Fußball: 3. Liga
Preußen schaffen gegen Chemnitz die Wende und erzeugen Zuversicht

Münster -

Das war ein wichtiger Erfolg für die Preußen. Kein Glanzstück, aber ein Erfolg mit Moral. Nach dem 3:1 über den Chemnitzer FC, den das Team nach der Pause sicherstellte, blicken die Münsteraner wieder zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben.

Sonntag, 28.02.2016, 20:55 Uhr aktualisiert: 02.03.2016, 17:46 Uhr

Endlich, schließlich fühlen sich drei sieglose Partien mit einem kümmerlichen Punkt für ambitionierte Mannschaften wie den SC Preußen wie eine halbe Ewigkeit an, endlich steht bei Abpfiff wieder ein Sieg für die Adlerträger auf dem Papier. Der Drittligist gewann vor 6532 Zuschauern mit 3:1 (0:1) gegen den Chemnitzer FC. So weit, so gut, doch es war ein Tanz auf der Rasierklinge für die Elf von Trainer Horst Steffen, bei Weitem nicht so klar, wie es alle Preußen-Akteure nach der Partie gesehen haben wollten. „Wir waren galliger, hungriger. Wir hatten Lust, das Ding zu drehen“, befand Adriano Grimaldi, vielleicht war das so, möglicherweise der feine Unterschied – auch weil er das vorentscheidende 2:1 markiert hatte. Doch dieser Sieg, selbst ein Punktgewinn stand lange auf der Kippe.

Keine Frage war, dass dieser Heimerfolg das Selbstbewusstsein der Preußen stärkte zu Beginn der englischen Woche. So fährt es sich leichter am Dienstag zu Fortuna Köln, so kann das Derby am Sonntag gegen den aktuell auf einer Wolke schwebenden VfL Osnabrück kommen. Trainer Horst Steffen fühlte sich gut nach seinem dritten Sieg im sechsten Punktspiel. Und sehr vernünftig war auch seine Analyse, er verfiel nicht in rosarote Schönfärberei: „Vor der Pause war unsere Spielanlage gut, aber nicht konsequent im Abschluss. Wir hatten auch ein, zwei brenzlige Situation zu überstehen.“ Münster gegen Chemnitz war eine Halbzeit lang wirklich kein Kassenknüller. Und aus Sicht der Preußen war es auch kein Hit, was Schiedsrichter Schlager, Vorname Daniel, in der 39. Minute den Gästen durchgehen ließ. Denn Tim Danneberg tackelte Münsters Spielmacher Amaury Bischoff rigoros im Mittelfeld, gewann den Ball, und der einzig gefährliche Angriff des CFC führte über Anton Fink zu Daniel Frahn, der gegen die düpierte SCP-Deckung zum 1:0 einschob.

Schwarz pausiert

Benjamin Schwarz war nur Zuschauer am Samstag, vorsichtshalber pausierte der Mittelfeldmann nach einer Knieverletzung. Vor der englischen Woche wollte Trainer Horst Steffen kein Risiko eingehen. Nicht den Sprung in das 18er Spieltags-Aufgebot geschafft hatte zudem Cihan Özkara, die im Sommer verpflichtete Offensivkraft kämpft weiter um den Anschluss.

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Vor der Pause lag Schlager richtig. „Ich hätte es abgepfiffen“, sagte nichtsdestotrotz Steffen, der wenige Meter entfernt die Szene verfolgte. Bischoff, vielleicht auch aus der legeren Haltung des Siegers heraus, gestand: „Das kann der Schiedsrichter abpfeifen, aber es ist eine 50:50-Entscheidung.“ Vier Minuten nach der Pause pfiff der Referee erneut, als er ein Handspiel von Nils Röseler nach einer Flanke von Philipp Hoffmann gesehen haben wollte. Brust oder Keule? Oder Hand? Es war die Brust, eine Fehlentscheidung. Bischoff nutzte die Chance im Nachschuss zum Ausgleich, Tormann Kevin Kunz wehrte den schwach in die Mitte geschossenen Ball ab, ehe der Franzose mit dem linken Fuß die Kugel ins Tor beförderte. Bischoffs Zwischenbilanz als Preuße: „Mein zweiter Fehlschuss bei 13 Versuchen in der Meisterschaft seit ich hier bin.“

Tatsächlich war die Partie nun eine andere, obwohl SCP-Keeper Niklas Lomb mit einer Großtat gegen Marc Endres das 1:2 noch verhindern musste (59.). Jetzt aber war der SCP am Drücker. Ein Außenristpass der Extraklasse des starken Chris Philipps schickte Grimaldi auf die Reise, und der markierte durch die Beine von Kunz das 2:1. Eine Viertelstunde vor Schluss lag der SCP vorn, vier Minuten später köpfte Marco Pischorn im dritten Anlauf einen Bischoff-Freistoß zum 3:1 ein.

Zweimal samstags

Die Spieltage 30 und 31 sind terminiert für den SC Preußen, der jeweils samstags um 14 Uhr gegen ein Team aus Baden-Württemberg antritt. Am 12. März geht es zu den Stuttgarter Kickers, Ex-Club von Coach Horst Steffen, am 19. März ist der VfR Aalen zu Gast an der Hammer Straße.

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Münster drehte die Partie, erzwang das Glück, war in den allerwichtigsten Momenten zur Stelle. Nach dem Debakel von Würzburg (0:3) und der Aufbaupartie bei Werder Bremen II (0:0) waren das weitere Schritte voran in eine gute Richtung, eine Perspektive für die nächsten Wochen. Spielerisch ist noch Luft nach oben, vor allem dieses Mal effektive Wechsel halfen den Preußen. Abdenour Amachibou (für Rogier Krohne) brachte Münster auf der linken Seite in Schwung, Grimaldi (für Marcel Reichwein) unterstrich seinen Torriecher, Elie Laprevotte (für Mehmet Kara) verbesserte das Defensivverhalten in einer schwierigen Phase. Die Preußen konnten einiges kompensieren. Am Ende ein schöner Sieg. Ohne Frage.

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