Preußen Münsters Zukunftsaussichten
Es bleibt spannend beim SCP

Münster -

Als Informationen über das schwarz-grüne Koalitionspapier vor wenigen Tagen bekannt wurden, da gab es auch eine Stelle, die für den SC Preußen Münster interessant war. Die neuen politischen Partner bekannten sich, dass an der Hammer Straße das Preußenstadion weiterentwickelt werden soll. Sollte es tatsächlich noch was werden mit einer zukunftsträchtigen Arena für den Traditionsverein?

Samstag, 30.04.2016, 11:00 Uhr aktualisiert: 01.05.2016, 16:45 Uhr
Zurück auf den Prinzipalmarkt: Nur zu gerne würden die Preußen einen Aufstieg in Münsters guter Stube so feiern.
Zurück auf den Prinzipalmarkt: Nur zu gerne würden die Preußen einen Aufstieg in Münsters guter Stube so feiern. Foto: WN-Archiv, Kurt Müller

Es geht vor allem um den Bebauungsplan, der in der zweiten Jahreshälfte abgeändert werden soll. Das würde den Weg freimachen für den Umbau der alten Arena. Geht es nach den Preußen, so könnte im kommenden Jahr mit Tribünen im Bereich der maroden Westkurve und der Ostkurve begonnen werden. Als letztes wäre im Idealfall die Gegengerade zu überarbeiten, am Ende stünde ein Stadion mit einer Kapazität von rund 20 000 Zuschauern. Das wäre eine Perspektive, das wäre gut.

Als die Haupttribüne im Jahr 2009 fertiggestellt wurde, war das praktisch die Grundlage für die weitere Konsolidierung des Clubs sowie den Aufstieg in die 3. Liga im 2011. Erst so konnte in Teilen ein Komfort für Stadionbesucher erreicht werden, während gerade in der Ostkurve und im Gästebereich die Zuschauer wie 1928 bei Regen im selbigen standen. Und fest steht auch, dass der SCP aktuell ohne eine Stadionerweiterung Stück für Stück die Konkurrenzfähigkeit in der 3. Liga verlieren wird. Bis auf Fortuna Köln mit dem legendären Südstadion und (noch) den Würzburger Kickers verfügt praktisch kein Club mehr über ein solch altertümliches Rund wie der SCP.

Dennoch, und auch das ist eine Leistung, haben die Preußen ihren Platz in der 3. Liga gefunden. In der Saison 2014/15 wuchs der Gesamtetat des Vereins auf 8,2 Millionen Euro, das war auch dem Pokalspiel gegen Bayern München geschuldet. Alles rund um den SCP war auf einmal interessant, wurde immer größer und bedeutender. Aber das stets fragile Finanzierungsgebilde eines Drittligisten erhielt auch Schrammen, zuletzt vermeldete der Verein ein Jahresminus von rund einer halben Million Euro.

Wie also geht es weiter im 111. Jahr bei den Preußen? Im sportlichen Bereich muss der SCP kleinere Brötchen als die Konkurrenz backen, das Personalbudget für das Drittliga-Team schrumpft auf rund 3,2 Millionen Euro. Damit kann eine gute Rolle gespielt werden, aber keiner sollte den Aufstieg in der nächsten Spielzeit erwarten. Dennoch machen die ersten Transfers Hoffnung, dass Trainer Horst Steffen eine neue Mannschaft – im positiven Sinne – dann doch zum Laufen bekommt.

Verändern wird der Club auch seine Vermarktungsstrategie. Die rund 4,4 Millionen Euro, die fast ausschließlich durch regionale Partner eingespielt werden, sind ausgereizt. Der Drittligist sieht es als nächste Aufgabe, die nationale Vermarktung anzukurbeln.

Ein Neuanfang im Binnenverhältnis zwischen der sogenannten aktiven Fanszene, vor allem den Ultras, und dem Verein tut ebenfalls not. Zu groß ist der Imageschaden durch Fehlverhalten eines Teil der Anhängerschaft, zu groß sind die damit verbundenen finanziellen Verluste. Die Präsidiumsmitglieder Georg Krimphove und Siggi Höing stehen da vor einer Herkulesaufgabe.

Die Preußen im 111. Jahr seit der Gründung, da ist Spannung garantiert.

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