderborn ausfällt ist noch offen.

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