Ultras zünden ein Dutzend Rauchtöpfe
72-Jähriger durch giftige Dämpfe schwer verletzt

Münster -

UPDATE (19:50 Uhr): Der 72-Jähriger wurde auf eigenen Wunsch bereits heute am späten Nachmittag gegen die Empfehlung der behandelnden Ärzte wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Durch das Einatmen giftiger Pyrotechnik, die von Ultras vor dem heutigen Spiel gegen Energie Cottbus entzündet wurde, kollabierte ein 72-Jähriger und wurde schwer verletzt ins Clemenshospital gebracht.

Samstag, 09.04.2016, 16:11 Uhr aktualisiert: 09.04.2016, 19:54 Uhr
Ultras zünden ein Dutzend Rauchtöpfe : 72-Jähriger durch giftige Dämpfe schwer verletzt
Foto: Polizei Münster

Noch vor Spielbeginn an der Hammer Straße (9.4., 14:00 Uhr) entzündeten Pyrofanatiker anlässlich der Begegnung des SC Preußen Münster gegen Energie Cottbus zahlreiche Rauchtöpfe. Der dichte und beißende Qualm zog aus dem Block N über die gesamte Haupttribüne und Teile des Spielfelds. Das Spiel konnte erst mit Verspätung angepfiffen werden.

Durch das Einatmen der giftigen Gase kollabierte ein 72 jähriger Münsteraner auf der Haupttribüne und musste vom Rettungsdienst nach ambulanter Notversorgung zur weiteren Behandlung ins Clemenshospital gebracht werden. "Dieser extreme Rauchtopfeinsatz ist kein Ausdruck von Fankultur", sagte der Einsatzleiter der Polizei Thomas Hennemann heute. "Das ist ein massiver Angriff auf die Gesundheit von Hunderten friedlicher Fußballfans. Wir werden alles daran setzen, die Täter zu ermitteln und Strafverfahren einzuleiten."

Vor der Begegnung hatte die Polizei Münster die Bereichsbetretungsverbote nicht verlängert und damit ein Zeichen in Richtung der Ultras gesetzt. "Diese Zurückhaltung der Polizei haben einige Ultras offensichtlich völlig missverstanden", erklärte Hennemann.

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