Kommentar: Piossek unbeeindruckt und wertvoll
Akt der Versöhnung

Wer am Samstag gegen 16 Uhr auf die Tabelle schaute, der musste zumindest in diesem Punkt Marcus Piossek recht geben. Mit ihm stand der SCP nach dem 1:1 auf Platz sechs für den Augenblick, und er musste nicht ein eigenes Tor bejubeln. In seinem, nennen wir es mal so, wilden Interview mit der „Bild-Zeitung“ hatte er unter anderem das gesagt.

Montag, 27.07.2015, 09:24 Uhr aktualisiert: 27.07.2015, 14:23 Uhr
SC Preußen Münster gegen SG Großaspach - Piossek gegen David Kienast. Jürgen Peperhowe
SC Preußen Münster gegen SG Großaspach - Piossek gegen David Kienast. Foto: Jürgen Peperhowe

Er wollte damit wohl ausdrücken, dass der SCP zum oberen Tabellendrittel mit ihm, ohne ihn „nur“ zur ersten Hälfte der Liga gehören würde – aber halt so oder so nicht zu den Aufstiegskandidaten.

Der junge Mann zeigte sich unbeeindruckt von den Nebengeräuschen, die vornehmlich von ihm selbst ausgelöst worden waren. Seine ersten geschickten Aktionen, ein Haken hier, ein Dribbling da, wurden gleich mit Applaus goutiert. Es war ein Versöhnungsangebot.

Trainer Ralf Loose machte es wie in der Vorsaison, als Dominik Schmidt und Mehmet Kara im Training aneinandergeraten waren. Beide wurden keine 48 Stunden nach dem Disput eingesetzt, obwohl nicht wenige Sanktionen in Form von Suspendierungen gefordert hatten. Auch bei Piossek gab es solche Stimmen, weil der Rundumschlag Trainer, Mitspieler und Verein getroffen hatte.

Aber die vor allem in der Schlussphase starke Leistung des 26-Jährigen unterstrich auch seinen sportlichen Wert. Piossek war der auffälligste, der agilste Akteur im Preußendress. Der SCP kann nicht von heute auf morgen auf ihn verzichten. So gesehen ist der Ritt auf der Rasierklinge irgendwie passabel ausgegangen. Dieses Mal. Ob das Thema Vereinswechsel damit ausgestanden ist?

Die Preußen in der Einzelkritik

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  • Torwart Niklas Lomb (3) hatte wenig zu tun, beim Gegentor machtlos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin (4) begann gut, baute später ab, ihm fehlt noch die Bindung zum Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Chris Philipps (3,5) erhielt den Vorzug vor Marco Pischorn. Hatte gerade in der ersten Halbzeit einige gute Ideen bei der Spieleröffnung, wirkte beim Gegentor allerdings unglücklich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Marc Heitmeier (3): solide wie immer, kaum Fehler, machte seine Sache ordentlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Felix Müller (4) agierte mit Licht und Schatten, konnte in der Offensive kaum Akzente setzen.

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  • Mittelfeldspieler Marcus Piossek (2,5): war unbeeindruckt von ein paar Pfiffen und dem Transfertheater um seine Person, er war Münsters beste Offensivkraft. Er sorgte gerade in der Schlussphase aus der zentralen Position für viel Unruhe.

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  • Mittelfelspieler Amaury Bischoff (3) spielte den blitzgescheiten Pass zum 1:1, hatte zuvor gegen die kompakten Gäste wenig Freiräume für die Spielorganisation, war in der Schlussphase hellwach.

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  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz (3,5) war der Pechvogel der Partie. Wurde vor dem 0:1 gefoult, wurde zweifelhaft für eine Schwalbe vom Platz gestellt, agierte unauffällig.

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  • Mittelfeldspieler Mehmet Kara (4): seine Dribblings auf der linken Seite blieben meist wirkungslos, mühte sich, fand aber nicht zu seinem Spiel.

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  • Angreifer Rogier Krohne (4,5) bekam viel zu wenig Bälle aus dem Mittelfeld, und wenn, dann waren seine Szenen eher unglücklich.

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  • Angreifer Cihan Özkara (4,5) war auf dem Platz, zeigte aber zu wenig von seiner individuellen Klasse: ein unscheinbarer Auftritt.

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  • Einwechselspieler und Rechtsverteidiger Stephane Tritz (ohne Note, zu kurz im Spiel) ersetzte Björn Kopplin und hatte Anpassungsschwierigkeiten.

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  • Einwechsel- und Mittelfeldspieler Charles Elie Laprevotte (ohne Note, zu kurz im Spiel) zeigte in den letzten 20 Minuten, dass er dem Offensivspiel Schwung geben kann.

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  • Einwechselspieler und Angreifer Abdenour Amachaibou (ohne Note, zu kurz im Spiel) wurde eingewechselt und sorgte für viel Unruhe im Großaspacher Defensivblock. Seine Flanke wurde zum 1:1 ins Tor abgefälscht. Hob seinen Finger und will mehr Einsatzzeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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