Fußball: Nach Pyro-Vorfall im Preußenstadion
Preußen Münster sperrt Block N

Preußen Münster wird in den kommenden beiden Heimspielen den Block N - die sogenannte Fiffi-Gerritzen-Kurve - sperren. Mit dieser Maßnahme reagiert der Verein auf die beim Heimspiel gegen Cottbus kurz vor Spielbeginn gezündeten rund 60 Rauchtöpfe.

Montag, 18.04.2016, 10:16 Uhr aktualisiert: 18.04.2016, 13:30 Uhr
Fußball: Nach Pyro-Vorfall im Preußenstadion  : Preußen Münster sperrt Block N
Die sogenannte Fiffi-Gerritzen-Kurve Foto: Jürgen Peperhowe

Nach den Vorfällen im Heimspiel am 9. April gegen Energie Cottbus , sperrt Fußball-Drittligist SC Preußen Münster den Block N für die beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen den 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden. In der sogenannten Fiffi-Gerritzen-Kurve waren nach Auswertung durch die Polizei letztlich rund 60 Rauchtöpfe kurz vor Anpfiff gezündet worden.

Mindestens zwei Menschen wurden verletzt , rund 400 Kinder standen im angrenzenden Block O, als der Qualm das Stadion zu großen Teilen einnebelte. Nach Aussage von SCP-Präsident Georg Krimphove überlegen sich noch Eltern, Strafanzeige zu stellen. Ein Tatverdächtiger wurde von der Polizei per Fahndungsfoto gesucht, er hat sich am Sonntag von selbst gemeldet .

Fall für das DFB-Sportgericht 

Der Verein zeigte sich in diesem Fall nicht überraschend proaktiv , schließlich wird sich auch das DFB-Sportgericht mit den Vorfällen befassen. Am Spieltag war eine Delegation aus dem Sicherheitsausschuss im Stadion, sie erlebten die Rauch-Show der Fiffi-Gerritzen-Kurven nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Nase mit. Ein beißender Geruch lag zu Beginn der Partie in der Luft.

Bis zum Montag muss der Verein eine Stellungnahme beim nationalen Verband abgegeben haben. Wie schon nach den Vorfällen im Heimspiel gegen Hansa Rostock (16. Oktober 2015) hofft der Club darauf, dass der DFB die Bemühungen von Vereinsseite im Urteil anerkennt.

Empfindliche Geldstrafe

Bislang musste der SCP 4500 Euro in dieser Saison zahlen für Grenzüberschreitungen seiner Ultra-Gruppierungen, zudem wurden in den Heimspielen gegen Kiel (31. Oktober 2015) und Wehen Wiesbaden (21. November) bereits die Blöcke M und N gesperrt. Jetzt könnte die Strafe im fünfstelligen Euro-Bereich angesiedelt werden.

Pressemitteilung von Preußen Münster

Das Präsidium des SC Preußen kam nun zu dieser Entscheidung. Folgende Sanktionen wurden verhängt: Fans, Fahnen und Banner sowie Capos auf den Zäunen werden im Block N in der nächsten Zeit nicht geduldet. Wobei die Fans, die normalerweise in Block N ihren „Ground“ finden, sich anderenorts im Stadion aufhalten können. Nicht betroffen von den Maßnahmen ist der Block M, in dem die Ultra-Gruppierung "Deviants" steht.

Vereinsinterne Sanktionen

Club-Chef Georg Krimphove hatte vereinseigene Sanktionen bereits in der Wochenmitte angekündigt. Am Donnerstag traf sich das Präsidium mit dem Fanprojekt zu Gesprächen. „Durch manche Medienanfrage erhielten wir den Eindruck, dass angenommen wird, wir würden für die Personen sprechen, die die Aktion am Samstag durchgeführt haben. Dies ist nicht korrekt“, erklärte Fanprojekt-Sprecher Florian Voß. Eine klare Absage an den Einsatz von Pyrotechnik und von Rauchtöpfen auf den Rängen gab es von Seiten den Fanprojektes nicht.

Die Polizei ermittelt dagegen weiter, die Videoanalyse sei im vollen Gange. 

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